Vertriebssprache

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Schlagwort: Einzelhandel

Stationärer Handel vor 25 Jahren – Kaufhäuser

Vor etwa 25 Jahren betrieben die vier wesentlichen Kaufhausgruppen Karstadt, Kaufhof, Hertie und Horten insgesamt noch rund 400 Filialen. Heute sind es 174 Filialen.

Unter dem Druck schwindender Marktanteile schlossen sich im vergangenen Jahr nach langem Ringen die beiden letzten verbliebenen Warenhausunternehmen Kaufhof und Karstadt zusammen.

Mit dem Versprechen, „alles unter einem Dach“ lockten die Warenhäuser einst massenweise Kunden die Filialen. Noch Mitte der siebziger Jahre verfügten Kaufhäuser über einen Marktanteil von 15 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes.

Quelle: eigenes Bild

Der Marktanteil von Galeria Karstadt Kaufhof am Einzelhandelsumsatz heute beträgt weniger als 1 Prozent.

Wie sieht das Konzept bzw. das zukunftsfähige Geschäftsmodell aus?

„Wir sind zusammen deins“ lautet der aktuelle Claim. Aber welcher Mehrwert für den Kunden wird dadurch generiert? Wie sollen Marktanteile gewonnen werden?

Ein Blick auf die www.galeria.de spricht Bände:

Mit Einführung der neuen gemeinsamen Marke wird es sehr attraktive Angebote geben. Das Beste aus beiden Welten wird vereint, so dass Sie sich auf eine noch schönere und inspirierendere Produktauswahl freuen können. Die Sortimentskompetenz wird so noch einmal deutlich optimiert.

Durch die höhere Anzahl der Filialen (über 170) erreichen ca. 80% der deutschen Bevölkerung auf schnellem Wege unsere Warenhäuser. Dies wird auch zukünftig im Hinblick auf die Online- und Filial-Services ein großer Vorteil für Sie sein, da Pakete bald an noch mehr Standorten abgeholt und umgetauscht werden können. Leider ist dies bislang noch nicht unternehmensübergreifend möglich.

Da steht, der Mehrwert für den Kunden ist: 80% der Deutschen können Pakete, die online bestellt wurden, an mehr Standorten abholen!

Wollen wir mal raten wie die Anzahl der Filialen und der Marktanteil mit diesen Ideen in zwei Jahren aussehen wird!?

HEY GALERIA _ AUFWACHEN!

Die Zukunft des Outdoor Handels…

Die gute Nachricht vorab die neue Branchenmesse Outdoor by ISPO in München ist eine gelungene Plattform für die gesamte Outdoor-Industrie. Lange vorbei sind die Zeiten als sich Insider und Spezialisten und später dann gesamte die Branche in Friedrichshafen am Bodensee trafen.

Mittlerweile werden brandaktuelle Themen und Herausforderungen thematisiert, diskutiert und Lösungen angeboten und aufgezeigt. Neben Präsentationsmöglichkeiten für Startups, geht es auch um den Klimawandel und echte umweltverträgliche Outdoor-Produkte (seit der erfolgreichen Greenpeace DETOX Kampagne ein Wunderpunkt in der Industrie).

Auch Blogger und Influencer werden eingeladen und gebucht um Wissen zu teilen, zu inspirieren und Impulse zu geben.

Quelle: eigenes Bild – Blogger Jan R. Bergrath auf der Outdoor 2019

Natürlich ist auf der neuen Outdoor auch Platz für eines meiner persönlichen Lieblingsthemen: Die Zukunft des „Outdoor“ Handels, interessanter Weise getrieben von den in die Krise geratenen Einkaufsverbänden Sport2000 und Intersport.

 

Quelle: eigenes Bild

Viele meiner Ideen um den Handel FIT FÜR DIE ZUKUNFT zum machen findet ihr hier im Blog. Wer mehr wissen möchte speziell für die Outdoor-Branche kann sich gerne bei mir melden: vertriebssprache@strukturwandler.com

 

 

 

 

 

 

Peek & Cloppenburg der nächste Dinosaurier im Todeskampf

Zwei Firmen ein Problem und kaum E-Commerce Kompetenz. Seit 2014 steht Peek & Cloppenburg in der „Todesliste des Handels“. Seit gestern füllt das deutsche Handelstraditionsunternehmen die Artikel der Wirtschaftsgazetten. Warum? Filialschließungen, Konsolidierung und Personalabbau sind die aktuellen Themen in Hause P&C. Der Grund ist die Umsätze stagnieren.

Schaut man auf die online Präsenz des Unternehmens, werden viele Problem offenbart.

Peek & Cloppenburg

Quelle: Screenshot www.peek-cloppenburg.de 04.06.2019

Zwei Unternehmen unter einem Namen, ein alter weißer Mann an der Spitze der nicht loslassen kann und „Internet ist Neuland“, da braucht man natürlich kein digitales Kompetenzzentrum im Unternehmen… All das bei einen Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von mehr als 2 Mrd. Euro im Geschäftsjahr.

Das klingt im Jahre 2019 einfach unfassbar. Oder wie der Jurist sagen würde: grob fahrlässig (mehr).

 

Fachhandel HiFi-Stereo, Farbfernsehen und Videostudio METZ

Aus Sicht vieler handelt es sich bei einem Fachhändler der z. B. HiFi und Farbfernseher verkauft um ein aus der Zeit gefallen Geschäftsmodell. Viele sind auf der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal und Möglichkeiten der Differenzierung von E-Commerce Unternehmen.

In München gibt es tatsächlich einen METZ Fachhändler der sein Geschäft in der Metzstraße hat. Eine Sache die Kunden i.d.R. einmal hören müssen: METZ = Metzstraße und schon ist das stationäre Ladenlokal geografisch im Kopf potentieller Kunden verankert.  20190509_153558

Quelle: eigenes Bild METZ in der Metzstraße München

Erstaunlich ist hier, dass der Händler die Möglichkeiten nicht einmal in Betracht zieht geschweige denn nutzt. Sucht man in diversen Suchmaschinen nach Metz, Metzstraße, München. Werden künftig vermutlich mehr Menschen auf diesem Blogartikel laden anstelle bei dem Fachhändler direkt.

Manchmal ist Positionierung sooooo einfach, man muss es halt machen. 😉 Vielleicht sind auch die Themen Farbfernsehen und HiFi auch ein Hinweis darauf das eigene Geschäftsmodell zu überdenken und agiler zu gestalten. Wenn es dann doch nicht so weiter geht wie bisher, sind am Ende vermutlich „das Internet“ und „der Preis“ Schuld.

Liebe stationäre Händler bzw. Fachhändler macht es euch bitte nicht zu einfach. Wir stecken mitten in der vierten industriellen Revolution, die geht uns alle an.

 

Ausverkauft heißt ausverkauft!

Auf den ersten Blick erscheint es fast unmöglich, dass im digitalen Zeitalter Warenbestände und Absatzmengen nicht richtig eingeschätzt werden können. Trotz Einsatz von künstlicher Intelligenz ist es noch immer ein große Herausforderung die Nachfrage an Produkten oder Dienstleistungen zu einem bestimmten Zeitpunkt vorher-zubestimmen.

Stempel aktuell ausverkauft

Eigenes Bild

Ist ein Artikel nicht vorrätig, führt das bei Kunden zu Unzufriedenheit und Unverständnis. Denn als absoluter Mehrwert, gerade des stationären Handels, gilt die Verfügbarkeit von Ware. Muss der Händler erst bestellen, hätte der Kunde ja direkt zum Smartphone greifen können und online bestellen. Das hätte ihm Zeit und Aufwand erspart. Für den Kunden also ein absolut negatives Einkaufserlebnis.

Bedarfantizipieren heißt das Zauberwort. Nicht unbedingt das volle Sortiment kann eine Lösung für den stationären Handel sein, sondern das „Richtige“. Denn wenn es zu oft heißt AUSVERKAUFT hat es sich für den Händler bald „aus Verkauft“. Schlicht weil Kunden heute i.d.R. nicht mehr bereits sind für einzelne Artikel mehrere Wege zurückzulegen.

 

Warentrenner, Warentrennstab, Warentrennbalken oder Kassentrennstab

Wenn Warentrenner, dann aber bitte nicht mit irgendwelcher Werbung, sondern mit Weihnachtsdekoration. Das macht den Kassenbereich ja gleich auch viel schöner. Eine Innovation des stationären Einzelhandels. 😉

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Quelle: eigenes Bild

Aber bitte nur bis zum 6. Januar! 😉

 

 

Gemüse ist Saisonware ;-)

In in unseren Supermärkten gibt es das ganze Jahr über eine reichhaltige Auswahl an Gemüse. Vor lauter Verfügbarkeit, rücken saisonale Zyklen in den Hintergrund. In Deutschland wird jede Menge angebaut und wir können uns gut mit regionalem Gemüse versorgen. Was bis vor wenigen Jahren selbstverständlich war, spielt für die meisten Konsumenten keine Rolle. Wo kommt denn eigentlich der Spargel im August her? Egal – Hauptsache Spargel.

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Quelle: eigenes Bild

Hier eine kurze Übersicht zu Gemüse aus Deutschland:

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Quelle: eigenes Bild

Handel – handel endlich!

Der liebe stationäre Handel tut sich schwer gegen Online-Anbieter. Die großen Online-Anbieter wie z. B. Amazon verdienen in Deutschland viel Geld, aber Dank komplexer Firmengeflechte mit Tochterunternehmen zahlen diese Unternehmen in Deutschland nahezu keine Steuern. Da die eingenommen Gelder im Falle Amazon in Luxemburg zu einem Bruchteil versteuert werden. Somit schadet jede Bestellung z. B. bei Amazon einmal unmittelbar Lokal, da der Umsatz für die stationären Händler verloren ist und zusätzlich mittelfristig der Kommune, dem Land und dem Bund, da diese nicht in Form von Steuern an den Unternehmensgewinnen beteiligt sind. Wollen wir das? Ist den meisten Online-Kunden das klar? Mit jedem Händler der schließt gehen Arbeitsplätze verloren, die sich nicht ohne Weiteres ersetzen lassen. Schlecht verdienende Paketdienstfahrer, die ständig im Stress sind die online Pakete zuzustellen, gibt es schon genug. Auch bei weiter steigendem Paketzustellungsbedarf werden in keinem Fall dort ausreichend Arbeitsplätze entstehen um die Menschen aus dem stationären Handel mit neuen Jobs zu versorgen. Zumal der nächste Schritt die automatisierte Zustellung der Pakete mit Drohnen oder selbstfahrenden Fahrzeugen sein wird. So wird es wieder billiger da Personalkosten wegfallen, die Gewinne der Online-Händler steigen und am Ende haben weniger Menschen einen Arbeitsplatz. Woher sollen die Menschen ohne Arbeitsplatz dann eigentlich das Geld nehmen und online zu bestellen?

Was wird eigentlich künftig mit den vielen freiwerdenden Handelsflächen in unseren Städten? Welche Folgen hat dieser Wandel für Innenstädte, Mittelzentren oder klassische Einkaufszentren? Vielleicht einfach mal kurz darüber nachdenken und dann einfach mal nicht im Netz bestellen… auch wenn es so praktisch ist.

Mehr zu dem Thema stationärer Handel versus E-Commerce hier!

#unverzichtbar?

Unsere Apotheken, eine staatlich geschützte Institution, machen sich Sorgen ob Sie tatsächlich einen Mehrwert für den Kunden bieten. Das ist im übrigen in der Regel genauso wenig der Fall wie z. B. im stationären Buchhandel. Doch anstatt Mehrwerte zu schaffen und sich neu zu erfinden, wird erstmal eine Kampagne #unverzichtbar aufgelegt. „Ich will die Apotheke vor Ort und nicht irgendwo“, werd soll eigentlich dieser ich sein? Das erinnert doch irgendwie an die Kampagne der untergegangenen Drogeriemarkt Kette Schlecker: For you vor Ort. Die Kampagne wurde komplett verrissen, da Sie komplett an der Zielgruppe vorbei ging und kurz Zeit später gab es Schlecker nicht mehr. Das wir den Apotheken wohl nicht so schnell blühen, dennoch wären auf den Kunden zielende wertschätzende Maßnahmen wohl besser, als eine solche Kampagne.

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Quelle: eigenes Bild

Das liebe Internet bereitet den Apothekern schlaflose Nächte… nach die Motto die Kunden haben gefälligst in den Laden zu kommen.

Wettbewerbsfähigkeit von stationären Apotheken

Quelle: eigenes Bild

Lieber Apothekerinnen und Apotheker, nutzt doch einfach die Zeit während der Nacht und überdenkt eure Positionierung und hinterfragt, wie ihr euch besser auf die Kunden ausrichten könnt. Allein in diesen Blog hier findet ihr dazu jede Menge Idee. Wenn es jetzt in eurem Segment echten Wettbewerb gäbe wäre die Situation wohl noch schwierige für euch… übrigens die Domain www.apozone.de ist noch frei! 😉

 

 

 

 

Cross-Selling beim Bäcker

Alles? Oder kommt noch etwas dazu? Dann nehme ich noch das handgeformte Ultra-Bio-Vital-Brot ohne Gluten und Laktose… und die Edeka-Handelsmarken Grillkohle für 4,99 €

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Quelle: eigenes Bild

Cross-Selling mit Aktionsständen oder Sonderverkaufsflächen sind ja schon lange fester Bestandteil des stationären Einzelhandels. Besonders häufig finden wir sie im Lebensmitteleinzelhandel. Da Bandbreite and Cross-Selling reicht von Osterflächen, über Oktoberfest bis hin zum Grillen. Auf diesen Flächen sind typischerweise verschiedenste Produkte, die normalweiser nur an unterschiedlichen Standorten und Regalen im Geschäft zu finden sind, zusammengestellt und der Kunde kann z. B. Grillwürste, Kräuterbutter und verschiedene Soßen gleich in den Einkaufswagen legen ohne weitere Strecken dafür laufen zu müssen. Praktisch und einfach. Meist ist die Cross-Serling Auswahl auf wenige Hersteller eingeschränkt und häufig stehen nur höherpreisige Dinge zusammen. Der Kunde soll also nicht vergleichen, sondern einfach mitnehmen, weil es so praktisch und er sich die Zeit zum zusammenstellen spart.

Welche Synergien oder Cross-Selling Potential erhofft sich ein Bäcker von Grillkohle der Handelsmarke Edeka beim Brotkauf? In einer Metzgerei ist der Kunden tendenziell näher bei Grillen als beim Bäcker. Die Grillkohle ist bei Edeka für 2,99 € zu haben in der Bäckerei für 4,99 €… Kräuterbutter gibt es aber leider nicht.

Insektenburger… Hmmm!

Seit Jahren steigt der Zahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Die Motive für diese Ernährungsweisen sind sehr unterschiedlich, Ablehnung von Massentierhaltung und Tötung, die Erkenntnis – das die gesamte Menschheit durch Tierhaltung einfach nicht mit Nahrungsmitteln versorgt werden kann – oder es gibt Menschen denen Fleisch einfach nicht schmeckt. Es gibt also ethische und moralische Motive, ökonomische und geschmacklich Gründe seine Ernährungsgewohnheiten zu verändern.

Fakt ist: eines der dringlichsten Probleme auf diesem Planeten ist die gerechte und dauerhafte Versorgung mit ausreichend, sauberen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln für alle Menschen.

Zur Lösung der ethischen und moralischen Fragen, gibt es inzwischen Fleisch und Muskelgewebe welches durch Zellvermehrung im Labor hergestellt wird. Mit dem Ziel Fleisch ohne Massentierhaltung und Tötung zu erzeugen. Ein weiterer Ansatz könnten Insekten sein, im Vergleich zu anderen Nahrungstieren haben Insekten eine sehr hohe Reproduktionsrate und sie verbrauchen dabei im Vergleich viel weniger Ressourcen. Hier wird also die ökonomische Frage adressiert. Bleibt noch der Punkt mit dem „Schmecken“. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. 😉

Die Firma Bugfoundation, hat sich was Neues einfallen lassen. Den laut eigener Angabe „ersten Insektenburger Deutschlands“. Guten Appetit!

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Quelle: www.bugfoundation.com

Wichtig, der Hinweis schmeckt, ob da wohl ein kritischer Punkt adressiert wird? 🙂 Welchen Mehrwert das Bio-Soja in Kombinat mit den Würmern bringt, bleibt leider offen. Vielleicht gibt es den Insektenburger ja auch demnächst bei Ihrem Bio-Lebensmitteleinzelhändler.

 

 

Öffnungszeiten sind überwertet

Wer hat schon einmal Nachts etwas im Internet bestellt? Das ist bequem, einfach und geht immer. Aber wie lange hat noch mal das Schreibwarengeschäft an der Ecke offen? Und am Samstag? Man kann es den Kunden auch richtig leicht machen. Hier ein offenbar nicht ganz ernst gemeintes Öffnungszeitenschild.

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Quelle: eigenes Bild

Wenn Schmuck Schuhe verkauft

Oft tragen inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte den Namen des Inhabers, dass ist einfach und praktisch glauben viele. Die Drogerie Rossmann trägt ja auch den Namen von Dirk Rossmann.

Der eigene Name oder die Bedeutung des Namens werden dabei in den wenigsten Fällen hinterfragt. Gut, Dirk Rossmann hat gleich eine Figur – den Ross-Mann – zur Bildmarke gemacht.

Metzgerei Schmidt oder Bäckerei Müller sind Beispiele für eine gute Verbindung des eigenen Namens und des Geschäftes oder Geschäftszweiges. Die Bedeutung und die Positionierung sind hier klar.

Schwierig wird es, wenn der Name mit dem Geschäftszweck gar nichts zu tun hat. Hier ein Beispiel das Interessenten und potentielle Kunden zumindest beim Erstkontakt verwirrt.

Was verkauft dieser Einzelhändler?

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Quelle: Eigenes Bild

Panik im Outdoor-Business

Hilfe die Welt geht unter! Vorräte und Trinkwasser sind entscheiden. Der Neustart der Welt, kann jeden Moment beginnen… Bereite dich vor! Hier die 99 wichtigsten Tipps… für nur 9,99 €, exakt in dieser Anmutung präsentieren sich u.a. die Bücher auf dem obigen Bild.

Nun in einer Buchhandlung wären diese Titel im Rahmen eines Gesamtsortimentes wahrscheinlich gar nicht so ungewöhnlich. Das Besondere hier ist ein Spezialist für Outdoor-Ausstattung bietet diese Bücher an. Zwischen Reiseführern, Reiseliteratur allgemein und Bildbänden befindet sich an prominenter Steller eine nicht gerade kleine Auswahl an… „DIE WELT GEHT UNTER – WIR WERDEN ALLE STERBEN“ – Büchern.

Neulich im Outdoorfachhandel-Globetrotter

Quelle: eigenes Bild

Soll das etwa bedeuteten, dass mehr Zelte und Outdoorausrüstung (Überlebensausrüstung) verkauft wird, wenn ein passendes Angstszenario mitgeliefert wird? Und warum muss ich gerade an den Zusammenhang zwischen Giftgas und verkauften Gasmasken denken? Was ist eigentlich mit meiner Lebensversicherung??? Oh nein, ich habe gar keinen Waffenschein…

Mehr Angst = mehr Umsatz? Dieses Vertriebsmodell ist aus einigen Branchen bekannt, in der Outdoor-Branche ist es mir bislang nicht aufgefallen. Es ging in der Regel um positive Erlebniswelten, Abenteuer, Entdeckung und darum sich auf die unberührte Natur zu besinnen. Vor wenigen Wochen hat Greenpeace in seiner DETOX Kampagne diese vermeintlichen Marketingwelten auf erschreckende Art und Weise aufgelöst und auf massive Probleme mit Chemikalien bei der Produktion von Outdoor-Bekleidung hingewiesen.

Am Ende des Tages ist es auch für einen stationären Outdoor-Händler überlebenswichtig, dass die Umsätze und Margen stimmen. Also nur wenn Kunden die Produkte kaufen, wird der Händler sie weiter anbieten – der Kunde hat also jede Menge Möglichkeiten schlechte, schädliche oder unnütze Produkte zu verbannen. Der Trick ist sich einfach nur keine Angst machen lassen, nicht in Panik zu geraten und einfach nicht kaufen.

Kinderromane bei Toys „R“ Us

Der Spielwareneinzelhändler Toys“R“us bietet ein breites Sortiment an Spielwaren und Kindersachen an. Da erscheint es gerade zu logisch, dass es auch Bücher für Kinder gibt. Wer bei Kinderbüchern jetzt allerdings an Michael Ende, Astrid Lindgren oder Erich Kästner denkt, ist bei Toys“R“us leider nicht ganz richtig.

In der Kategorie Kinderromane werden Bücher von Lego z. B. zum Thema Harry Potter, zu Star Wars oder Herr der Ringe angeboten. Sind das eigentlich echte Kinderbücher? Handelt es sich um Romane?

Kinderromane

Quelle: Eigenes Bild

Es gilt also auch hier, echte und vor allem gute Bücher bitte gerne in der stationären Buchhandlung Ihrer Wahl kaufen.

Eine Flasche zum aufmachen

Das ist doch mal ein kreatives Beispiel für den Umgang mit dem eigenen Produkt.

Colaflasche als Türgriff am Kühlschrank

Quelle: Eigenes Bild

Die Colaflasche als Türgriff am eigenen Kühlschrank. Gutes Marketing am Point of Sale, Kompliment an The Coca Cola Company. 

Preise in der Tiefgarage

Die Elektronikmarktkette MediaMarkt positioniert sich seit Jahren als klassischer Billiganbieter (Preis-/Mengenanbieter). Im Laufe der Zeit haben Kunden aber selber gelernt, dass „sie doch nicht blöd sind“ und im Internet die Waren noch günstiger bestellen können, als von der MediaMarkt Werbung suggeriert. Die Kette geriet also in die Gefahr ihre Glaubwürdigkeit vollständig zu verlieren, schließlich wurde über das Mutterunternehmen mit der Marke redcoon ein eigener Internet-Handelskanal erschlossen. Eine weitere Form der Scheinkonkurrenz, wie es auch bei dem  vermeintlichen Wettbewerber und Schwesterunternehmen Saturn der Fall ist, entstand.

MediaMarkt in der Tiefgarage

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Doch trotz der starken Internetwettbewerber außerhalb des eigenen Unternehmens, hält man bei MediaMarkt gerne an bestehendem Fest. Auf dem obigen Bild ist ein Plakat in der Tiefgarage des Marktes zu sehen, mit der klaren Aussagen die Preise seien unten… also im Keller bzw. in der Tiefgarage. Den Kunden sei geraten die Angebote genau zu prüfen und im Zweifel auch mal im Internet zu schauen… SIE SIND DOCH NICHT BLÖD.

Mein persönliches Lieblingszitat von MediaMarkt ist: „Lasst euch nicht verarschen, vor allem nicht beim Preis“. Dieser Satz könnte im Hinblick auf die im stärker werdenden Internethändler dem Unternehmen MediaMarkt noch viel Freude bringen.

Benutzungszeiten für Fahrradständer

Ein Münchner Einzelhändler stellt seinen Kunden vor dem Geschäft einen Fahrradständer zur Verfügung, soweit so gut. Der Ständer steht Tag und Nacht vor dem Geschäft. Allerdings koppelt der Besitzer die Nutzung  des selbigen an die eigenen Geschäftsöffnungszeiten.

Benutzungszeiten Fahrradständer

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Kundenservice oder Spießertum? 🙂

Doch was passiert, wenn die Nutzungszeiten überschritten werden? Der Kunde also den Laden am Samstag um 13.00 Uhr verlässt, sein abgeschlossenes Fahrrad im Ständer stehen lässt und danach noch in eines der deutlich länger geöffneten Nachbarläden geht? Dazu gibt es leider keine Angaben, gegebenenfalls werde ich es in den kommenden Wochen mal testen und dann berichten. Kann der Ladenbesitzer dann das Schloss knacken und das Fahrrad entfernen? Fragen über Fragen. Ist das Kundenservice des stationären Handels?

Edelsalami – gut und günstig…

Premium- und Preis/Mengen-Strategie schließen sich aus. Entweder ist etwas hochwertig und dann kostet es einen entsprechenden Preis oder etwas ist günstig dann hat es allerdings eine geringere Qualität.

Edelsalami-Gut und Günstig

Quelle: eigenes Bild

Trotzdem wird gerade im Bereich der Konsumgüter insbesondere bei Lebensmitteln versucht durch geschickte Kombination von Begriffen den Anschein zu erwecken, der Käufer kann zu einem sehr niedrigen Preis einen sehr hochwertigen Artikel kaufen.

Edel, soll heißen hochwertig und „gut und günstig“ klingt ein bisschen nach Rechtfertigung. Ein klassischer Widerspruch in sich!

Wird der potentielle Käufer in diesem Beispiel aus der Tiefkühltheke nun also getäuscht? Oder einfach „nur“ für DUMM VERKAUFT? 🙂

PIZZA ist PIZZA

Die Lebensmittelindustrie ist bekannt für kreative Neuinterpretationen von Bestehendem. Da wird auf Details häufig nicht soviel Wert gelegt und nach dem Motto „don´t call it Schnitzel“ (denn es ist ja auch keins!) verfahren. Doch je eindeutiger Begriffe besetzt und belegt sind, desto schwieriger ist es sie neu zu positionieren.

Aktuell definiert Wikipedia den Begriff Pizza so: „Pizza ist ein vor dem Backen würzig belegtes Fladenbrot aus einfachem Hefeteig aus der italienischen Küche. Die heutige, international verbreitete Variante mit Tomatensauce und Käse als Basis stammt vermutlich aus Neapel.“

Hack-Pizza

Quelle: Eigenes Bild

Die Verpackung suggeriert durch den typisch italienischen Namen Luigi einen Bezug zu Italien. Pizza steht auch darauf, doch HALT. Wie war das noch einmal mit dem Fladenbrot oder dem Hefeteig? Oder was ist eigentlich mit der Tomatensoße? Fehlanzeige!

Die Hauptbestandteile dieser Pizza-Neuinterpretation sind Hacksteak aus Schweine- und Rindfleisch. Was genau hat das mit Pizza zu tun? Nichts.

Vielleicht lässt sich das Produkt Hack-Pizza, ja auch um die Variante Pferdefleisch erweitern. Da weiss man doch, was man für 1,89 € bekommt. Danke liebe Lebensmittelindustrie und don´t call it Pizza.

Stationär online-Gutscheine verkaufen

Mittlerweile verkauft der stationäre Handel in seinen Filialen Gutscheine von Internet-Händlern wie Amazon und diversen anderen Internet-Firmen. Verfügbar in allen Filialen, egal ob mitten im Stadtzentrum oder in einem kleinen Ort auf dem Land. Dies ist eine sehr interessante Entwicklung, da sich der stationäre Handel sich typischerweise gegenüber dem E-Commerce benachteiligt sieht.

Stationärer Handel versus E-Commerce

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Aber ob sich mit ein paar Prozenten Marge an einem Gutschein eines Online-Unternehmens die eigene Position halten lässt, ist zumindest fraglich. Im übrigen kann man bei den Online-Händlern „noch“ keine Gutscheine für den stationären Handel kaufen. Ob das einen tieferen Sinn hat? Oder ob hier mal wieder deutliche Unterschiede im Selbstverständnis der Unternehmen zu Tag treten?

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit der Wettbewerbssituation zwischen dem stationären Handeln und den Online-Händlern. Einen guten Überblick zu diesem Thema können Sie sich hier verschaffen (unter dem Blockartikel finden Sie Zugang zu acht weiteren Artikeln mit dem Thema „stationär vs. online“). Sie haben Fragen zu diesem Thema, kontaktieren Sie mich gerne. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.

Einzelhandel vs. E-Commerce: So wird man Marktführer!

Seit 2008 beschäftige ich mich mit dem Wettbewerber Internet. Das Thema Einzelhandel vs. E-Commerce ist eine spannende Frage unserer Zeit. Nun durfte ich ein Interview zu diesem Thema geben.

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Hier geht es zum Interview.

Beratungskasse im Handel – wofür?

Dem starken und vor allem schnellen Wandel, dem stationäre Händler unterliegen lässt sich viel positives abgewinnen – denn Wettbewerb belebt ja bekanntlich das Geschäft. Manchmal ist es so das erst verschärfte Rahmenbedingungen dazu führen, dass Anpassungen erfolgen, sich Geschäftsmodelle weiter entwickeln oder das eigene Innovationen einen Vorteil im Wettbewerb verschaffen.

Leider ist gerade im stationären Vertrieb von Waren und Dienstleistungen der Leidensdruck offenbar noch immer nicht groß genug. Die massive Verlagerung von Umsätzen in den Online-Handel mit weiter steigenden Zahlen führt noch immer nicht zu den notwendigen Veränderungen im stationären Handel. Es herrschen zum Teil abstruse Vorstellung über die eigene Position am Markt und darüber, was zwingend getan werden muss um dauerhaft am Markt zu bestehen.

Die Erkenntnis, das Beratung Zeit und somit Geld kostet ist nichts Neues. Deshalb muss die Beratung vor Ort auch Bestandteil des Preises sein, den der Kunde letztendlich bezahlt. Schließlich erfüllt ein Geschäft bzw. Fachgeschäft nicht den Zweck Waren oder Dienstleistung an sich selbstbedienende Kunden zu verteilen. Dieses Verständnis ist nicht mehr zeitgemäß und verfügt über keinerlei Mehrwert für den Kunden. Als SELBSTBEDIENUNGSWARENVERTEILSTATION hat der stationäre Handel gewiss keine gute Zukunft. Gute Fachberatung und Kundenbetreuung auf persönlicher Ebene kann kein Portal im Internet ersetzen.

Eine Kasse für stationäre Beratung aufzustellen, weil Kunden beraten und betreut werden wollen zeigt einmal mehr wo es überall krankt im Fachhandel.

Beratungskasse im stationären Handel

Quelle: Eigenes Bild

Liebe stationäre Händler in den A-, B- und C Lagen auf dem Land und in den Städten, was kommt als nächstes? Eintritt für den Zugang zum Geschäft? Ich hoffe, dass anstatt solcher hilflosen Versuche das eigene Geschäftsmodell anzupassen ein echtes umdenken stattfindet.

Mittagspause… Willkommen im stationären Handel

Der stationäre Handel gerät immer stärker unter Druck. Die Auswirkungen des wachsenden Online-Geschäftes sind dabei sehr unterschiedlich. Es gibt Branchen und Regionen die stark betroffen sind allerdings gibt es auch Bereiche, die sich mit den Folgen der raschen Veränderungen erst künftig auseinander setzen müssen. Noch befinden sich zu viele Unternehmen und Branchen in dieser Komfortzone.

Kunden, die gezielt in den stationären Handel kommen, haben konkrete Bedürfnisse. In vielen Fällen sind diese dringend. Der stationäre Handel hat Kerngeschäftszeiten, diese variieren in Deutschland je nach Bundesland. Zudem macht es auch einen Unterschied, ob man sich in der Stadt oder auf die Land befindet. Selbst innerhalb von Großstädten unterscheiden sich häufig die Ladenöffnungszeiten zwischen Innenstadt und Mittelzentren.

Ist es eigentlich noch zeitgemäß, dass Kunden während der Öffnungszeiten Schilder vorfinden: „DANKE für Ihr Verständnis, bin gerade in der Mittagspause und komme in einer Stunde wieder?“

Stationäre Handel-Mittagspause

Quelle: Eigenes Bild

Wird der stationäre Handel sich auf Dauer solche „Marotten“ noch leisten können? Webshops haben keine Pausen…

Apothekerpreise und schlechter Service

Immer mehr stationäre Handels- und Vertriebskonzepte stehen auf dem Prüfstand. Durch das Internet als Wettbewerber geraten viele traditionelle und etablierte Konzepte unter Druck. Sicher ist, der Handlungsdruck wird in den Jahren weiter steigen. Nur wer sich dem Wettbewerb stellt und dem Kunden einen dauerhaften Zusatznutzen bietet, hat eine Berechtigung am Markt. Die übrigen werden früher oder später verschwinden.

Manche stationäre Handelskonzepte wähnen sich in Sicherheit, da sie von den regulären Marktbedingungen durch bestimmte Gesetze und Regeln ausgenommen sind. Dazu zählen beispielsweise Apotheken. Häufig existieren sie in einer Art Symbiose mit diversen Arztpraxen und sie liegen zufälligerweise direkt nebenan. Das Kalkül geht in den meisten Fällen auf, Patienten die mit dem Rezept in der Hand die Arztpraxis verlassen, stehen direkt vor oder gleich in der Apotheke.

Nun gibt es genau zwei Möglichkeiten, erstens der Kunde bekommt sein Medikament sofort oder eben nicht. Dabei spielt die Farbe des Rezeptes rosa, weiß oder blau erstaunlicherweise keine Rolle. Also auch der Privatpatient muss warten, falls die Apotheke das Medikament nicht da hat. Nach meiner Auffassung wird die „direkte Nichtverfügbarkeit“ eine Art Normalzustand in vielen Apotheken.

Quelle: Eigenes Bild

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Die Kommunikation mit dem Kunden verläuft in der Mehrheit der Fälle immer gleich, der oder Mitarbeiter tippt am Computer herum und dann:

  1. Apotheke: „Hmmm das Medikament habe ich leider gerade nicht da!“
  2. Apotheke: „Bis heute Mittag/Abend habe ich das Medikament hier“
  3. Apotheke: „Soll ich es Ihnen bestellen?“
    4a.) Kunde: Ne, ich brauche das jetzt…
    Apotheke: “Tut mir leid, da kann ich nichts machen…“
    4b.) Kunde: Ja, bitte.
    Apotheke: „Hier ihr Abholschein“

Wer zahlt eigentlich für „das muss ich Ihnen bestellen“? Wie selbstverständlich erwartet der Dienstleister, also die Apotheke, dass der Kunde noch einmal kommt und die Bestellung abzuholen. Wenn der Hausarzt direkt um die Ecke sitzt, sind die Aufwände für den Kunden überschaubar. Doch ist dieser Ansatz überhaupt noch zeitgemäß. Wer hat denn die entsprechenden Fachärzte direkt in seiner Umgebung? Ist es das Problem des Kunden, dass der Dienstleister Apotheke etwas nicht vorrätig hat? Ich meine: NEIN. Das überhaupt erwartet wird, dass der Kunde wiederkommen muss, ist ein fataler Denkfehler.

Hier gibt es erstaunliche Parallelen zum „das muss ich Ihnen bestellen“ aus dem stationären Buchhandel, dem es bekanntlich miserable geht. Warum sollte ein Kunde erst in die Innenstadt (in den Buchhandel) fahren, zwischen tausenden Bücher zu stöbern, um dann das gewünschte Buch vor Ort zu bestellen – ein oder gleich mehrere Tage warten und dann wieder in die Buchhandlung fahren? Vom Smartphone aus kann ich Medikamente und Bücher jederzeit direkt nach Hause, ins Büro, ins Hotel oder sonst wohin versenden lassen, meist innerhalb von 24 Stunden.

Was sollte der stationäre Handel daraus lernen? Ein langfristiger Schlüssel zum Erfolg liegt in der sichergestellten, sofortigen Verfügbarkeit der angebotenen Produkten oder Dienstleistungen. Allein über diesen Zusatznutzen kann der stationäre Handel seine Existenzberechtigung behalten. Seit nunmehr 7 Jahren befasse ich mich mit Wettbewerbsstrategien mit dem und gegen das Internet, die meisten Apotheken haben Stand Mai 2015 noch immer nicht die geringste Ahnung was in den nächsten Jahren auf sich zukommen wird.

Voll Banane

Der Einzelhandel schafft es immer wieder Dinge zu tun und hervorzubringen, die bei genauer Betrachtung absurd erscheinen. Dass die Grenzen zwischen echtem Mehrwert und unnützem Zeug in unserer konsumorientierten Gesellschaft oft fließend sind, hat Vertriebsprache.org schon diverse Male mit Beispielen belegt. Hier ein erneutes Beispiel aus dem stationären Lebensmitteleinzelhandel:

Bananen in Schale und Folie verpackt-absurd

Quelle: Eigenes Bild

Allein die Aspekte Umweltschutz, Materialverschwendung und fehlende Sinnhaftigkeit müssten hier schon zu einem Aufschrei führen. Die zusätzlichen Kosten für die Verpackung um die natürliche Verpackung sollten als Argument per se schon viel weniger wiegen, dennoch ist doch gerade der Einzelhandel immer an Kosteneinsparungen interessiert, hier gäbe es Potential.

Der Ausdruck Bananenprinzip ist mittlerweile ein stehender sarkastischer Ausdruck für die Idee, ein noch unreifes (sprich: mangelhaftes) Produkt könne beim Verbraucher reifen. Es ist zu wünschen, dass zusätzliche verpackte Bananen schnell aus den Regalen der Lebensmitteleinzelhändler verschwinden und nicht beim Kunden reifen…

NZZ-Produkt Bananen geschält

Quelle: Eigenes Bild

Im Oktober 2014 hielt ich diese Idee noch für einen guten Werbegag, eine Utopie die im tatsächlichen Leben keine Existenzberechtigung hat. Zu dem dazugehörigen Artikel geht es hier.

Leuchtturm stationärer Handel…  

Wenn im online Geschäft Teile von IT-Diensten oder IT-Services nicht oder nur teilweise funktionieren, herrscht in den zuständigen IT-Abteilungen reger Betrieb. Ziel der IT-Verantwortlichen ist es das E-Commerce Portale und Webseiten möglichst immer laufen und vor allem fehlerfrei mit allen Funktionen. Dazu gibt es beispielsweise Verfügbarkeitskennziffern an denen die zuständigen Personen gemessen werden. Schaut man sich die IT-Abteilungen an, so stellt man fest es werden modernste IT-Architekturen eingesetzt, Automatisierungstechnologien kommen zum Einsatz und auch der zentrale Verwaltungs- und Konfigurationsmanagementsysteme werden verwendet. Also hochkomplexe Systeme die dem Anspruch maximaler Verfügbarkeit gerecht werden sollen. Gerade in diesem Zusammenhang lässt sich von einen massiven aufrüsten an Technik und Technologien sprechen. Schließlich bedeutet jeder Nutzer oder Kunde der den Dienst nicht in Anspruch nehmen kann, in der Regel auch einen wirtschaftlichen Schaden. Dabei kann man unterscheiden zwischen direktem Umsatzausfall und einem nicht direkt zurechenbarem Schaden, damit sind Besucher gemeint, die die gewünschten Seiten nicht erreicht haben oder die durch Fehlfunktionen abgehalten oder abgeschreckt wurden, die Services weiter zu nutzen. Messen kann man das in sogenannten Absprungraten. Diese bereitet vielen E-Commerce und Online-Unternehmen echte Sorgen. Ein verschreckter oder abgesprungener Kunde ist für viele schlichtweg nicht zu akzeptieren. Warum auch? Schließlich geht es darum 24 Stunden am Tag an 7 Tagen in der Woche professionell aufzutreten und sich so wenig Ausfall oder Fehler wie eben möglich zu leisten. Davon Profit der Kunde und schlussendlich auch das eigene Unternehmen.

Doch was ist eigentlich wenn im stationären Handel etwas nicht läuft? In etwa so wie hier kürzlich in Hannover, als mich in der Fußgängerzone folgender riesiger Schriftzug über 5-Tage am Stück in unveränderter Form anstrahlte:

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Was kann der stationäre Handel von online Geschäft lernen? Die Antwort heisst, jede Menge! Services müssen laufen, verschreckte oder abgesprungene Kunden sind keine Option! Das gilt für sämtliche Bereiche und somit auch für die hauseigene Lichtwerbung.

Weiterführende Links zu dem Thema Internet versus stationärer Handel finden Sie hier:

1. Der stationäre Shop des Monats

2. Welche stationären Vertriebskonzepte sind zukunftsfähig?

3. Schuhverkäufer

4. Wettbewerbsstrategien mit und gegen das Internet

5. Intersport im Kampf gegen das Internet

6. Online-Handel trifft stationären Handel

7. Stationärer Handel versus Internet

8. Last Minute Shopping pro stationäre Handel

Neulich bei H&M

Jeder der Bekleidung von H&M schon einmal in der Waschmaschine gewaschen hat, muss sich bei diesem aktuellen Plakat des Bekleidungsdiscounter fragen, was denn nun schon wieder mit dieser Botschaft gemeint sein soll?

Quelle: Eigenes Bild

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„Lang lebe die Mode“ steht da und es geht um Mode von H&M – diese steht für vieles, aber für Langlebigkeit? Erst im kleingeschriebenen Text darunter kommt zum Vorschein worum es geht. H&M will seinen Kunden an die Wäsche und zwar an die „aussortierte Wäsche“ vermutlich sind damit die H&M Kleidungsstücke nach dem ersten Waschgang gemeint. Mit der Phrase „Für mehr Nachhaltigkeit in der Mode“ wird auf Selbstverpflichtungen hingewiesen die der Unternehmenschef Karl-Johan Persson, erläutert. Darin ist zu lesen, was H&M alles tut für eine bessere Welt…

Doch das eine Preise-Menge (Discounter) Positionierung und die ursprüngliche Idee von Nachhaltigkeit sich ausschließlichen, wird in diesem Zusammenhang nicht erläutert. Warum bloß? Wird hier vielleicht jemand für dumm verkauft. Eventuell sogar der Kunde?

Vielleicht einfach mal bei H&M nachfragen. 😉

Schuhverkäufer

Der bekannteste Schuhverkäufer der Welt heißt vermutlich Al Bundy, die fiktive Schuhverkäuferfigur aus der US-Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“. Er steht stellvertretend für den nicht erfolgreichen Verkäufer im stationären Einzelhandel. An der Verkäuferrolle die Al Bundy spielt ist ziemlich gut zu sehen, was ein Einzelhandelsverkäufer genau nicht tun sollte.

Vertriebssprache - Schuhverkäufer

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Al Bundy verdient offenbar als TV-Schuhverkäufer verhältnismäßig ordentlich. Doch wie ist eigentlich die  Einkommenssituation für Verkäufer im stationären Einzelhandel in Deutschland? Der Gehaltsspanne für den typischen Einzelhandelsverkäufer liegt je nach Bundesland zwischen netto 913,00 € und im oberen Bereich bei rund 2.626,00 € netto. Neben den regionalen Unterschieden spielt natürlich auch das Alter und die Berufserfahrung eine wichtige Rolle für den Verdienst.*

Gerade die Gruppe der Verkäufer im Einzelhandel gerät zusehends unter Druck, denn der stationäre Handel befindet sich um Umbruch – schließlich schreien immer Frauen vor Glück, weil sie ihre Schuhe im Internet bestellen.

Der stationäre Einzelhandel klagt immer stärker über den Wettwerber Internet. Dabei besteht doch gerade über exzellentes Personal die Möglichkeit sich zu differenzieren. Ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Einzelhandels in Personal und Personalweiterbildung zu investieren. Und das ist noch lange nicht alles was der stationäre Handel tun kann. Sie möchten mehr wissen, kontaktieren Sie mich gerne.

Übrigens wenn sie nach Al Bundy + Schuhe in Suchmaschinen suchen, dann werden Sie feststellen das es eine ganze Reihe Anbieter gibt, die in unterschiedlichsten Schreibweisen dieses Namens online Schuhe verkaufen wollen.

Wettbewerbstrategien mit und gegen das Internet

Spiegel-online berichtet heute ausführlich, darüber das die Umsätze des stationären Einzelhandels massiv zurückgehen:

Stationäre Einzelhandel

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„Der Umsatz des deutschen Einzelhandels ist im September so stark gefallen wie seit mehr als sieben Jahren nicht mehr. Konkret gingen die Einnahmen im Vergleich zum Vormonat um 2,9 Prozent zurück, teilte das Statistische Bundesamt mit. Preisbereinigt fiel das Minus mit 3,2 Prozent sogar noch etwas größer aus. Analysten hatten nur einen Rückgang um 0,9 Prozent erwartet.“ Quelle

Seit mehr als fünf Jahren befasse ich mit der Entwicklung und Gestaltung von Wettbewerbsstrategien mit dem und gegen das Internet. Ich konnte eine Vielzahl von Unternehmen, dabei unterstützen dass Filialgeschäft fit zu machen um im Wettbewerb mit dem Internet dauerhaft zu bestehen. Wie gehe ich mit dem Internet als Wettbewerber um? Antworten liefert das Seminar: “Einzelhandel 2.0 – Wettbewerb mit und gegen das Internet” weitere Informationen zum Seminar gibt es hier.

Ich glaube daran, dass der stationäre Handel eine Zukunft hat und dieser klare Vorteile gegenüber dem Wettbewerber Internet bietet. Wer den Artikel auf Spiegel-online (s. o.) bis zum Ende liest, wird feststellen das die Branchenaussichten gar nicht so schlecht sind: „Im Gesamtjahr erwartet der Branchenverband HDE ein Umsatzplus des deutschen Einzelhandels von rund 1,5 Prozent. Von Januar bis September nahm die Branche bereits 1,8 Prozent mehr ein als im Vorjahreszeitraum.“ Quelle

Trotzdem gilt es für alle Bereiche des stationären Vertriebs sich dem Wettbewerb mit und gegen das Internet zu stellen. Eines steht fest, der Druck auf den stationären Handel wird weiter steigen.

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