Vertriebssprache

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Kategorie: Stationärer Handel vs. Internet (Seite 1 von 2)

Energie aus der Cola-Dose

Und wieder eine neue Dose im Supermarktregel…

Allgemein gilt bei Coca Cola die Devise: unabhängiger von Softdrinks zu werden. Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, brachte der Konzern im Juni 2019 gemeinsam mit Costa Coffee einen eigenen Fertigkaffee auf den Markt. Das Getränk, das in 250ml-Dosen erhältlich sein wird und rund 30 Prozent weniger Zucker enthalten soll als vergleichbare Ready-to-Drink-Kaffees aus dem Kühlregal, ist vorerst lediglich in Großbritannien erhältlich.

Entgegen den Softdrinks-Unabhängigkeitsbestrebungen gibt einen seit rund eineinhalb Monaten ist Coca-Colas eigener Energy-Drink in Deutschland erhältlich. Die Produktbezeichnung lautet „Coca Cola Energy“ und einer zuckerfreien Alternative will der Konzern Red Bull Marktanteile abjagen. Red Bull ist ja schon seit Jahren mit einem Cola Produkt auf dem Markt.

 

Quelle: eigenes Bild

Bislang konnte Coca Cola nie erfolgreich einen eigenen Energy-Drink positionieren. Daher erwarb die Coca Cola Company im Jahr 2015, 16,7 Prozent der Anteile und die weltweiten Vertriebsrechte des Monster-Drinks. Allerdings ist es gemäß Beteiligungsvertrag untersagt, selbst und direkt im Energy-Drink Geschäft tätig zu werden. Da ist Ärger vorprogrammiert, in den nächsten Wochen wird sich entscheiden ob Coca Cola das Produkt vom Markt nehmen muss.

Dabei hat man sich doch gerade mit der Produktabgrenzung und dem Unterscheidungsmerkmal so viele Mühe gemacht. Coca-Cola verzichtet in seinem Wachmacher komplett auf Taurin und setzt stattdessen auf Guarana als Koffeinlieferant.

Interessanter Weise sind Energy-Drinks sind eine der am schnellsten wachsenden Sparten im Getränkeregal. Allein in Deutschland beträgt das Umsatzvolume fast eine Milliarde mit wachsender Tendenz. Das Segment Cola-Getränke dagegen ist seit Jahren rückläufig.

Viel wichtiger hingegen wird zukünftig der Markt für neue Getränke, die sich an die gesundheitsbewusste Zielgruppe Millenials richtet. Das wird die Zuckergetränkebranche massiv unter Druck setzen egal ob Cola oder Energy-Drink.

Wie der Konzern sich neu erfinden will und wird scheint offen. Es gilt das eigene Geschäftsmodell agil und zukunftssicher zu gestalten.

Vergleichende Werbung im Einzelhandel

Vergleichende Werbung in Deutschland ist aufgrund einer EG-Richtlinie seit 2000 erlaubt, hier schönes Beispiel aus früheren Tagen.

Wer Vergleiche zur Konkurrenz ziehen möchte, muss vorsichtig sein. Es gelten die Regelungen des  § 6 vom Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Was in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, hat in den USA lange Tradition.  Das Paradebeispiel der vergleichenden Werbung dort ist Coca Cola versus Pepsi. Seit den 1970er Jahren tauchten der Werbung und in den Kampagnen der beiden Konkurrenten aggressive Vergleiche auf.

Das Unterhaltende und der Spaßfaktor stand dabei oft im Mittelpunkt. Es wurden auch echte Unterschiede zu Wettbewerbern betont. Aktuell macht Lidl in Deutschland mit vergleichender Werbung auf sich aufmerksam.

Quelle: Eigenes Bild

LIDL interpretiert vergleichende Werbung als Möglichkeit zu zeigen, dass Lidl billig ist. Doch Preisführerschaft schafft keinen Mehrwert für den Kunden! Wenn jemand durch Optimierung günstiger verkauft, weil z. B. keine Filialen betrieben werden, kann der Anbieter auf Marge verzichten.  Dies wird in Handelskreisen auch das „Amazonproblem“ genannt.

Heute behauptet Lidl zwar: Lidl lohnt sich – und nicht mehr Lidl ist billig – dennoch ist der kommunizierte Mehrwert für den Kunden in der aktuellen vergleichenden Werbung Lidl ist billiger als Norma (s. o.). Die gesamte Kampagne auch gegenüber Aldi und Edeka zielt darauf, dass Lidl billiger ist.

Ist das der Mehrwert den das Handelsunternehmen Lidl seinen Kunden bietet? Es ist kein Geheimnis, dass E-Commerce die Preise des stationären Einzelhandels problemlos unterbietet. Wie ist Lidl für die Zukunft aufgestellt, was sind die Antworten für den Kunden. Wo entstehen echte Mehrwerte die nur LIDL bieten kann?

Verschläft da gerade das nächste deutsche Handelsunternehmen den digitalen Wandel und wird vom E-Commerce vom Markt gefegt?

 

 

Stationärer Handel vor 25 Jahren – Kaufhäuser

Vor etwa 25 Jahren betrieben die vier wesentlichen Kaufhausgruppen Karstadt, Kaufhof, Hertie und Horten insgesamt noch rund 400 Filialen. Heute sind es 174 Filialen.

Unter dem Druck schwindender Marktanteile schlossen sich im vergangenen Jahr nach langem Ringen die beiden letzten verbliebenen Warenhausunternehmen Kaufhof und Karstadt zusammen.

Mit dem Versprechen, „alles unter einem Dach“ lockten die Warenhäuser einst massenweise Kunden die Filialen. Noch Mitte der siebziger Jahre verfügten Kaufhäuser über einen Marktanteil von 15 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes.

Quelle: eigenes Bild

Der Marktanteil von Galeria Karstadt Kaufhof am Einzelhandelsumsatz heute beträgt weniger als 1 Prozent.

Wie sieht das Konzept bzw. das zukunftsfähige Geschäftsmodell aus?

„Wir sind zusammen deins“ lautet der aktuelle Claim. Aber welcher Mehrwert für den Kunden wird dadurch generiert? Wie sollen Marktanteile gewonnen werden?

Ein Blick auf die www.galeria.de spricht Bände:

Mit Einführung der neuen gemeinsamen Marke wird es sehr attraktive Angebote geben. Das Beste aus beiden Welten wird vereint, so dass Sie sich auf eine noch schönere und inspirierendere Produktauswahl freuen können. Die Sortimentskompetenz wird so noch einmal deutlich optimiert.

Durch die höhere Anzahl der Filialen (über 170) erreichen ca. 80% der deutschen Bevölkerung auf schnellem Wege unsere Warenhäuser. Dies wird auch zukünftig im Hinblick auf die Online- und Filial-Services ein großer Vorteil für Sie sein, da Pakete bald an noch mehr Standorten abgeholt und umgetauscht werden können. Leider ist dies bislang noch nicht unternehmensübergreifend möglich.

Da steht, der Mehrwert für den Kunden ist: 80% der Deutschen können Pakete, die online bestellt wurden, an mehr Standorten abholen!

Wollen wir mal raten wie die Anzahl der Filialen und der Marktanteil mit diesen Ideen in zwei Jahren aussehen wird!?

HEY GALERIA _ AUFWACHEN!

Die Zukunft des Outdoor Handels…

Die gute Nachricht vorab die neue Branchenmesse Outdoor by ISPO in München ist eine gelungene Plattform für die gesamte Outdoor-Industrie. Lange vorbei sind die Zeiten als sich Insider und Spezialisten und später dann gesamte die Branche in Friedrichshafen am Bodensee trafen.

Mittlerweile werden brandaktuelle Themen und Herausforderungen thematisiert, diskutiert und Lösungen angeboten und aufgezeigt. Neben Präsentationsmöglichkeiten für Startups, geht es auch um den Klimawandel und echte umweltverträgliche Outdoor-Produkte (seit der erfolgreichen Greenpeace DETOX Kampagne ein Wunderpunkt in der Industrie).

Auch Blogger und Influencer werden eingeladen und gebucht um Wissen zu teilen, zu inspirieren und Impulse zu geben.

Quelle: eigenes Bild – Blogger Jan R. Bergrath auf der Outdoor 2019

Natürlich ist auf der neuen Outdoor auch Platz für eines meiner persönlichen Lieblingsthemen: Die Zukunft des „Outdoor“ Handels, interessanter Weise getrieben von den in die Krise geratenen Einkaufsverbänden Sport2000 und Intersport.

 

Quelle: eigenes Bild

Viele meiner Ideen um den Handel FIT FÜR DIE ZUKUNFT zum machen findet ihr hier im Blog. Wer mehr wissen möchte speziell für die Outdoor-Branche kann sich gerne bei mir melden: vertriebssprache@strukturwandler.com

 

 

 

 

 

 

Satch sichert Margen für den stationären Handel, bietet Kunden einen Zusatznutzen und bringt Menschen in die Geschäfte

Den Handel treiben gerade viele Fragen um. Vieles dreht sich um die sinkende Frequenz in den Geschäften. Aber auch um sinkende Margen, günstigere Preise von Internet-Händlern und um die richtigen Maßnahmen um neue Mehrwerte für den Kunden zu schaffen.

Welche Rolle die Hersteller von Markenartikeln einnehmen können, zeige ich in diesem Artikel am Beispiel der Marke Satch. Die ist in der Zielgruppe Schüler zur Zeit ziemlich weit vorn. Satch eine Marke des 2010 gegründeten Kölner Taschen und Rucksackhersteller FOND OF GmbH. Das Startup läuft auf einen dreistelligen Millionen Umsatz zu und macht viele Dinge richtig. Hier konzentrieren wir uns darauf, wie der Hersteller den stationären Handel stärkt und nicht zuletzt dadurch einen Preiskampf um die eigenen Produkte verhindert.  

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Quelle: eigenes Bild Satch Produkt von einem Sprayday

Den stationären Handel stärken und die Produkte zu UVP verkaufen. Klingt fast so, wie es früher einmal war. In Zeiten des E-Commerce sind stabile Produktpreise eine riesige Herausforderung.

Was macht dieser Hersteller anders?

Der Händler bekommt einen Eventtag, den sogenannten Sprayday. Keine klassische POS- Maßnahme aus dem Handelsmarketing, sondern ein Tag für die Kunden an dem sie ihre Produkte mit einem persönlichen Graffiti individualisieren lassen können – ohne zusätzliche Kosten!

Das Motto dazu lautet: Macht Euren satch zum Unikat! „Kennt Ihr schon unsere Graffiti-Aktion? Da bringen echte Sprayer Kunst auf Euren satch. Erfahrt wo der nächste satch Spray Day in Eurer Nähe stattfindet!“

Was wird dadurch erreicht?

Der Sprayday schafft:

  • Frequenz im Laden (die Läden sind voll!)
  • erreicht die relevante Zielgruppe
  • es entsteht ein Zusatznutzen für den Käufer (persönliches, individuelles, einzigartiges Graffiti)
  • Upselling Möglichkeiten im Laden
  • die Marke Satch stärkt den stationären Handel und löst den Verteilungspreiskampf
  • kostenfrei für den Kunden (er zahlt den regulären Produktpreis)

Der Sprayday, ein Baustein für den Erfolg des gerade einmal 8 Jahre alten Unternehmens.

Was kann man daraus lernen?

Handelspartner stärken und befähigen ist eine wichtige Aufgabe von Herstellern. Diese wird leider von wenigen verstanden oder wahrgenommen. Nur wer eine klare Handelsstrategie verfolgt, wird als Marke oder Hersteller langfristig erfolgreich sein. Das bedeutet auch Antworten auf die dringlichsten Probleme des Handels zu liefern. (mehr)

 

Peek & Cloppenburg der nächste Dinosaurier im Todeskampf

Zwei Firmen ein Problem und kaum E-Commerce Kompetenz. Seit 2014 steht Peek & Cloppenburg in der „Todesliste des Handels“. Seit gestern füllt das deutsche Handelstraditionsunternehmen die Artikel der Wirtschaftsgazetten. Warum? Filialschließungen, Konsolidierung und Personalabbau sind die aktuellen Themen in Hause P&C. Der Grund ist die Umsätze stagnieren.

Schaut man auf die online Präsenz des Unternehmens, werden viele Problem offenbart.

Peek & Cloppenburg

Quelle: Screenshot www.peek-cloppenburg.de 04.06.2019

Zwei Unternehmen unter einem Namen, ein alter weißer Mann an der Spitze der nicht loslassen kann und „Internet ist Neuland“, da braucht man natürlich kein digitales Kompetenzzentrum im Unternehmen… All das bei einen Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von mehr als 2 Mrd. Euro im Geschäftsjahr.

Das klingt im Jahre 2019 einfach unfassbar. Oder wie der Jurist sagen würde: grob fahrlässig (mehr).

 

Der neue dm Podcast sanft & sicher!

Neue Wege geht die Drogeriemarktkette dm und denkt mal wieder mit. Die hauseigene Marke Sanft & Sicher bisher bekannt für billiges Toilettenpapier, reiht sich nun ein in die Welt der erfolgreichen Podcasts. Mit der Positionierung zwischen Sanft & Sorgfältig und Fest & Flauschig wird die große Lücke zwischen Schulz und Böhmermann nun endlich geschlossen. Weitere Informationen stehen seitens dm gegenwärtig noch nicht zur Verfügung.

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Quelle: eigenes Bild

Achtung hier endet der Ironie-Modus. Handelsmarken werden gerade für den stationären Handel immer wichtiger, um Marge zu erhöhen und sich mit eigenen Produkten zu differenzieren. Selbst reine online-Händler wie z. B. der Internet Herrenausstatter Outfittery optimiert seine Marge mit Eigenmarken. Ist das die Zukunft des Handels? Ein Portfolio von exklusiven Artikeln spezieller Markenhersteller, die nicht überall verfügbar sind und der Preis beim Käufer eine untergeordnete Rolle spielt. Die typischen auf Amazon verfügbaren Produkte eben. Diese als Händler zu verkaufen, ist wohl nicht sehr zukunftsträchtig. Ein Sortiment ergänzt durch einige, hochwertige Handelsmarkenprodukte und abgerundet durch ein Top-Dienstleistungsangebot scheint der Weg zu sein. Klingt fast zu einfach, ist aber ein guter Weg für den Handel.

Wege für den Handel, hier ein paar Ideen in 25 Artikeln:

  1. Handel – handel endlich!
  2. Die 50 am stärksten gefährdetsten Handelsunternehmen in Deutschland
  3. Roboter als Verkaufsberater
  4. Wenn E-commerce Anbieter Filialen eröffnen
  5. MediaMarkt: schwach und Saturn findet keiner mehr geil!
  6. 2019 startet mit einer Helden-Mahlzeit
  7. Der stationäre Shop des Monats
  8. Fachhandel – Schaufensterwerbung – Sonderangebote und kein Vergleichspreis aus dem Internet
  9. Postparkplatz
  10. Die letzten ihrer Art
  11. Leuchtturm stationärer Handel…  
  12. Apothekerpreise und schlechter Service
  13. Mittagspause… Willkommen im stationären Handel
  14. Beratungskasse im Handel – wofür?
  15. Einzelhandel vs. E-Commerce: So wird man Marktführer!
  16. Stationär online-Gutscheine verkaufen
  17. #unverzichtbar?
  18. Welche stationären Vertriebskonzepte sind zukunftsfähig?
  19. Schuhverkäufer
  20. Wettbewerbsstrategien mit und gegen das Internet
  21. Intersport im Kampf gegen das Internet
  22. Online-Handel trifft stationären Handel
  23. Stationärer Handel versus Internet
  24. Last Minute Shopping pro stationäre Handel
  25. Fachhandel HiFi-Stereo, Farbfernsehen und Videostudio METZ

Ihr wollt mehr? Kontaktiert mich direkt: vertriebssprache@strukturwandler.com

 

Fachhandel HiFi-Stereo, Farbfernsehen und Videostudio METZ

Aus Sicht vieler handelt es sich bei einem Fachhändler der z. B. HiFi und Farbfernseher verkauft um ein aus der Zeit gefallen Geschäftsmodell. Viele sind auf der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal und Möglichkeiten der Differenzierung von E-Commerce Unternehmen.

In München gibt es tatsächlich einen METZ Fachhändler der sein Geschäft in der Metzstraße hat. Eine Sache die Kunden i.d.R. einmal hören müssen: METZ = Metzstraße und schon ist das stationäre Ladenlokal geografisch im Kopf potentieller Kunden verankert.  20190509_153558

Quelle: eigenes Bild METZ in der Metzstraße München

Erstaunlich ist hier, dass der Händler die Möglichkeiten nicht einmal in Betracht zieht geschweige denn nutzt. Sucht man in diversen Suchmaschinen nach Metz, Metzstraße, München. Werden künftig vermutlich mehr Menschen auf diesem Blogartikel laden anstelle bei dem Fachhändler direkt.

Manchmal ist Positionierung sooooo einfach, man muss es halt machen. 😉 Vielleicht sind auch die Themen Farbfernsehen und HiFi auch ein Hinweis darauf das eigene Geschäftsmodell zu überdenken und agiler zu gestalten. Wenn es dann doch nicht so weiter geht wie bisher, sind am Ende vermutlich „das Internet“ und „der Preis“ Schuld.

Liebe stationäre Händler bzw. Fachhändler macht es euch bitte nicht zu einfach. Wir stecken mitten in der vierten industriellen Revolution, die geht uns alle an.

 

MediaMarkt: schwach und Saturn findet keiner mehr geil!

Lasst euch nicht verarschen, vor allem nicht von Ceconomy. Das Handel heute anders funktioniert, dass sollte inzwischen in sämtlichen Einkaufszentren, Fußgängerzonen und Gewerbegebieten angekommen sein. Ist es leider noch immer nicht.

Doch warum tun sich Unternehmen wie Ceconomy so unglaublich schwer, dass eigene Geschäftsmodell zukunftssicher zu gestalten?

So schreibt Handelsblatt online schreibt heute: „Diese Baustellen gefährden die Sanierung von Media Markt und Saturn. Internes Kompetenzgerangel, Zoff mit den Anteilseignern und eine sinkende Profitabilität erschweren den Neuanfang bei der Muttergesellschaft von Media Markt und Saturn.

Doch der Kern des Problems wird in dem Artikel nicht herausgearbeitet. Wer rund 20 Jahre lang behauptet, der Billigste zu sein und es wegen bessere Geschäftsmodelle im E-Commerce nicht mehr ist, hat sein Vertrauen beim Kunden verspielt. So einfach ist die Situation!

Die SATURN und MEDIA MARKT Misere in einem Bild:

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Quelle: eigene Zusammenstellung

Hier die Baustellen:

  1. Vertrauen weg – Kunden weg!
  2. Schwaches und unterbezahltes Personal
  3. Niedrige Margen
  4. Hohe Preisdruck
  5. Abnehmende Frequenz in den Filiale
  6. Mehrwerte für den Kunden (Billigster stimmt nicht)?
  7. Zusätzliche Services

Doch was wirklich fehlt ist die Mission! Die Antwort auf das WHY in Sinne des Simon O. Sinek

Amazon, Zalando und Co. haben Angst vor Instagram Shopping!

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Quelle: eigenes Bild

Das Verkaufen auf Instagram ist nur ein paar Klicks entfernt. Diese Art von Online-Handel läuft auf sozialen Netzwerken unter dem Stichwort „Inspirational Shopping“. Auf Instagram kann man bald nicht mehr nur Fotos hochladen: Die Plattform arbeitet an einer Bezahlfunktion und wird damit zur unliebsamen Konkurrenz für Händler wie Amazon, Zalando und andere.

Die Kunden werden von die Bildern der Influence inspiriert, dann stehen ganze Outfits oder Kombinationen von Produkten direkt zur Auswahl. Keine Suche über Suchmaschinen oder aufrufen eines Onlineshop. Die Suche nach Inspiration im Netz ist momentan einer der stärksten Treiber, er hat unbekannte Jungs und Mädchen in kürzester Zeit zu Stars gemacht, weil sie besondere Kleidungsstile prägen und auf Instagram zu Stilikonen geworden sind. Manche verdienen damit Millionen, nicht wenige überfluten ihre Follower mit Werbung, die inzwischen Kennzeichnungspflichtig ist.

“Ich war überrascht, wie schnell und einfach es war, bei Instagram zu verkaufen. Ich musste nur Bilder in meinem Instagram-Feed taggen“, dieser Satz hat viel disruptives Potential. Da sind in den letzten Jahren neue und inzwischen riesige E-Commerce unternehmen entstanden und schon stellt ein soziales, auf Fotos basierendes Netzwerk deren Existenz infrage. Doch warum? Auf Instagram erreichen Sie eine Milliarde Instagram-User, die an Produkten „wie Ihrem“ interessiert sind, durch Instagram-Posts. In wenigen Minuten verkaufen Sie alles von Kleidung bis zu Antikmöbeln. Ganz ohne Google-Traffic einfach vom Bild zum Warenkorb. One click shopping aus der Emotion.

 

Die 50 am stärksten gefährdetsten Handelsunternehmen in Deutschland

Mittlerweile ist es mehr als fünf Jahre her, dass Wieselhubers Todesliste des stationären Handels im Jahre 2014 veröffentlicht wurde. Momentan steht der Einzelhändler real im medialen Fokus, viele weitere stecken in der Krise und einige Namen auf der Liste sind verschwunden.

todesliste des handelsWarum haben so viele immer noch nicht verstanden, dass die Spielregeln sich komplett verändert haben und die Verteilung und Verbreitung von Produkten allein keinen echten Mehrwert mehr bietet? Der Handel als Gatekeeper (Nadelöhr) der seinen Vorteile durch mangelnde Markttransparenz gegenüber dem Kunden ausspielen kann, ist nicht zukunftsfähig. Soweit, so klar! Fünf Jahre und wo stehen heute z.B. die Einkaufsverbände, Vedes, Sport2000 oder Intersport? Früher hieß es, der Gewinn liegt im Einkauf. Die Zukunft gehört dem, der Mehrwert generiert. Noch ist Zeit zu HANDELN!

 

 

Wenn E-commerce Anbieter Filialen eröffnen

Der Anbieter www.21run.com hat sich auf die Trendsportart „Running“ bzw. Laufen spezialisiert. Im letzten Jahr 2018 wurde versucht den online-shop auch in eine Filialwelt zu überführen. Ein Schritt in Richtung hybrider Händler, der sowohl „online“ als auch „offline“, sprich stationärer Händler verfügbar ist. Expansionen dieser Art kennen wir in erster Linie andersherum. Stationäre Händler haben in den letzten Jahren eher versucht stärker zum online-Händler zu werden.

Spätestens seit Zalando begonnen hat auch stationär aktiv zu werden, gibt es immer wieder Bestrebungen von online-Anbietern auch stationär zu wachsen. Auffallend ist, dass sich online-Anbieter mittlerweile sehr schwer tun stationär Fuß zu fassen.

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Quelle: eigenes Bild

So auch 21run.com, nach wenigen Monaten ist der Münchner Standort bereits wieder geschlossen. Gilt hier etwa das alte Sprichwort: Schuster, Schuster bleib bei deinen Leisten?

Es zeigt viel mehr wie anspruchsvoll das Thema stationärer Vertrieb ist und auch von e-commerce Unternehmen unterschätzt wird. Ohne neue Wege, wie z.B. Location based Marketing oder konkrete Maßnahmen um online Kunden gezielt in die stationären Shops zu bekommen offenkundig ein schwieriges Unterfangen. Inzwischen ist der Hybride-Kunde / Hybridcustomer Realität. Um den zu erreichen, genügt es nicht mal eben einen Laden in der Innenstadt zu eröffnen. Merkwürdig, dass e-commerce Anbieter, deren Geschäftsmodelle von Daten leben, keine datenbasierten stationären Shops vorantreiben.

Ausverkauft heißt ausverkauft!

Auf den ersten Blick erscheint es fast unmöglich, dass im digitalen Zeitalter Warenbestände und Absatzmengen nicht richtig eingeschätzt werden können. Trotz Einsatz von künstlicher Intelligenz ist es noch immer ein große Herausforderung die Nachfrage an Produkten oder Dienstleistungen zu einem bestimmten Zeitpunkt vorher-zubestimmen.

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Eigenes Bild

Ist ein Artikel nicht vorrätig, führt das bei Kunden zu Unzufriedenheit und Unverständnis. Denn als absoluter Mehrwert, gerade des stationären Handels, gilt die Verfügbarkeit von Ware. Muss der Händler erst bestellen, hätte der Kunde ja direkt zum Smartphone greifen können und online bestellen. Das hätte ihm Zeit und Aufwand erspart. Für den Kunden also ein absolut negatives Einkaufserlebnis.

Bedarfantizipieren heißt das Zauberwort. Nicht unbedingt das volle Sortiment kann eine Lösung für den stationären Handel sein, sondern das „Richtige“. Denn wenn es zu oft heißt AUSVERKAUFT hat es sich für den Händler bald „aus Verkauft“. Schlicht weil Kunden heute i.d.R. nicht mehr bereits sind für einzelne Artikel mehrere Wege zurückzulegen.

 

Eine Handelsmarke aus Matrix

„Nimm die blaue Pille – die Geschichte endet, du wachst in deinem Bett auf und glaubst, was du auch immer glauben willst. Nimm die rote Pille…“ Dies ist wohl einer der bekanntesten Sätze aus der Matrix-Trilologie, welcher sich an Neo, den Hauptdarsteller  richtet. Aber was hat das alles mit Keksen zu tun?

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Quelle: eigenes Bild

… NICHTS!

Oreo ist eine Kekssorte des US-amerikanischen Unternehmens Nabisco (einer Tochtergesellschaft von Mondelez) und kam 1912 auf den Markt und genießt seit vielen  Jahren „KULTSTATUS“. Hier ein Beispiel:

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Quelle: Twitter.com

LIDL fällt nichts besseres ein als die Marke zu kopieren und NEO zu nennen. Ich gebe einen von fünf Sternen. Warum? Weil man bei einer Bewertung im Netz immer mindestens einen Stern vergeben muss. 😉

 

Überstundenabbau

Warum nicht mal einfach 5 Tage den Laden zumachen, pünktlich zum Jahresanfang müssen Überstunden abgebaut werden. Schnell noch ein Schild mit Kreide beschriften und den Kunden vor geschlossener Tür stehen lassen. Klingt absurd?

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Quelle: eigenes Bild

Realität in einer Münchner Metzgerei, einem Inhaber geführten Familienbetrieb. Überstunden ausbezahlen und stattdessen Kundenservice an den ersten fünf Tagen des Jahres? Fehlanzeige. Aber Bitte keine Beschwerden wenn Kunden abwandern.

Warentrenner, Warentrennstab, Warentrennbalken oder Kassentrennstab

Wenn Warentrenner, dann aber bitte nicht mit irgendwelcher Werbung, sondern mit Weihnachtsdekoration. Das macht den Kassenbereich ja gleich auch viel schöner. Eine Innovation des stationären Einzelhandels. 😉

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Quelle: eigenes Bild

Aber bitte nur bis zum 6. Januar! 😉

 

 

2019 startet mit einer Helden-Mahlzeit

Das Jahr 2019 ist gerade zwei Tage alt, also zunächst einmal allen Lesern ein FROHES NEUES JAHR.

Pünktlich zum Jahresauftakt möchte ich euch mit einem neuen Produkt für echte Helden bekannt machen. Wahlweise mit Lachs- oder HANFöl selbstredend ohne chemische Zusätze. Das Produkt ist eben nicht für jeden Gedacht, der Name allein verrät schon die Zielgruppe: Helden! 

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Quelle: eigenes Bild

Die Helden sind Hunde, ja Hunde. Aber wer steckt dahinter? Die Drogeriemarktkette dm hat ein Segment mit einer Eigenmarke neu definiert und gestaltet. Dabei versucht sie sich auf neuen Wegen, dass Segment Tierfutter insbesondere Hundefutter neu aufzulegen. Dies wird seit einigen Jahren von dem E-Commerce Unternehmen zooplus dominiert und setzt den stationären Vertrieb von Tierfutter unter Druck. Hier antwortet dm mit cleverem Marketing und hoher Marge, da es sich um eine eigene Produktreihe handelt. Mehr Infos zur Heldenmahlzeit findet ihr hier.

Profis tragen Miettextilien!

Ist das hier der Vorläufer eines neuen Abo-Geschäftsmodelles? Zalando, Outfittery und Co. zieht euch warm an. Die Berufsbekleidungsindustrie macht es vor mit Miettextilien. Aber das ist nur der Anfang, künftig können wir uns auf die Kleidungsflaterate freuen, das neue Abo-Geschäftsmodell.

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Quelle: eigenes Bild

Für 19,99 € im Monat all you can wear! …

Roboter als Verkaufsberater

Es gibt sie schon… #roboter als Verkaufsberater. Doch wann stehen Sie denn tatsächlich im stationären Handel und stürzen sich auf die Kunden?

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Quelle: eigenes Bild

Der stationäre Handel kämpft gegen e-commerce Anbieter zum Teil uns Überleben. Früher waren es die großen Handelsketten, die den Fachhandel aus den Städten verdrängt haben. Heute sind es die großen Handelsunternehmen, die es schwer haben im Wettbewerb mit amazon und die üblichen Verdächtigen. Momentan deutet einiges darauf hin, dass die MediaMarktSaturn Retail Group die größte Elektronik-Fachmarktkette Europas, ihre Marke Saturn einstampfen wird und die ertragstärksten Märke in MediaMarkt umwandelt.

Um die Situation im stationären Handel in den Filialen zu verbessern, ist auch das Thema Kostenreduktion in den Fokus gerückt. Insbesondere geht es um die  Personalkosten in den Filialen. Daher werden wir künftig auch Service-Roboter im stationären Handel antreffen. Denn die Roboter erhalten keinen Stundenlohn, sind immer freundlich, haben keine Krankentage, brauchen keine Mitarbeitertoiletten, müssen nicht in die Mittagspause oder die Kantine…

Postparkplatz

Ein Nachteil des stationären Filialvertriebs sind häufig die Parkmöglichkeiten. Können Kunden nicht direkt in der Nähe zum Ladenlokal parken, wirkt sich das auf die Zahl der Menschen die den Laden besuchen negativ aus.

Deshalb ist es positiv hervorzuheben, wenn den Kunden kostenfreie Parkplätze zur Verfügung gestellt werden. Dies ist gerade bei innerstädtischen Filialen der Deutschen Post eine echte Seltenheit.

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Quelle: eigenes Bild

In diesem Beispiel werden Kundenparkplätze von mehreren stationären Geschäften gemeinsam unterhalten von einer Postfiliale und einem Blumengeschäft. Soll heißen ein einzelnen Parkplatz hat gleich mehrere Beschriftungen. Auf den ersten Blick scheint es auch nachvollziehbar die Parkdauer zeitlich zu befristen, denn es sollen ja durch die Parkplätze mehr Kunden in die Läden kommen. Das funktioniert natürlich dann besonders gut, wenn die Parkplätze möglichst kurz besetzt sind.

Doch die Post räumt eine Parkzeit von maximal 15 Minuten ein und der Florist maximal 30 Minuten. Erfahrungsgemäß dauert der Aufenthalt in einer Postfiliale länger als der beim Floristen. Die Post ist für vieles bekannt, aber sicher nicht für die Schnelligkeit der Mitarbeiter in den Filialen.

Wenn sich ein Kunde nun entscheidet beiden Geschäfte zu besuchen, wie lange darf er dann eigentlich parken? Vielleicht 15 Minuten, 30 Minuten oder gar 45 Minuten?

 

Fachhandel – Schaufensterwerbung – Sonderangebote und kein Vergleichspreis aus dem Internet

Schaufenster hatten mal die Aufgabe Kunden ins Geschäft zu locken z. B. durch die Präsentation von Sonderangeboten. Sieht ein Kunde heute ein Preisangebot wird meist zum Smartphone gegriffen und der Preis vergleichen.

Hier ein Beispiel: Aktion Rolle Putzpapier 3,95 € inkl. MwSt.

Die Verkaufsargumente des Herstellers Prosol lauten: nassfest, saugstark, fusselarm, blau, 2-lagig, 500 Abrisse a 19,5 cm. Zudem handelt es sich aus der Sicht des Herstellers um ein Wischtuch in blau und nicht um eine Rolle Putzpapier.

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Quelle: eigenes Bild

Bei diesem Angebot ist interessanter Weise weder eine Google-Shopping noch eine Amazon Recherche erfolgreich und das Produkt ist somit nicht vergleichbar. Hier spielt der stationäre Fachhandel einen echten Vorteil aus, ein Spezialprodukt das exklusiv verfügbar ist und für seine Zielgruppe wichtig ist, wird zum Mehrwert und Differenzierungsmerkmal.

Hundeleben mit Wachstumspotential

Ein neues, nicht digitales und stationäres Konzept mit Potential zur Kette. Der Hundesalon: Ich sehe schon die 19,99 € Flaterate für den Hund – All you can Hund 24/7.

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Quelle: eigenes Bild

Fitness für den Hund, Bio-Ernährung für den Hund, Waschen – Schneiden -Fönen, Hundemassage… Möglichkeiten ohne Ende. An alle Gründer, Investoren und Business Angel – los jetzt seid die ersten mit der Kette „auf den Hund gekommen“, McHUND, oder DogX. Nutzt das Potential diese Geschäftsidee und startet durch. Fragen? Ich helfe gerne beim Aufbau der größten Hundesalon-Kette der Welt. 🙂

 

Die letzten ihrer Art

Nur 7,99 € kosten unlimitierte Flaterate Video-on-demand Angebote im Monat bei Netflix, Amazon Prime Video und anderen. Die Streaminganbieter haben mit der Möglichkeit des Überallschauenswann immer der Kunde möchteund so viel er will den Markt revolutioniert. In den letzten 15 Jahren sind Videotheken Stück für Stück aus unseren Stadtbildern nahezu verschwunden. Die wenigen, die es noch gibt zählen zu den letzten ihrer Art und kämpfen um das Überleben.

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Quelle: eigenes Bild

Diese Videothek bietet einen Film ab 1,00 € pro Tag an. Die Rechnung gegenüber dem 7,99 € Flaterate-Angebot ist denkbar einfach. Bei 8 Filmen pro Monat entstehen auf den ersten Blick die gleichen Kosten, allerdings sind die Aufwände für das Abholen und Zurückbringen nicht berücksichtigt. Zudem muss der Film innerhalb von 24 Stunden geschaut werden, damit es nicht teurer wird. Die Nachteile der Videothek, wie zeitliche Limitierung und Hin- und Zurückbringen liegen auf der Hand.

Mittlerweile sind die Streaming-Dienste auch ein echte Gefahr für das klassische TV. Nicht nur wegen der oben aufgeführten Flexibilität für den Konsumenten, diese wird inzwischen auch durch Mediatheken der TV-Sender angeboten. Allerdings schaffen es die Streaming-Dienste auch einige hochwertige Produktionen auf den Markt zu bringen, die überaus erfolgreich sind. Somit positionieren sie sich in der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion bis zum Konsumenten. Zur Refinanzierung müssen Filme oder Serien dabei nicht mit lästigen Werbeunterbrechungen zerstückelt werden. Wie dies bei TV Ausstrahlungen i.d.R. der Fall ist (abgesehen von öffentlich-rechtlichen Produktionen).

Solange es TV-Sendern, insbesondere denen im deutschsprachigen Raum, nicht gelingt hochwertige und gute Produktionen zu liefern und damit Maßstäbe zu setzen, werden wir auch hier in den nächsten Jahren eine massive Marktbereinigung sehen.

 

Handel – handel endlich!

Der liebe stationäre Handel tut sich schwer gegen Online-Anbieter. Die großen Online-Anbieter wie z. B. Amazon verdienen in Deutschland viel Geld, aber Dank komplexer Firmengeflechte mit Tochterunternehmen zahlen diese Unternehmen in Deutschland nahezu keine Steuern. Da die eingenommen Gelder im Falle Amazon in Luxemburg zu einem Bruchteil versteuert werden. Somit schadet jede Bestellung z. B. bei Amazon einmal unmittelbar Lokal, da der Umsatz für die stationären Händler verloren ist und zusätzlich mittelfristig der Kommune, dem Land und dem Bund, da diese nicht in Form von Steuern an den Unternehmensgewinnen beteiligt sind. Wollen wir das? Ist den meisten Online-Kunden das klar? Mit jedem Händler der schließt gehen Arbeitsplätze verloren, die sich nicht ohne Weiteres ersetzen lassen. Schlecht verdienende Paketdienstfahrer, die ständig im Stress sind die online Pakete zuzustellen, gibt es schon genug. Auch bei weiter steigendem Paketzustellungsbedarf werden in keinem Fall dort ausreichend Arbeitsplätze entstehen um die Menschen aus dem stationären Handel mit neuen Jobs zu versorgen. Zumal der nächste Schritt die automatisierte Zustellung der Pakete mit Drohnen oder selbstfahrenden Fahrzeugen sein wird. So wird es wieder billiger da Personalkosten wegfallen, die Gewinne der Online-Händler steigen und am Ende haben weniger Menschen einen Arbeitsplatz. Woher sollen die Menschen ohne Arbeitsplatz dann eigentlich das Geld nehmen und online zu bestellen?

Was wird eigentlich künftig mit den vielen freiwerdenden Handelsflächen in unseren Städten? Welche Folgen hat dieser Wandel für Innenstädte, Mittelzentren oder klassische Einkaufszentren? Vielleicht einfach mal kurz darüber nachdenken und dann einfach mal nicht im Netz bestellen… auch wenn es so praktisch ist.

Mehr zu dem Thema stationärer Handel versus E-Commerce hier!

#unverzichtbar?

Unsere Apotheken, eine staatlich geschützte Institution, machen sich Sorgen ob Sie tatsächlich einen Mehrwert für den Kunden bieten. Das ist im übrigen in der Regel genauso wenig der Fall wie z. B. im stationären Buchhandel. Doch anstatt Mehrwerte zu schaffen und sich neu zu erfinden, wird erstmal eine Kampagne #unverzichtbar aufgelegt. „Ich will die Apotheke vor Ort und nicht irgendwo“, werd soll eigentlich dieser ich sein? Das erinnert doch irgendwie an die Kampagne der untergegangenen Drogeriemarkt Kette Schlecker: For you vor Ort. Die Kampagne wurde komplett verrissen, da Sie komplett an der Zielgruppe vorbei ging und kurz Zeit später gab es Schlecker nicht mehr. Das wir den Apotheken wohl nicht so schnell blühen, dennoch wären auf den Kunden zielende wertschätzende Maßnahmen wohl besser, als eine solche Kampagne.

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Das liebe Internet bereitet den Apothekern schlaflose Nächte… nach die Motto die Kunden haben gefälligst in den Laden zu kommen.

Wettbewerbsfähigkeit von stationären Apotheken

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Lieber Apothekerinnen und Apotheker, nutzt doch einfach die Zeit während der Nacht und überdenkt eure Positionierung und hinterfragt, wie ihr euch besser auf die Kunden ausrichten könnt. Allein in diesen Blog hier findet ihr dazu jede Menge Idee. Wenn es jetzt in eurem Segment echten Wettbewerb gäbe wäre die Situation wohl noch schwierige für euch… übrigens die Domain www.apozone.de ist noch frei! 😉

 

 

 

 

Cross-Selling beim Bäcker

Alles? Oder kommt noch etwas dazu? Dann nehme ich noch das handgeformte Ultra-Bio-Vital-Brot ohne Gluten und Laktose… und die Edeka-Handelsmarken Grillkohle für 4,99 €

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Cross-Selling mit Aktionsständen oder Sonderverkaufsflächen sind ja schon lange fester Bestandteil des stationären Einzelhandels. Besonders häufig finden wir sie im Lebensmitteleinzelhandel. Da Bandbreite and Cross-Selling reicht von Osterflächen, über Oktoberfest bis hin zum Grillen. Auf diesen Flächen sind typischerweise verschiedenste Produkte, die normalweiser nur an unterschiedlichen Standorten und Regalen im Geschäft zu finden sind, zusammengestellt und der Kunde kann z. B. Grillwürste, Kräuterbutter und verschiedene Soßen gleich in den Einkaufswagen legen ohne weitere Strecken dafür laufen zu müssen. Praktisch und einfach. Meist ist die Cross-Serling Auswahl auf wenige Hersteller eingeschränkt und häufig stehen nur höherpreisige Dinge zusammen. Der Kunde soll also nicht vergleichen, sondern einfach mitnehmen, weil es so praktisch und er sich die Zeit zum zusammenstellen spart.

Welche Synergien oder Cross-Selling Potential erhofft sich ein Bäcker von Grillkohle der Handelsmarke Edeka beim Brotkauf? In einer Metzgerei ist der Kunden tendenziell näher bei Grillen als beim Bäcker. Die Grillkohle ist bei Edeka für 2,99 € zu haben in der Bäckerei für 4,99 €… Kräuterbutter gibt es aber leider nicht.

Öffnungszeiten sind überwertet

Wer hat schon einmal Nachts etwas im Internet bestellt? Das ist bequem, einfach und geht immer. Aber wie lange hat noch mal das Schreibwarengeschäft an der Ecke offen? Und am Samstag? Man kann es den Kunden auch richtig leicht machen. Hier ein offenbar nicht ganz ernst gemeintes Öffnungszeitenschild.

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Wenn Schmuck Schuhe verkauft

Oft tragen inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte den Namen des Inhabers, dass ist einfach und praktisch glauben viele. Die Drogerie Rossmann trägt ja auch den Namen von Dirk Rossmann.

Der eigene Name oder die Bedeutung des Namens werden dabei in den wenigsten Fällen hinterfragt. Gut, Dirk Rossmann hat gleich eine Figur – den Ross-Mann – zur Bildmarke gemacht.

Metzgerei Schmidt oder Bäckerei Müller sind Beispiele für eine gute Verbindung des eigenen Namens und des Geschäftes oder Geschäftszweiges. Die Bedeutung und die Positionierung sind hier klar.

Schwierig wird es, wenn der Name mit dem Geschäftszweck gar nichts zu tun hat. Hier ein Beispiel das Interessenten und potentielle Kunden zumindest beim Erstkontakt verwirrt.

Was verkauft dieser Einzelhändler?

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Status Quo staatlich geschützter Einzelhandel

Immer mehr stationäre Handels- und Vertriebskonzepte stehen auf dem Prüfstand. Durch das Internet als Wettbewerber geraten viele traditionelle und etablierte Konzepte unter Druck. Sicher ist, der Handlungsdruck wird in den Jahren weiter steigen. Nur wer sich dem Wettbewerb stellt und dem Kunden einen dauerhaften Zusatznutzen bietet, hat eine Berechtigung am Markt. Die übrigen werden früher oder später verschwinden.

Manche stationäre Handelskonzepte wähnen sich in Sicherheit, da sie von den regulären Marktbedingungen durch bestimmte Gesetze und Regeln ausgenommen sind. Dazu zählen beispielsweise Apotheken. Häufig existieren sie in einer Art Symbiose mit diversen Arztpraxen und sie liegen zufälligerweise direkt nebenan. Das Kalkül geht in den meisten Fällen auf, Patienten die mit dem Rezept in der Hand die Arztpraxis verlassen, stehen direkt vor oder gleich in der Apotheke. Mit dem besonderen „Geschmäckle“, dass Apotheken aus der Tatsache heraus, dass Sie verschreibungspflichtige Medikamente führen, staatlich „geschützt“ sind. Protegierter Einzelhandel, quasi.

Nun gibt es genau zwei Möglichkeiten, erstens der Kunde bekommt sein Medikament sofort oder eben nicht. Dabei spielt die Farbe des Rezeptes rosa, weiß oder blau erstaunlicherweise keine Rolle. Also auch der Privatpatient muss warten, falls die Apotheke das Medikament nicht da hat. Nach meiner Auffassung wird die „direkte Nichtverfügbarkeit“ eine Art Normalzustand in vielen Apotheken.

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Die Kommunikation mit dem Kunden verläuft in der Mehrheit der Fälle immer gleich, der oder Mitarbeiter tippt am Computer herum und dann:

  1. Apotheke: „Hmmm das Medikament habe ich leider gerade nicht da!“
  2. Apotheke: „Bis heute Mittag/Abend habe ich das Medikament hier“
  3. Apotheke: „Soll ich es Ihnen bestellen?“
    4a.) Kunde: Ne, ich brauche das jetzt…
    Apotheke: “Tut mir leid, da kann ich nichts machen…“
    4b.) Kunde: Ja, bitte.
    Apotheke: „Hier ihr Abholschein“

Wer zahlt eigentlich für „das muss ich Ihnen bestellen“? Wie selbstverständlich erwartet der Dienstleister, also die Apotheke, dass der Kunde noch einmal kommt und die Bestellung abzuholen. Wenn der Hausarzt direkt um die Ecke sitzt, sind die Aufwände für den Kunden überschaubar. Doch ist dieser Ansatz überhaupt noch zeitgemäß. Wer hat denn die entsprechenden Fachärzte direkt in seiner Umgebung? Ist es das Problem des Kunden, dass der Dienstleister Apotheke etwas nicht vorrätig hat? Ich meine: NEIN. Das überhaupt erwartet wird, dass der Kunde wiederkommen muss, ist ein fataler Denkfehler.

Hier gibt es erstaunliche Parallelen zum „das muss ich Ihnen bestellen“ aus dem stationären Buchhandel, dem es bekanntlich miserable geht. Warum sollte ein Kunde erst in die Innenstadt (in den Buchhandel) fahren, zwischen tausenden Bücher zu stöbern, um dann das gewünschte Buch vor Ort zu bestellen – ein oder gleich mehrere Tage warten und dann wieder in die Buchhandlung fahren? Vom Smartphone aus kann ich Medikamente und Bücher jederzeit direkt nach Hause, ins Büro, ins Hotel oder sonst wohin versenden lassen, meist innerhalb von 24 Stunden.

Was sollte der stationäre Handel daraus lernen? Ein langfristiger Schlüssel zum Erfolg liegt in der sichergestellten, sofortigen Verfügbarkeit der angebotenen Produkten oder Dienstleistungen. Allein über diesen Zusatznutzen kann der stationäre Handel seine Existenzberechtigung behalten. Seit nunmehr 9 Jahren befasse ich mich mit Wettbewerbsstrategien mit dem und gegen das Internet, die meisten Apotheken haben Stand April noch immer nicht die geringste Ahnung was in den nächsten Jahren auf sich zukommen wird.

Panik im Outdoor-Business

Hilfe die Welt geht unter! Vorräte und Trinkwasser sind entscheiden. Der Neustart der Welt, kann jeden Moment beginnen… Bereite dich vor! Hier die 99 wichtigsten Tipps… für nur 9,99 €, exakt in dieser Anmutung präsentieren sich u.a. die Bücher auf dem obigen Bild.

Nun in einer Buchhandlung wären diese Titel im Rahmen eines Gesamtsortimentes wahrscheinlich gar nicht so ungewöhnlich. Das Besondere hier ist ein Spezialist für Outdoor-Ausstattung bietet diese Bücher an. Zwischen Reiseführern, Reiseliteratur allgemein und Bildbänden befindet sich an prominenter Steller eine nicht gerade kleine Auswahl an… „DIE WELT GEHT UNTER – WIR WERDEN ALLE STERBEN“ – Büchern.

Neulich im Outdoorfachhandel-Globetrotter

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Soll das etwa bedeuteten, dass mehr Zelte und Outdoorausrüstung (Überlebensausrüstung) verkauft wird, wenn ein passendes Angstszenario mitgeliefert wird? Und warum muss ich gerade an den Zusammenhang zwischen Giftgas und verkauften Gasmasken denken? Was ist eigentlich mit meiner Lebensversicherung??? Oh nein, ich habe gar keinen Waffenschein…

Mehr Angst = mehr Umsatz? Dieses Vertriebsmodell ist aus einigen Branchen bekannt, in der Outdoor-Branche ist es mir bislang nicht aufgefallen. Es ging in der Regel um positive Erlebniswelten, Abenteuer, Entdeckung und darum sich auf die unberührte Natur zu besinnen. Vor wenigen Wochen hat Greenpeace in seiner DETOX Kampagne diese vermeintlichen Marketingwelten auf erschreckende Art und Weise aufgelöst und auf massive Probleme mit Chemikalien bei der Produktion von Outdoor-Bekleidung hingewiesen.

Am Ende des Tages ist es auch für einen stationären Outdoor-Händler überlebenswichtig, dass die Umsätze und Margen stimmen. Also nur wenn Kunden die Produkte kaufen, wird der Händler sie weiter anbieten – der Kunde hat also jede Menge Möglichkeiten schlechte, schädliche oder unnütze Produkte zu verbannen. Der Trick ist sich einfach nur keine Angst machen lassen, nicht in Panik zu geraten und einfach nicht kaufen.

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