Wer hat die KOKOSDOSE beschriftet?

Diese Dose mit einem leckerem Kokosgetränk stammt aus Thailand, sie gibt es in in vielen Regionen in Südostasien zu kaufen. Der zunächst vorbildlichen internationalen Produktbeschreibung ist jedoch bei genauer Betrachtung nicht ganz zu trauen. Das gilt im übrigen für fast alle Sprachen auf der Dose. Beschränken wir uns hier auf den deutschen Text:

„KOKOSSAFT mit Fruchtfleisch
Zutaten: kokossaft, kokosfleisch, Wasser, Suiker, Natriummetabisulphit (E223)
Mindesten Haltbar Bis: siehe Boden“ 

Warum ist es offenkundig so schwierig, solch einen Text korrekt auf ein Produkt zu drucken, welches täglich tausendfach hergestellt wird??? Und welchen Zweck erfüllt die Beschriftung dann eigentlich?

Mit getrenntem Altpapier wird es leichter

Die Werbeaussagen von Unternehmen sind oft langweilig und beliebig. Häufig sind sie austauschbar, doch in besonderen Situationen bekommen sie manchmal die „fehlende Würze“.

„Trenne Altpapier und zeig dich von deiner besten Seite“ heißt es hier auf dem Plakat der AWM (Abfallwirtschaftsbetrieb München). „Herr Wachtmeister, also dass Altpapier habe ich getrennt… aber dann wollte ich rüber auf die beste Seite… zum Parken.“

Müllauto in München

Quelle: Eigenes Bild

Da zeigt sich die AWM (Abfallwirtschaftsbetrieb München) von ihrer BESTEN SEITE und wer räumt die ganze Erde wieder weg und macht dann sauber?

Danke für den Keks… Warum den Kunden nicht einfach mal beleidigen? :-)

Humor oder Verarschung? Diese Frage drängt sich bei dem folgenden Produkt auf. Da schmeckt der Keks zum Kaffee doch besonders gut. 🙂

Vormachen-Nachmachen

„Machen Sie sich nichts vor – Ihnen macht sowieso keiner was nach!“ Ist das nun gutes oder schlechtes Marketing? Diese Frage ist schnell beantwortet, um welchen Gebäckhersteller handelt es sich? Antwort: Nicht zu erkennen! Wie schaut es mit der Wiedererkennung der Marke aus? Antwort: Welche Marke? Sonst ein Hinweis auf die Identität des Produktes… Fehlanzeige. Es handelt sich um eine ungewöhnliche und auch kreative Idee allerdings ist die Umsetzung stümperhaft. Somit ist es leider ein Bespiel für schlechtes Marketing.

Eine Frage wäre dann noch zu klären: Wer ist eigentlich dieser Unbekannt?

Neulich bei H&M

Jeder der Bekleidung von H&M schon einmal in der Waschmaschine gewaschen hat, muss sich bei diesem aktuellen Plakat des Bekleidungsdiscounter fragen, was denn nun schon wieder mit dieser Botschaft gemeint sein soll?

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

„Lang lebe die Mode“ steht da und es geht um Mode von H&M – diese steht für vieles, aber für Langlebigkeit? Erst im kleingeschriebenen Text darunter kommt zum Vorschein worum es geht. H&M will seinen Kunden an die Wäsche und zwar an die „aussortierte Wäsche“ vermutlich sind damit die H&M Kleidungsstücke nach dem ersten Waschgang gemeint. Mit der Phrase „Für mehr Nachhaltigkeit in der Mode“ wird auf Selbstverpflichtungen hingewiesen die der Unternehmenschef Karl-Johan Persson, erläutert. Darin ist zu lesen, was H&M alles tut für eine bessere Welt…

Doch das eine Preise-Menge (Discounter) Positionierung und die ursprüngliche Idee von Nachhaltigkeit sich ausschließlichen, wird in diesem Zusammenhang nicht erläutert. Warum bloß? Wird hier vielleicht jemand für dumm verkauft. Eventuell sogar der Kunde?

Vielleicht einfach mal bei H&M nachfragen. 😉

Wann ist eigentlich eine Marke verbrannt?

Manche Dinge muten merkwürdig an, z. B. wenn die Stadt Braunau auf einer Tourismusmesse für sich wirbt mit dem Spruch „Erlebnis Braunau“. Offen bleibt, was es denn dort genau zu erleben gibt und welche Zielgruppe angesprochen werden soll?

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Die Stadt in der das Geburtshaus von Adolf Hitler steht, tut sich seit Jahrzehnten schwer mit ihrer Vergangenheit. Dies zeigt besonders die noch immer offene Frage, was mit dem leerstehenden und verfallenden Geburtshaus Hitlers geschehen soll.*

Irgendwie scheint es als könne man die Unsicherheit im Umgang mit der eigenen Identität und Vergangenheit auch an dem platten Werbesatz „Erlebnis Braunau“ ablesen. Gibt es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Umgang mit sich selbst und Wahrnehmung durch andere? Könnte es nicht sinnvoll sein, Verantwortung für die eigene Geschichte zu übernehmen und sich Tatsachen zustellen um so sicherzustellen, dass nachfolgende Generationen diese Verantwortung mittragen und weitergeben können. Hier ist ein umdenken erforderlich, damit Braunau tatsächlich zum Erlebnis werden kann. Ohne das im Subtext die Frage nach günstigen Hotelzimmern am 20. April mitschwingt.

Kirche in Not!?

Dass die katholische Kirche in Deutschland in Not ist, steht seit Jahren außer Frage. Die Mitglieder laufen in Scharren davon. Nicht zuletzt die Skandale um den Umgang mit Mißbrauch von Minderjährigen in der Institution sowie der zögerliche Umgang mit dem Bischof „Bling-Bling“ aus Limburg haben ihren Stellenwert zu Recht geschwächt. Auf weitere in diesem Kontext zu betrachtende Punkte, wie etwa die Rolle der Frauen in der Kirche oder gar die Ökomene möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst eingehen.

Wie mißverständlich Botschaften sein können, damit sollte sich gerade die katholische Kirche auskennen. Einführend hatte ich ja bereits einige Beispiele benannt. Die Institution Kirche nimmt schließlich für sich die Verkündung der Botschaft (schlechthin) in Anspruch. Einfach gesagt wir sprechen hier von mehr als zweitausend (in Zahlen: 2000) Jahren Marketing- und Kommunikationserfahrung. Da ist einiges an Kompetenz auf diesen Gebieten vorhanden, so sollte man meinen. Nun unterhält die katholische Kirche einen Verein namens Kirche in Not mit dem Zusatz „…päpstlichen Rechts“.

Hier das Beichtmobil von Kirche in Not, ja Beichtmobil!

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Nun sieht dieser Verein die katholische Kirche gemäß eigener Internetseite gar nicht in Not und es handelt sich dabei um einen eingetragenen Verein nach deutschem Recht. Doch die Bezeichnung Kirche in Not scheint aktueller denn je. Nun, mit der klaren Kommunikation und gutem Marketing ist das so eine Sache. Bleibt wohl nur noch zu klären ob man im dem Campingwagen auf dem Bild tatsächlich beichten kann.

 „Alles hat seine Zeit“ (Pr 3, 1 – 15) ist ein Bibelzitat, welches hoffentlich auch für die katholische Kirche gilt oder gar für das Zeitalter der menschlichen Religionen im Allgemeinen. Ich würde mich jedenfalls schon auf den Tag freuen, am dem emotionsfrei über die Notwendigkeit der Zahlung von Reparationsleistungen des Staates an die Kirche(n) gesprochen wird und der Mut aufgebracht wird, solch einen Unfug sofort abzuschaffen.

Vielleicht wäre es dann an der Zeit einen Verein (gemäß deutschem Recht) zu gründen, der kann ja dann Kirche richtig in Not heißen.