Vertriebssprache

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Kategorie: Unsinnige Produkte (Seite 1 von 2)

Ahoj – mehr Müll dank Dose!

Ahoj, in Anlehnung des Seemannsrufs „Ahoi“, ist ein in Deutschland seit 1925 hergestelltes Brausepulver sowie weitere Brauseprodukte. Das Symbol der Marke ist ein blaugekleideter Matrose.

Das Brausepulver wird in Tütchen verkauft. Eigentümer der Marke Ahoj ist nach Aufkauf der ursprünglichen Herstellerfirma Frigeo das deutsche Süßwaren Unternehmen Katjes Fassin GmbH + Co. KG. Mit einem Umsatz von rund 308.4 Mio. Euro in 2018 die Nummer drei der deutschen Süßwarenhersteller.

Ursprünglich war die Geschäftsidee hinter der Marke Ahoj der Handel mit Trinktabletten und Brausepulver sowie Brausekomprimate mit den Geschmacksrichtungen Zitrone und Orange um sich als Alternative zu Limonaden zu positionieren.

Eine kleines Tütchen zum aufreißen mit vielen Vorteilen:  

  • mit einer kleinen, leichten Menge Brausepulver können große Menge Trinkbrause herstellt werden
  • Wasser aus dem Hahn ist nahezu überall verfügbar um Trinkbrause zu mischen
  • wahlweise kann Wasser mit oder ohne Kohlensäure verwendet werden
  • der Geschmack kann durch die verwendete Menge (Mischverhältnis) individuell angepasst werden
  • übrig bleibt ein kleines leeres Tütchen als Müll
  • keine Flasche (weder aus Glas noch aus Plastik) oder Dose notwendig
  • es muss kein zusätzliches Etikett für die Flasche produziert werden
  • keine zusätzliches Verpackungsmaterial für die Flasche (Plastik, Pappe etc.)
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Quelle: eigenes Bild

Was macht Katjes?

Hurra, es wird ein neues Produkt auf den Markt geworfen. Ahoj-Brause zum trinken aus der Dose! Das steht ja vollständig dem entgegen wofür die Marke Ahoj steht und nimmt alle Vorteile, die das Brausepulver bietet…

EGAL, Katjes macht die Dosen.

Nun bleibt jede Menge Extramüll. Wollen wir mal raten, der Konsument wollte natürlich das Produkt in der Dose, richtig Katjes?

Auf der Ahoj Homepage nimmt die Dose die prominenteste Platzierung ein. Das dazugehörige Brausedosen Werbevideo ist seit dem 28.05.2019 auf Youtube verfügbar und hat nach einem Monat (Stand 25.06.2019) schon ganze 752 Aufrufe.

 

Radler steht Kopf

Karlovacko Radler Natur ist ein kroatisches Biermischgetränk aus der kleinen Stadt Karlovac. Die Brauerei gehört seit 2003 zur Heineken Braugruppe. „Natürlich“ ist Karlovacko Radler Natur auch in der Dose erhältlich. Was für den Kunden im Supermarkt auf den ersten Blick aussieht, wie eine klassische Fehlproduktion, ist pure Absicht.

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Quelle: eigenes Bild

Die Dose steht Kopf, sprich sie ist zur Differenzierung andersherum bedruckt. Ich meine ein absoluter Marketing-Fail. :-/

 

Spiegelsche Dialektik a la Django

Stell dir vor jemand verdient sein Geld mit Sprache. Die Ausdrucksweise, die verschiedenen Deutungsebenen einzelner Wörter und die sprachliche Präzision sind dann wichtige Mittel, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Das aktuelle Programm des Kabarettisten Django Asül heißt „Rückspiegel“.

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Quelle: eigenes Bild

Auf den Werbeplakaten für das Programm ist Django zu sehen, als Spiegelbild in einem PKW-Außenspiegel. Alles unter der großen Überschrift: „RÜCKSPIEGEL 2018 – ein satirischer Jahresrückblick.“ Differenzierung? Sprachliche Feinheiten? Unterscheidung der Begriffe Rückspiegel und Außenspiegel? Fehlanzeige! Hoffentlich lassen sich daraus keine Rückschlüsse auf die Qualität des „satirischen Jahresrückblicks“ ziehen.

Was kaubar?

Seit 1969 gibt es Tic Tac sie sind eine Marke von Ferrero und werden als kleine Lutschdragées definiert. Die Markteinführung in Deutschland erfolgte im Jahr 1972. Tic Tac ist also ein eigenes Segment… doch was kündigt sich da an? Die neue Kampagne KAUBAR propagiert die Tic Tags sind jetzt auch als Kaugummis zu haben.  

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Quelle: eigenes Bild

Typischerweise sind 37 bzw. 100 Lutschdragées in einer Packung. Da liegt doch die Frage nah, wie viele Dragées ergeben denn die Menge eines normalgroßen Kaugummis? Und haben 2 Tic Tacs dann auch gerne mal zwei Kalorien und wie lange bleibt der Atem frisch? Fragen über Fragen, wie lange wird es diese Innovation wohl geben? Ich vermute, es handelt sich um einen Marketingflop der das Ursprungsprodukt zu stark in ein anderes Segment verschiebt. Ähnlich als würde Coca Cola eine Zahnpasta auf den Markt bringen. Viel Erfolg Ferrero, mit Überraschungseiern kennt ihr euch ja aus.

Sechs Jahre nach der FINAL EDITION von AXE

Am 21.12.2012 sollte angeblich der Kalender der Maya enden, je nach Lesart stand entweder das Ende der Welt bzw. gleich das Ende der Zeit an sich an. Mindestens aber der Beginn eines neuen Zeitalters bevor. Medial ein heißes Thema im Jahre 2012, dass natürlich auch kommerziell ausgeschlachtet wurde.

Die Geschichte hatte nur einen Haken: Nichts von der Legende des Ende ist wahr. Wenn heute (als knapp sechs Jahre später im Jahre 2018) noch  jemand behautet, dass der Mayakalender einen Weltuntergang vorhersagt, erzeugt das maximal ein müdes Lächeln.

Unilever zu denen seit 1983 die Marke AXE gehört, verkaufte passend zur WELTUNTERGANGSSTIMMUNG die AXE FINAL EDITION. Damit man während des Weltuntergangs auch keine verschwitzten AXELN (Achseln) hat. Typischerweise verspricht die AXE-Werbung Männern eine gesteigerte Beliebtheit bei Frauen. Wieder so ein Versprechen…

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Quelle: eigenes Bild

… dass die Firma Unilever leider nicht halten konnte. Die Regale in den Läden sind auch im Juni 2018 noch immer voll von AXE Produkten, also gasgefüllte Aluminiumdosen, die gerne durch Rolldeos in Glasflaschen ersetzt werden dürfen. So könnte Unilever ja doch noch einen Beitrag zur Verhinderung des Weltuntergangs liefern und mit seinen Werbeversprechen ernst machen.

Insektenburger… Hmmm!

Seit Jahren steigt der Zahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Die Motive für diese Ernährungsweisen sind sehr unterschiedlich, Ablehnung von Massentierhaltung und Tötung, die Erkenntnis – das die gesamte Menschheit durch Tierhaltung einfach nicht mit Nahrungsmitteln versorgt werden kann – oder es gibt Menschen denen Fleisch einfach nicht schmeckt. Es gibt also ethische und moralische Motive, ökonomische und geschmacklich Gründe seine Ernährungsgewohnheiten zu verändern.

Fakt ist: eines der dringlichsten Probleme auf diesem Planeten ist die gerechte und dauerhafte Versorgung mit ausreichend, sauberen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln für alle Menschen.

Zur Lösung der ethischen und moralischen Fragen, gibt es inzwischen Fleisch und Muskelgewebe welches durch Zellvermehrung im Labor hergestellt wird. Mit dem Ziel Fleisch ohne Massentierhaltung und Tötung zu erzeugen. Ein weiterer Ansatz könnten Insekten sein, im Vergleich zu anderen Nahrungstieren haben Insekten eine sehr hohe Reproduktionsrate und sie verbrauchen dabei im Vergleich viel weniger Ressourcen. Hier wird also die ökonomische Frage adressiert. Bleibt noch der Punkt mit dem „Schmecken“. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. 😉

Die Firma Bugfoundation, hat sich was Neues einfallen lassen. Den laut eigener Angabe „ersten Insektenburger Deutschlands“. Guten Appetit!

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Quelle: www.bugfoundation.com

Wichtig, der Hinweis schmeckt, ob da wohl ein kritischer Punkt adressiert wird? 🙂 Welchen Mehrwert das Bio-Soja in Kombinat mit den Würmern bringt, bleibt leider offen. Vielleicht gibt es den Insektenburger ja auch demnächst bei Ihrem Bio-Lebensmitteleinzelhändler.

 

 

Bück dich – du Sau!

Geld kann man auf vielfältige Art und Weise verdienen, manchmal auch mit Bücken. Vielleicht aber nicht so wie mancher jetzt denkt. In einem Schuhgeschäft in einem Münchener Einkaufszentrum, konnte man sich kürzlich einen Rabatt „erbücken“. Wegen eines defekten Rolltores konnte man das Geschäfts nur mittels Bücken betreten. Damit überhaupt jemand auf die Idee kommt, dass das Geschäft geöffnet ist gab es 10% Preisnachlass für das schlichte betreten des Ladens.

Quelle: Eigenes BildQuelle: Eigenes Bild

Bitter, Bitter, Edelbitter

Wie war das nochmal mit dieser „political correctness“? Die politische Korrektheit hat eigentlich die Idee Ausdrücke und Handlungen zu vermeiden, die Gruppen von Menschen kränken oder beleidigen können. Beispielsweise bezogen auf Rasse oder Geschlecht. Wie sollte man also mit einem Produkt, welches „SCHWARZE HERREN SCHOKOLADE“ heißt, umgehen?

Schwarze Herren Schokolade

Quelle: eigenes Bild

Werden hier etwa Gruppen von Menschen diskriminiert? Brauchen wir Alice Schwarzer, weil die Frauen benachteiligt werden und dieses Produkt sämtliche Errungenschaften der Feministinnen in Deutschland untergräbt? Werden hier gar Schwarze oder Herren oder sogar Schwarze Herren beleidigt? Muss sich Claudia Roth empören…?

Ich meine NEIN! Es ist Bitter, ja sogar Edelbitter es handelt sich schlichtweg um Schokolade mit der Zielgruppe Männer. Die übrigens auch noch ziemlich gut schmeckt. Schwarz als Adjektiv beschreibt lediglich die Farbe des Produktes. Hier geht also im Sinne der „Politischen Korrektheit“ mit rechten Dingen zu. Dem Hersteller wünsche ich weiter viel Erfolg, hohe Verkaufszahlen und guten Umsatz mit diesem Produkt.

Bikeomat – mehr als nur Luft

Quelle: Eigenes Bild

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Was gibt es Neues in der Welt der Automaten? Die Antwort lautet: Luft, kostenlose Luft und gratis Strom.

Bislang stehen Verkaufsautomaten für schnelle, einfache und meistens teuere Versorgung mit Produkten, aber nicht unbedingt für Service. Wer kennt sie nicht, die klassischen Verkaufsautomaten: In diversen Universitäten stehen tolle Automaten, die Kaffee, Tee und Suppe aus der selben Düse anbieten, Fahrkartenautomaten, Parkscheinautomaten, an den Bahnhöfen und U-Bahnstationen Süßigkeiten- und Getränkeautomaten. Doch Service – Fehlanzeige!

Die Firma Bikomat ist dabei das zu ändern, sie bietet mit ihren Verkaufsautomaten für die Zielgruppe Fahrradfahrer kostenlose Luft zum aufpumpen der Reifen und kostenlosen Strom für E-Bikes. So beschreibt Bikomat ihre Automaten:

„Der Bikeomat ist ein Verkaufsautomat für Fahrradteile und -zubehör. Hier werden bis zu 66 Fahrradartikel, die alle aufeinander abgestimmt und auf Funktionalität geprüft sind, mit entsprechender Produktbeschreibung unabhängig von Ladenöffnungszeiten zum Verkauf angeboten. Und das zu günstigen Preisen!

Zudem stehen im Bikeomat über Touchscreen detaillierte Montage- und Reparaturanleitungen zur Verfügung, die den Einbau der Teile Schritt für Schritt einfach darstellen und erklären. Dadurch soll es dem Fahrradfahrer möglich sein, häufig auftretende Pannen jederzeit schnell und unkompliziert selbst zu beheben, um so das Fahrrad wieder sofort einsatzbereit und verkehrssicher zu haben. Ersatzteile, Montageanleitungen und das entsprechende Werkzeug; also alles, was für eine kurzfristige Reparatur zur Pannenbehebung erforderlich ist, finden Sie im Bikeomat.

Darüber hinaus ist der Bikeomat auch als Servicestation für Radfahrer anzusehen. Denn: Service beginnt da, wo der Verkauf aufhört. Kostenlos werden Luft und Strom (für E-Bikes) zur Verfügung gestellt. Außerdem erhalten Sie nützliche Informationen zu den Themen Fahrradpflege, Sicheres Radfahren, Diebstahlschutz und Verkehrserziehung.“* *Quelle

Heute schon ein Stück Regenwald auf das Frühstücksbrot geschmiert?

Fast jedes zweite Supermarktprodukt enthält Palmöl. Durch den Kauf von Produkten wie: Margarine, Schokoladenbrotaufstrich (Nutella!), Pizza, Waschmittel, Cremes oder anderen Kosmetika entscheiden wir auch über das Schicksal des Regenwaldes.

Regenwald abholzen für Palmöl

Quelle: eigenes Bild

Palmöl ist mit einem Anteil von einem Drittel am globalen Gesamtverbrauch das weltweit wichtigste Pflanzenöl. Denn Palmöl ist billig und vielseitig verwendbar: bei Zimmertemperatur von fester Konsistenz und frei von schädlichen Transfettsäuren. Margarine, Schokolade, Kuchen, Kekse, Chips, Teig und Brötchen, Suppen, Saucen, Pommes Frites und Fertiggerichten, in alldem steckt Palmöl. Ob ein Lebensmittel Palmöl enthält, verraten Bezeichnungen wie „pflanzliches Öl“ oder „vegetabiles Fett“.

Palmöl ist überall

Palmkernöl ist Bestandteil von Hautcreme, Seife, Sonnenmilch, Körperlotion, Lippenstift und anderen Kosmetikprodukten. Aus Palmkernöl können Tenside hergestellt werden, die in Duschgels, Shampoos und in Wasch- und Reinigungsmitteln stecken. Palm- oder Palmkernöl ist zudem in Schmiermitteln, Kerzen, Farben und Lacken enthalten. Fünf Prozent der Palmöl-Ernte werden weltweit als Rohstoff für die Strom- und Wärmeproduktion und als Biokraftstoff genutzt – mit steigender Tendenz. Vor allem in den bevölkerungsreichen Staaten Asiens – Indien und China – decken viele Menschen ihren täglichen Fettbedarf mit Palmöl.

Schlechtes Palmöl, gutes Palmöl

Die stetig wachsende Nachfrage auf dem Weltmarkt führt dazu, dass für Palmölplantagen in großem Stil tropische Wälder gerodet werden. Angebaut wird die Ölpalme heute hauptsächlich in Indonesien und Malaysia, aber auch in Südamerika und Afrika. Seit 1990 hat sich die Fläche für Ölpalmen weltweit verdoppelt, in Indonesien sogar verzehnfacht. Palmölplantagen bedecken weltweit inzwischen zwölf Millionen Hektar Fläche. Das ist etwa ein Drittel der Bundesrepublik Deutschland. Die Liste der Naturschäden ist lang: Riesige Monokulturen bedrohen die biologische Vielfalt und rauben Arten wie Orang-Utan und Tiger den Lebensraum.Regenwälder auf Torfmoorböden sind gigantische Kohlenstoffspeicher. Sie enthalten bis zu 50-mal mehr Kohlenstoff als eine gleichgroße Fläche „normalen“ Regenwaldes. Tropische Torfmoorwälder gibt es vor allem in Indonesien, meist in tiefliegenden, küstennahen Gebieten auf Sumatra, Borneo und Neuguinea. Werden sie bei der Einrichtung von Palmölplantagen trockengelegt, werden Treibhausgase frei. Indonesien ist dadurch zum drittgrößten Treibhausgas-Emittenten der Erde geworden.

Plastikflaschenwal

Eine Plastikeinwegflasche wird in Deutschland in den meisten Fällen (ja, auch hier gibt es für bestimmte Getränke Ausnahmen) mit 0,25 € Pfand verkauft. Bei einer groben Kalkulation zu diesem Plastikflaschenwal ergibt sich eine stattliche Summe, die ein Pfandautomat in einem Supermarkt bei Rückgabe der Flaschen auf einen Zettel drucken würde. Im übrigen, ist genau dieser Punkt auch das Gespräch bei den Betrachtern des Plastikflaschenwales, welcher sich gegenwärtig auf dem Münchner Sommer-Tollwood im Olympiapark befindet.

Plastikflaschenwal

Quelle: Eigenes Bild

Doch welchen Sinn hat eigentlich ein Einwegprodukt aus Plastik mit Pfand? Ich würde mir wünschen, dass mehr Betrachter sich genau diese Frage stellen und gerne auf echte Mehrwegflaschen z. B. aus Glas setzen und diese einfach kaufen.

Wenn Außenspiegelflagge, dann bitte richtig

Die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich ist in vollem Gange, mit jedem Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft steigt die Zahl der Autos mit Beflaggung im Lande. Dabei zeigt sich seit der Fußball-WM 2006 in Deutschland ein interessantes Phänomen, die sogenannte Außenspiegelflagge für PKW.

Meist werden diese offenbar ohne Montageanleitung verkauft, denn auf den Straßen ist ein recht große Anzahl an Fahrzeugen zu sehen, die falsch herum beflaggt sind. Dabei soll es doch genau darum gehen Flagge zu zeigen.

Deutschland-Porsche falsch beflaggt

Quelle: eigenes Bild

Zur Info: Die richtige Reihenfolge der Farben der Bundesflagge lautet: schwarzrotgold

Die Lösung ist wie allzu oft ziemlich einfach, die Flagge für den rechten und den linken Außenspiegel wurden schlicht vertauscht und somit auch die eigentliche Idee ad absurdum geführt.

Noch eine kleine Anmerkung als Fußballfan sei mir an dieser Stelle gestattet, wenn die Fans einer Mannschaft im Stadion Ihre Beflaggungen, Banner oder Transparente falsch herum aufhängen, dann ist das stets eine Form des Protestes gegen die Leistung der Mannschaft oder gegen die Vereinsführung.

Wer hat die KOKOSDOSE beschriftet?

Diese Dose mit einem leckerem Kokosgetränk stammt aus Thailand, sie gibt es in in vielen Regionen in Südostasien zu kaufen. Der zunächst vorbildlichen internationalen Produktbeschreibung ist jedoch bei genauer Betrachtung nicht ganz zu trauen.

Dose Thailändischer Kokosaft mit deutscher Aufschrift

Quelle: Eigenes Bild

Das gilt im übrigen für fast alle Sprachen auf der Dose. Beschränken wir uns hier auf den deutschen Text:

„KOKOSSAFT mit Fruchtfleisch
Zutaten: kokossaft, kokosfleisch, Wasser, Suiker, Natriummetabisulphit (E223)
Mindesten Haltbar Bis: siehe Boden“ 

Warum ist es offenkundig so schwierig, solch einen Text korrekt auf ein Produkt zu drucken, welches täglich tausendfach hergestellt wird??? Und welchen Zweck erfüllt die Beschriftung dann eigentlich?

Edelsalami – gut und günstig…

Premium- und Preis/Mengen-Strategie schließen sich aus. Entweder ist etwas hochwertig und dann kostet es einen entsprechenden Preis oder etwas ist günstig dann hat es allerdings eine geringere Qualität.

Edelsalami-Gut und Günstig

Quelle: eigenes Bild

Trotzdem wird gerade im Bereich der Konsumgüter insbesondere bei Lebensmitteln versucht durch geschickte Kombination von Begriffen den Anschein zu erwecken, der Käufer kann zu einem sehr niedrigen Preis einen sehr hochwertigen Artikel kaufen.

Edel, soll heißen hochwertig und „gut und günstig“ klingt ein bisschen nach Rechtfertigung. Ein klassischer Widerspruch in sich!

Wird der potentielle Käufer in diesem Beispiel aus der Tiefkühltheke nun also getäuscht? Oder einfach „nur“ für DUMM VERKAUFT? 🙂

PIZZA ist PIZZA

Die Lebensmittelindustrie ist bekannt für kreative Neuinterpretationen von Bestehendem. Da wird auf Details häufig nicht soviel Wert gelegt und nach dem Motto „don´t call it Schnitzel“ (denn es ist ja auch keins!) verfahren. Doch je eindeutiger Begriffe besetzt und belegt sind, desto schwieriger ist es sie neu zu positionieren.

Aktuell definiert Wikipedia den Begriff Pizza so: „Pizza ist ein vor dem Backen würzig belegtes Fladenbrot aus einfachem Hefeteig aus der italienischen Küche. Die heutige, international verbreitete Variante mit Tomatensauce und Käse als Basis stammt vermutlich aus Neapel.“

Hack-Pizza

Quelle: Eigenes Bild

Die Verpackung suggeriert durch den typisch italienischen Namen Luigi einen Bezug zu Italien. Pizza steht auch darauf, doch HALT. Wie war das noch einmal mit dem Fladenbrot oder dem Hefeteig? Oder was ist eigentlich mit der Tomatensoße? Fehlanzeige!

Die Hauptbestandteile dieser Pizza-Neuinterpretation sind Hacksteak aus Schweine- und Rindfleisch. Was genau hat das mit Pizza zu tun? Nichts.

Vielleicht lässt sich das Produkt Hack-Pizza, ja auch um die Variante Pferdefleisch erweitern. Da weiss man doch, was man für 1,89 € bekommt. Danke liebe Lebensmittelindustrie und don´t call it Pizza.

Mit getrenntem Altpapier wird es leichter

Die Werbeaussagen von Unternehmen sind oft langweilig und beliebig. Häufig sind sie austauschbar, doch in besonderen Situationen bekommen sie manchmal die „fehlende Würze“.

„Trenne Altpapier und zeig dich von deiner besten Seite“ heißt es hier auf dem Plakat der AWM (Abfallwirtschaftsbetrieb München). „Herr Wachtmeister, also dass Altpapier habe ich getrennt… aber dann wollte ich rüber auf die beste Seite… zum Parken.“

Müllauto in München

Quelle: Eigenes Bild

Da zeigt sich die AWM (Abfallwirtschaftsbetrieb München) von ihrer BESTEN SEITE und wer räumt die ganze Erde wieder weg und macht dann sauber?

Danke für den Keks… Warum den Kunden nicht einfach mal beleidigen? :-)

Humor oder Verarschung? Diese Frage drängt sich bei dem folgenden Produkt auf. Da schmeckt der Keks zum Kaffee doch besonders gut. 🙂

Vormachen-Nachmachen

„Machen Sie sich nichts vor – Ihnen macht sowieso keiner was nach!“ Ist das nun gutes oder schlechtes Marketing? Diese Frage ist schnell beantwortet, um welchen Gebäckhersteller handelt es sich? Antwort: Nicht zu erkennen! Wie schaut es mit der Wiedererkennung der Marke aus? Antwort: Welche Marke? Sonst ein Hinweis auf die Identität des Produktes… Fehlanzeige. Es handelt sich um eine ungewöhnliche und auch kreative Idee allerdings ist die Umsetzung stümperhaft. Somit ist es leider ein Bespiel für schlechtes Marketing.

Eine Frage wäre dann noch zu klären: Wer ist eigentlich dieser Unbekannt?

Ein neuer Meeresbewohner entdeckt – der Salathai

Ein nettes Fundstück ist ein asiatisches Restaurant mit dem Namen Salathai:

Salathai

Es handelt sich um thailändisches Restaurant bei München, welches eigentlich Sala Thai heißt.

Marketing D-English mal anders

BMW produziert an vielen Standorten weltweit und die BMW AG verfolgt eine internationale, ja globale Ausrichtung mit ihren Produkten. Somit gibt man sich selbstverständlich „internätional“ und präsentiert sich auch in der BMW Welt München mit Werbung in englischer Sprache. Während der Wettbewerber Volkswagen weltweit mit „Volkswagen – Das Auto“ wirbt und dann in der jeweiligen Landessprache die Produktinformationen mitteilt, geht BMW hier einen anderen Weg, der bei deutschen Muttersprachlern etwas interessantes auslöst:

„BMW plant Spartanburg“ BMW plant … !? Was genau plant BMW?

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Hier tritt ein Deutsch-English Mischphänomen zu Tage. Der Begriff „plant“ in Kombination mit der deutschen Abkürzung BMW und dem zunächst deutsch klingenden Wort Spartanburg führt den Leser auf die falsche Fährte. Es geht nicht um planen, sondern um „plant“ als Werk, es handelt sich um den in Deutschland faktisch nicht bekannten Produktionsstandort Spartanburg in South Carolina in den USA wo die Modelle X3, X4, X5 und X6 gefertigt werden.

Voll Banane

Der Einzelhandel schafft es immer wieder Dinge zu tun und hervorzubringen, die bei genauer Betrachtung absurd erscheinen. Dass die Grenzen zwischen echtem Mehrwert und unnützem Zeug in unserer konsumorientierten Gesellschaft oft fließend sind, hat Vertriebsprache.org schon diverse Male mit Beispielen belegt. Hier ein erneutes Beispiel aus dem stationären Lebensmitteleinzelhandel:

Bananen in Schale und Folie verpackt-absurd

Quelle: Eigenes Bild

Allein die Aspekte Umweltschutz, Materialverschwendung und fehlende Sinnhaftigkeit müssten hier schon zu einem Aufschrei führen. Die zusätzlichen Kosten für die Verpackung um die natürliche Verpackung sollten als Argument per se schon viel weniger wiegen, dennoch ist doch gerade der Einzelhandel immer an Kosteneinsparungen interessiert, hier gäbe es Potential.

Der Ausdruck Bananenprinzip ist mittlerweile ein stehender sarkastischer Ausdruck für die Idee, ein noch unreifes (sprich: mangelhaftes) Produkt könne beim Verbraucher reifen. Es ist zu wünschen, dass zusätzliche verpackte Bananen schnell aus den Regalen der Lebensmitteleinzelhändler verschwinden und nicht beim Kunden reifen…

NZZ-Produkt Bananen geschält

Quelle: Eigenes Bild

Im Oktober 2014 hielt ich diese Idee noch für einen guten Werbegag, eine Utopie die im tatsächlichen Leben keine Existenzberechtigung hat. Zu dem dazugehörigen Artikel geht es hier.

Qualitätsmedien – Fachkompetenz und die Berliner Morgenpost

Das Halbfinale des DFB-Pokals steht in der kommenden Woche an. Wieder einmal treffen der FC Bayern München und der Rivale Borussia Dortmund aufeinander, dass Spiel wird am 28.04.2015 in München stattfinden. Nun ist heute dazu auf den Internetseiten der Berliner Morgenpost zu lesen, die Begegnung findet im Münchener Olympiastadion statt.*

Quelle: Eigener Screenshot

Quelle: Eigener Screenshot

Es ist immer gut, wenn Medien ihre Fachkompetenz zum Ausdruck bringen können. Die Berliner Morgenpost ist ja quasi bundesweit bekannt für „Sport- und Fußballkompetenz“ oder wie lässt es sich sonst erklären, dass als Spielstätte das Münchener Olympiastadion benannt wird?

Es ist inzwischen 10 Jahre her, dass der FC Bayern seine Heimspiele im Olympiastadion ausgetragen hat…

Wahrscheinlich hat der kompetente Redakteur der Berliner Morgenpost einfach nur an seinen letzten Heimspielbesuch bei der Berliner Hertha im Berliner Olympiastadion gedacht. Eventuell träumte er schon beim Artikel schreiben von DFB-Pokalfinale in Berlin? Oder er hat es einfach nur verkackt, weil er keine Ahnung von Fußball hat. 🙂

Kirche in Not!?

Dass die katholische Kirche in Deutschland in Not ist, steht seit Jahren außer Frage. Die Mitglieder laufen in Scharren davon. Nicht zuletzt die Skandale um den Umgang mit Mißbrauch von Minderjährigen in der Institution sowie der zögerliche Umgang mit dem Bischof „Bling-Bling“ aus Limburg haben ihren Stellenwert zu Recht geschwächt. Auf weitere in diesem Kontext zu betrachtende Punkte, wie etwa die Rolle der Frauen in der Kirche oder gar die Ökomene möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst eingehen.

Wie mißverständlich Botschaften sein können, damit sollte sich gerade die katholische Kirche auskennen. Einführend hatte ich ja bereits einige Beispiele benannt. Die Institution Kirche nimmt schließlich für sich die Verkündung der Botschaft (schlechthin) in Anspruch. Einfach gesagt wir sprechen hier von mehr als zweitausend (in Zahlen: 2000) Jahren Marketing- und Kommunikationserfahrung. Da ist einiges an Kompetenz auf diesen Gebieten vorhanden, so sollte man meinen. Nun unterhält die katholische Kirche einen Verein namens Kirche in Not mit dem Zusatz „…päpstlichen Rechts“.

Hier das Beichtmobil von Kirche in Not, ja Beichtmobil!

Quelle: Eigenes Bild

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Nun sieht dieser Verein die katholische Kirche gemäß eigener Internetseite gar nicht in Not und es handelt sich dabei um einen eingetragenen Verein nach deutschem Recht. Doch die Bezeichnung Kirche in Not scheint aktueller denn je. Nun, mit der klaren Kommunikation und gutem Marketing ist das so eine Sache. Bleibt wohl nur noch zu klären ob man im dem Campingwagen auf dem Bild tatsächlich beichten kann.

 „Alles hat seine Zeit“ (Pr 3, 1 – 15) ist ein Bibelzitat, welches hoffentlich auch für die katholische Kirche gilt oder gar für das Zeitalter der menschlichen Religionen im Allgemeinen. Ich würde mich jedenfalls schon auf den Tag freuen, am dem emotionsfrei über die Notwendigkeit der Zahlung von Reparationsleistungen des Staates an die Kirche(n) gesprochen wird und der Mut aufgebracht wird, solch einen Unfug sofort abzuschaffen.

Vielleicht wäre es dann an der Zeit einen Verein (gemäß deutschem Recht) zu gründen, der kann ja dann Kirche richtig in Not heißen.

Bad Boys Rentner machen die Städte unsicher?

Senioren und Bad Boys passt das zusammen? Für viele gesellschaftliche Gruppen erfüllen Marken unterschiedlichste Aufgaben. Sie grenzen ab oder erzeugen Zusammengehörigkeit, sie transportieren Images und Wertigkeiten. Dies gilt insbesondere für Bekleidungsmarken. Ob die Person auf dem unterstehenden Bild seine Jacke nach dem Namen der Marke gekauft hat? Wahrscheinlicher ist, dass ihm die Farbe gefiel und die Bezeichnung Bad Boy für ihn keine Bedeutung hat.

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Vielleicht entsteht hier aber auch gerade ein neuer Trend in der Altersgruppe 60+ und künftig prägen die Bad Boy Rentner die Fußgängerzonen und Innenstädte. 😉

Wenn die Marke zum Problem wird.

Wer im Internet nach Informationen zu RasenBallsport Leipzig e.V.  bzw. auch RB Leipzig oder gerne auch nach Rasenball Leipzig sucht, wird ziemlich schnell auf die tobenden Diskussionen rund um die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball stoßen. Dabei hat sich RB Leipzig in der Welt der Fußballfans zum umstrittensten deutschen Fußballclub entwickelt*. Die von vielen Fangruppen vertretene Position „Tradition kann man nicht kaufen“, wird auch von führenden Persönlichkeiten der Bundesliga vertreten. Innerhalb des DfB und der DFL macht sich diese Position an der Frage „50+1-Regel“ fest. Es gibt viele Argumente pro und contra Traditionsverein. In der Regel haben die sogenannten Kommerzvereine deutlich weniger Anhänger als die Traditionsvereine. Neben RB Leipzig werden auch immer wieder die Vereine VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen oder die TSG 1899 Hoffendem als Kommerzvereine angeführt. Diese zeichnen sich ihrerseits hingegen durch einen starken und einflussreichen Geldgeber im Hintergrund oder auch im Vordergrund. Kritisiert wird, dass mit Geld Erfolg im Sport gekauft wird, um die eigene Marke wie z. B. VW, Bayer oder SAP zu positionieren.

Im Falle von RB Leipzig ist der Bezug zu dem dahinter stehenden Geldgeber der Firma Red Bull schon durch den Namen des Vereins klar. Dies führt sogar dazu das Gästefans von Traditionsvereinen RB Leipzig boykottieren*. Wenn also eine Marke mittels Übernahme einen ganzen Verein in seinen Besitz bringt, dann ist das durchaus kritisch zu hinterfragen und löst zurecht Kontroversen aus, da die Traditionsverein ja unmittelbar zu ihrem Nachteil davon betroffen sind. Es entstehen somit plötzlich Wettbewerber mit Millionenetats für Ungleichgewicht sorgen. Kann man Erfolg im Fußball also kaufen? Wie man auch immer dazu steht, wer sich als Kommerzverein progressiv positioniert, muss leider auch mit negativen Effekten und Auswirkungen für die eigene Firma oder Marke rechnen. Hier ein Beispiel im Falle von Red Bull.

Wenn die Marke zum Problem wird:

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Dieses in einem Münchner Supermarkt von mir aufgenommene Bild dokumentiert einem Trend innerhalb der deutschen Fußballszene. Hierbei drücken Fußballfans an Tankstellen in der Gastronomie und in Supermärkten durch das anbringen von „Nein zu RB“ Aufklebern an Red Bull Kühlschränken die Ablehnung des Kommerzvereins RB Leipzig aus. Die Ironie dabei ist, das RB sowohl als Rasenball aber auch als Red Bull gedeutet werden kann. Somit werden die Marketingstrategen der Firma Red Bull ad absurdum geführt und mit ihren eigenen Mitteln geschlagen. Es bleibt abzuwarten, ob es so zu einer dauerhaften Schädigung der Marke Red Bull kommt?

Obst aus Deutschland und Bayern und Baden-Württemberg?

Der Discounter LIDL hat in seinem Sortiment die Eigenmarke „Ein gutes Stück Heimat“. Ein recht großes Sortiment von Produkten (Lebensmitteln), besonders auffallend ist dabei das Produkt APFELSAFT. Die Marke wirbt mit Zutaten aus der Region, sie positioniert sich wertig und heimatverbunden. Dies zeigt nicht zuletzt der Markenname selbst. Auf dem Saftkarton sind zusätzlich die Aufdrucke „Mit Äpfeln aus Deutschland und Bayern und Baden-Württemberg“ angebracht.

Quelle: Eigenes Bild wird bald gegen ein qualitativ besseres Foto geben

Quelle: Eigenes Bild wird bald gegen ein qualitativ besseres Foto geben

Bislang war ich der Meinung, dass Bayern und Baden-Württemberg zu Deutschland gehören. Aber LIDL wird schon wissen, was sie damit meinen… oder wird da etwa der Kunde für dumm verkauft??? 😉

Gesichtswurst- und Käsegesichtsverkäufer

Wurst mit Gesichtern findet sich seit Jahren in jedem Supermarkt in der gesamten Republik. Auch Käse mit Gesichter findet insbesondere in den letzten Jahren mehr Käufer. So in etwa sieht so etwas aus.

Wurstgesicht

Käsegesicht

Doch erst seit kurzem finden sich Produkte mit „echten Gesichtern“ in den Verkaufsregalen der Supermärkten. Darauf sind Personen abgebildet die über einen gewissen Bekanntheitsgrad verfügen. In vielen Fällen wir hier von Wurstgesichtsverkäufer gesprochen oder von Käsegesichtern, nicht zu verwechseln mit dem “Käsekopp“ oder auch Käsegesichtsverkäufer.

Käsegesichtsverkäufer

Quelle: Eigenes Bild

Frei nach dem Motto ob Wurst oder Käse Hauptsache C- oder D-Promi.

Wurstgesichtsverkäufer

Quelle: Eigenes Bild

Anmerkung: Ich habe mir inzwischen von einem Hersteller erklären lassen, dass es sich um Gesichter der jeweiligen Herkunftsregion handelt. Diese großartige Idee hat viel Potential!

Hier meine persönlichen Top 3 Ideen für weitere Gesichtsprodukte:

  1. Gesichtsdöner aus Neukölln mit „Made in Berlin-Siegel“
  2. Bochumer Gesichtscurrywurst mit Herbert Grönemeyer
  3. Rudi Carrell Gedächtnis-Gesichts-Gouda

Coca-Cola verkauft nach der WM endlich wieder 08/15 Dosen

Wie bereits mehrfach hier beschrieben, ist das Marketing von Coca Cola für Coca Cola-Dosen seit Monaten auf Fußball und insbesondere auf die Fußballmeisterschaft ausgerichtet gewesen. Doch nun kehrt Coca Cola nach der „Weltmeister-Dose“ und nach der „Es geht um die Dose“ zur 08/15 Dose zurück.

08/15 Cola Dose

Quelle: Eigenes Bild

Gummibärchen-Geschmack aus der großen Pumpe…

Verkaufen lässt sich vieles, zumindest ist im deutschen Lebensmitteleinzelhandel so einiges gelistet. Manches länger, einiges kürzer – so lange der Konsument kauft ist alles gut, kauft er jedoch nicht fliegen Produkte oder ganze Produktreihen in Windeseile wieder aus dem Sortiment. 

Dabei ist die Lagerumschlagshäufigkeit für Handelsunternehmen ein wichtige Kennziffer, Lagerplatz und Regalplätze sind teuer, deshalb muss ein Artikel sich möglichst schnell drehen (also sich möglichst häufig in kurzer Zeit verkaufen). Dies führt dazu, dass die Hersteller von Artikeln z. B. Konsumgütern ständig neue Produktinnovationen liefern um mit Neuem beim Konsumenten zu punkten. Stets mit dem Ziel, so viel es geht in kurzer Zeit zu verkaufen.

Eigenes Bild
Eigenes Bild

Hier nun ein hervorragendes Beispiel dafür, dass vermeintliche Innovationen oft in Absurditäten enden. Ein „Energy Drink“ der sich mit Gummibärchen-Geschmack positioniert. Es wird noch besser, da er aus der großen Pumpe kommt und noch eine original Rezeptur besitzt, avanciert er zum Top koffeinhaltigen Erfrischungsgetränk.

Glänzt der Hersteller hier nun mit Produktinnovation? Gibt es hier ein neues Alleinstellungsmerkmal im Segment der Energy Drinks? Oder wird der Konsument hier etwa für dumm verkauft?

Es bleibt abzuwarten, wie lange dieser Artikel die Verkaufsregale der Supermärkte belegt.  Zum Glück entscheidet hier der Konsument. 😉

Opel „the internätionäl Compäny“

Ich freue mich sehr, einen Nachtrag zu dem Artikel „Warum verkauft man einen Ädäm“ liefern zu können. Wer Autos lebt und identische Fahrzeuge in Mexiko als „Chevy“, in Australien „Holden“ in Großbritanien „Vauxhall“ und Deutschland und „kontinental Europa“ als echte Opel verkauft darf sich nicht wundern, wenn es nicht rund läuft.

Jetzt beschwört Opel seine „deutschen Wurzeln“ (siehe auch hier) die aktuelle Opel Kampagne für das Modell Mokka wirbt zum Beispiel in Portugal mit dem Slogan: „Wir leben Autos“ (auf deutsch) und die Fahrzeuge der Kampagne sind mit deutschen Kennzeichen abgebildet. Natürlich mit Frankfurter Kennzeichen, warum bleibt unklar? So liegt der Stammsitz der Adam Opel AG doch in Rüsselsheim, der größten Stadt des Kreises Groß-Gerau, dass dortige Kfz-Kennzeichen ist „GG“ und nicht „F“ für Frankfurt. Aber man nimmt es mit den eigenen Wurzeln und der Herkunft eben nicht so genau bei Opel.

Opel Kampagne in Portugal

Quelle: Eigenes Bild

Vielleicht wäre die Ergänzung: Wir leben Autos, „verkaufen sie aber unter zu vielen Markennamen und wundern uns warum es nicht rund läuft, außerdem ist uns die Herkunft auch egal Hauptsache irgendwas mit deutschen Image“, sinnvoll.

Warum verkauft man einen „Ädäm“?

Deutschland ist vieles, momentan steht es eben auch für erfolgreichen Vereinsfußball. Daneben ist Deutschland zur Zeit auch exzellent in seiner wirtschaftlichen Leistungskraft. In ganz besonderer Weise gilt dies für die deutsche Automobilindustrie. Wie wichtig diese Industrie ist, betonte kürzlich auch die Bundeskanzlerin: Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland steht direkt oder indirekt mit dem Automobil in Verbindung.“ sagte Angela Merkel auf der IAA.  Mehr als 750.000 Menschen sind derzeit in der größten Industrie Deutschlands beschäftigt. Rund 390.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind unmittelbar am Bau von Kraftfahrzeugen beteiligt.

Die drei größten der Branche eilen von Rekord zu Rekord. Volkswagen hat ein Jahr der Superlative hinter sich. Der Konzern hat so viele Autos verkauft wie nie zuvor – und einen Rekordgewinn von 7.2 Milliarden gemacht.* Daimler hat 2012 ebenfalls so viele Wagen verkauft wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte.* BMW übertraf 2012 das bisherige Rekordjahr 2011: Unter dem Strich verdiente der Konzern 5,1 Milliarden Euro.*

Doch da gibt es ja noch einen weiteren deutschen Hersteller, der über eine lange Tradition verfügt und schon sehr früh nämlich am 17. März 1929 von einem amerikanischen Unternehmen gekauft wurde, die Adam Opel AG.

Opel Logo

Quelle: Eigenes Bild

In letzter Zeit glänzte Opel medial eher durch Probleme, die Ankündigung von Werksschließungen und rote Zahlen. Schaut mal sich die Pläne von Opel an, dann soll mit neuen Modellen wie z. B. dem Stadtauto Adam 2013 der Marktanteil auf dem schrumpfenden europäischen Markt zumindest stabilisiert werden.*

Im direkten Vergleich steht Opel also eher schwach da. Daher huldigt man nun dem Rüsselsheimer Unternehmensgründer Adam Opel mit dem Modell Adam. Man möchte also profitieren von den deutschen Wurzeln und eben das tun, was die anderen deutschen Automobiler richtig machen. Aber wie hört sich der Opel Adam an? Na einfach: Ädäm“ in übertrieben englischer Sprache intoniert.

Großartig, liebe Firma Opel. Während andere (sehr erfolgreiche) Automobilhersteller global mit „Das Auto“ Marketing machen, setzt Opel auf Ädäm. Das Betonen der eigenen Wurzeln schafft international die Verknüpfung „deutsch ist gleich exzellentes Ingenieurwesen“ und „made in Germany ist Qualität“. Der potentielle Opel Komsument im Heimatmarkt dürfte bei Ädäm hingegen wohl an die Werksschließung in Bochum und General Motors denken.

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