Wenn die Marke zum Problem wird.

Wer im Internet nach Informationen zu RasenBallsport Leipzig e.V.  bzw. auch RB Leipzig oder gerne auch nach Rasenball Leipzig sucht, wird ziemlich schnell auf die tobenden Diskussionen rund um die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball stoßen. Dabei hat sich RB Leipzig in der Welt der Fußballfans zum umstrittensten deutschen Fußballclub entwickelt*. Die von vielen Fangruppen vertretene Position „Tradition kann man nicht kaufen“, wird auch von führenden Persönlichkeiten der Bundesliga vertreten. Innerhalb des DfB und der DFL macht sich diese Position an der Frage „50+1-Regel“ fest. Es gibt viele Argumente pro und contra Traditionsverein. In der Regel haben die sogenannten Kommerzvereine deutlich weniger Anhänger als die Traditionsvereine. Neben RB Leipzig werden auch immer wieder die Vereine VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen oder die TSG 1899 Hoffendem als Kommerzvereine angeführt. Diese zeichnen sich ihrerseits hingegen durch einen starken und einflussreichen Geldgeber im Hintergrund oder auch im Vordergrund. Kritisiert wird, dass mit Geld Erfolg im Sport gekauft wird, um die eigene Marke wie z. B. VW, Bayer oder SAP zu positionieren.

Im Falle von RB Leipzig ist der Bezug zu dem dahinter stehenden Geldgeber der Firma Red Bull schon durch den Namen des Vereins klar. Dies führt sogar dazu das Gästefans von Traditionsvereinen RB Leipzig boykottieren*. Wenn also eine Marke mittels Übernahme einen ganzen Verein in seinen Besitz bringt, dann ist das durchaus kritisch zu hinterfragen und löst zurecht Kontroversen aus, da die Traditionsverein ja unmittelbar zu ihrem Nachteil davon betroffen sind. Es entstehen somit plötzlich Wettbewerber mit Millionenetats für Ungleichgewicht sorgen. Kann man Erfolg im Fußball also kaufen? Wie man auch immer dazu steht, wer sich als Kommerzverein progressiv positioniert, muss leider auch mit negativen Effekten und Auswirkungen für die eigene Firma oder Marke rechnen. Hier ein Beispiel im Falle von Red Bull.

Wenn die Marke zum Problem wird:

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Dieses in einem Münchner Supermarkt von mir aufgenommene Bild dokumentiert einem Trend innerhalb der deutschen Fußballszene. Hierbei drücken Fußballfans an Tankstellen in der Gastronomie und in Supermärkten durch das anbringen von „Nein zu RB“ Aufklebern an Red Bull Kühlschränken die Ablehnung des Kommerzvereins RB Leipzig aus. Die Ironie dabei ist, das RB sowohl als Rasenball aber auch als Red Bull gedeutet werden kann. Somit werden die Marketingstrategen der Firma Red Bull ad absurdum geführt und mit ihren eigenen Mitteln geschlagen. Es bleibt abzuwarten, ob es so zu einer dauerhaften Schädigung der Marke Red Bull kommt?