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Schlagwort: Red Bull

Energie aus der Cola-Dose

Und wieder eine neue Dose im Supermarktregel…

Allgemein gilt bei Coca Cola die Devise: unabhängiger von Softdrinks zu werden. Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, brachte der Konzern im Juni 2019 gemeinsam mit Costa Coffee einen eigenen Fertigkaffee auf den Markt. Das Getränk, das in 250ml-Dosen erhältlich sein wird und rund 30 Prozent weniger Zucker enthalten soll als vergleichbare Ready-to-Drink-Kaffees aus dem Kühlregal, ist vorerst lediglich in Großbritannien erhältlich.

Entgegen den Softdrinks-Unabhängigkeitsbestrebungen gibt einen seit rund eineinhalb Monaten ist Coca-Colas eigener Energy-Drink in Deutschland erhältlich. Die Produktbezeichnung lautet „Coca Cola Energy“ und einer zuckerfreien Alternative will der Konzern Red Bull Marktanteile abjagen. Red Bull ist ja schon seit Jahren mit einem Cola Produkt auf dem Markt.

 

Quelle: eigenes Bild

Bislang konnte Coca Cola nie erfolgreich einen eigenen Energy-Drink positionieren. Daher erwarb die Coca Cola Company im Jahr 2015, 16,7 Prozent der Anteile und die weltweiten Vertriebsrechte des Monster-Drinks. Allerdings ist es gemäß Beteiligungsvertrag untersagt, selbst und direkt im Energy-Drink Geschäft tätig zu werden. Da ist Ärger vorprogrammiert, in den nächsten Wochen wird sich entscheiden ob Coca Cola das Produkt vom Markt nehmen muss.

Dabei hat man sich doch gerade mit der Produktabgrenzung und dem Unterscheidungsmerkmal so viele Mühe gemacht. Coca-Cola verzichtet in seinem Wachmacher komplett auf Taurin und setzt stattdessen auf Guarana als Koffeinlieferant.

Interessanter Weise sind Energy-Drinks sind eine der am schnellsten wachsenden Sparten im Getränkeregal. Allein in Deutschland beträgt das Umsatzvolume fast eine Milliarde mit wachsender Tendenz. Das Segment Cola-Getränke dagegen ist seit Jahren rückläufig.

Viel wichtiger hingegen wird zukünftig der Markt für neue Getränke, die sich an die gesundheitsbewusste Zielgruppe Millenials richtet. Das wird die Zuckergetränkebranche massiv unter Druck setzen egal ob Cola oder Energy-Drink.

Wie der Konzern sich neu erfinden will und wird scheint offen. Es gilt das eigene Geschäftsmodell agil und zukunftssicher zu gestalten.

Wenn die Marke zum Problem wird.

Wer im Internet nach Informationen zu RasenBallsport Leipzig e.V.  bzw. auch RB Leipzig oder gerne auch nach Rasenball Leipzig sucht, wird ziemlich schnell auf die tobenden Diskussionen rund um die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball stoßen. Dabei hat sich RB Leipzig in der Welt der Fußballfans zum umstrittensten deutschen Fußballclub entwickelt*. Die von vielen Fangruppen vertretene Position „Tradition kann man nicht kaufen“, wird auch von führenden Persönlichkeiten der Bundesliga vertreten. Innerhalb des DfB und der DFL macht sich diese Position an der Frage „50+1-Regel“ fest. Es gibt viele Argumente pro und contra Traditionsverein. In der Regel haben die sogenannten Kommerzvereine deutlich weniger Anhänger als die Traditionsvereine. Neben RB Leipzig werden auch immer wieder die Vereine VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen oder die TSG 1899 Hoffendem als Kommerzvereine angeführt. Diese zeichnen sich ihrerseits hingegen durch einen starken und einflussreichen Geldgeber im Hintergrund oder auch im Vordergrund. Kritisiert wird, dass mit Geld Erfolg im Sport gekauft wird, um die eigene Marke wie z. B. VW, Bayer oder SAP zu positionieren.

Im Falle von RB Leipzig ist der Bezug zu dem dahinter stehenden Geldgeber der Firma Red Bull schon durch den Namen des Vereins klar. Dies führt sogar dazu das Gästefans von Traditionsvereinen RB Leipzig boykottieren*. Wenn also eine Marke mittels Übernahme einen ganzen Verein in seinen Besitz bringt, dann ist das durchaus kritisch zu hinterfragen und löst zurecht Kontroversen aus, da die Traditionsverein ja unmittelbar zu ihrem Nachteil davon betroffen sind. Es entstehen somit plötzlich Wettbewerber mit Millionenetats für Ungleichgewicht sorgen. Kann man Erfolg im Fußball also kaufen? Wie man auch immer dazu steht, wer sich als Kommerzverein progressiv positioniert, muss leider auch mit negativen Effekten und Auswirkungen für die eigene Firma oder Marke rechnen. Hier ein Beispiel im Falle von Red Bull.

Wenn die Marke zum Problem wird:

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Dieses in einem Münchner Supermarkt von mir aufgenommene Bild dokumentiert einem Trend innerhalb der deutschen Fußballszene. Hierbei drücken Fußballfans an Tankstellen in der Gastronomie und in Supermärkten durch das anbringen von „Nein zu RB“ Aufklebern an Red Bull Kühlschränken die Ablehnung des Kommerzvereins RB Leipzig aus. Die Ironie dabei ist, das RB sowohl als Rasenball aber auch als Red Bull gedeutet werden kann. Somit werden die Marketingstrategen der Firma Red Bull ad absurdum geführt und mit ihren eigenen Mitteln geschlagen. Es bleibt abzuwarten, ob es so zu einer dauerhaften Schädigung der Marke Red Bull kommt?