Seelenverkäufer, was für schöner alter deutscher Begriff. Seinen Ursprung hat er zweifelsohne in der Seefahrt. Im klassischen Sinne ist darunter ein nicht mehr voll seetüchtiges, schlecht gebautes oder zum Abwracken reifes Schiff oder Boot zu verstehen, dass trotz seines schlechten Zustandes auf See eingesetzt wird. Da die Fahrt mit einem solchen Schiff ein erhebliches Risiko dar stellen kann, werden die „Seelen“ der Passagiere und Besatzungsmitglieder sprichwörtlich „verkauft“.

Ich möchte die Bezeichnung Seelenverkäufer hier in einem anderen Zusammenhang verwenden. Es liegt auf der Hand, dass exzellente Verkäufer über Eigenschaften und Fähigkeiten verfügen, die Sie befähigen außergewöhnliche Erfolge zu erzielen. Angenommen diese Attribute sind so verinnerlicht das sie wesentlicher Bestandteil der Persönlichkeit sind, dann wird die oft als die Verkäuferpersönlichkeit bezeichnet. Eine stark ausgeprägte Verkäuferpersönlichkeit, lässt viele Verkäufer glauben, sie können nahezu alle Produkte oder Dienstleistung an den Mann bringen. Für einen Teil ist das auch möglicherweise zutreffend. Dennoch ist es aus meiner Sicht bedenklich, „alles um jeden Preis an den Mann zu bringen“. Macht es nicht einen Unterschied, ob z. B. Waffen, Tabakwaren oder andere Genussmittel mit hohem Suchtpotential verkauft werden. Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich auf eine Gegenüberstellung von Pro- und Contrapunkten der genannten Beispiele verzichten. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass alle Produkte oder Dienstleistungen (z. B. eine private Söldnertruppe), die das Leben und/oder die Gesundheit der damit handelnden oder derjenigen die diese verwenden gefährden, äußerst kritisch zu hinterfragen sind. Personen die Waren oder Dienstleistungen verkaufen, die andere wissentlich in Gefahr bringen, möchte ich daher als Seelenverkäufer bezeichnen.