Der stationäre Handel in 2024

Der stationäre Handel in 2024 steht unter zunehmendem Druck

Inmitten des rasanten Wachstums des Onlinehandels und der Veränderungen im Verbraucherverhalten steht der stationäre Einzelhandel vor der Herausforderung, seine Relevanz in der digitalen Ära zu bewahren. Trotz der vielfach diskutierten Bedrohung durch die Digitalisierung gibt es Hinweise darauf, dass der stationäre Einzelhandel nachhaltig in der Zukunft bestehen kann.

Eine Schlüsselstrategie könnte in der geschickten Integration von Online- und Offline-Erlebnissen liegen. Die physische Präsenz kann als Verlängerung digitaler Marketingstrategien dienen und umgekehrt. Durch die Bereitstellung von Click-and-Collect-Services, virtuellen Anproben und der Möglichkeit, online bestellte Produkte im Geschäft abzuholen, können Händler eine nahtlose Brücke zwischen den beiden Welten schlagen.

Ein weiterer vielversprechender Ansatz besteht darin, den stationären Einzelhandel zu einem Erlebnisziel zu transformieren, das über den bloßen Verkauf von Produkten hinausgeht. Geschäfte könnten zu Orten werden, an denen Kunden Workshops, Veranstaltungen, Produkttests und besondere Einkaufserlebnisse genießen können. Durch einen Fokus auf persönliche Interaktion und emotionale Bindung können Händler langfristige Kundenbeziehungen aufbauen.

Die lokale Verbundenheit und Personalisierung könnten dem stationären Einzelhandel ebenfalls entscheidende Vorteile verschaffen. Kleine, lokale Einzelhändler können agiler auf die Bedürfnisse ihrer Gemeinschaft reagieren und ein einzigartiges, auf diese abgestimmtes Sortiment anbieten.

Stationärer Einzelhandel und Technologie

Technologische Innovationen wie Augmented Reality (AR), Künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge (IoT) haben das Potenzial, den stationären Einzelhandel zu revolutionieren. Intelligente Regalsysteme, personalisierte Angebote durch Datenanalyse und interaktive Einkaufserlebnisse könnten die Attraktivität des stationären Handels steigern.

Nicht zuletzt werden Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu immer wichtigeren Faktoren. Einzelhändler, die ihre Geschäftspraktiken auf diese Werte ausrichten und dies transparent kommunizieren, können eine loyale Kundenschaft aufbauen. Lokale Produkte und umweltfreundliche Initiativen sind hierbei entscheidende Elemente.

Quelle: wordpress.com

Insgesamt liegt die Zukunftsfähigkeit des stationären Einzelhandels in der Fähigkeit zur Anpassung, Innovation und Service. Erfolgreiche Händler werden die digitale Transformation nicht als Bedrohung, sondern als Chance begreifen, um neue Wege der Kundenbindung und -gewinnung zu finden. Durch die Kombination von Online- und Offline-Erlebnissen, die Schaffung einzigartiger Einkaufserlebnisse, die Betonung lokaler Verbundenheit und die Integration technologischer Innovationen wird der stationäre Einzelhandel seine Relevanz behaupten und einen Platz in der sich wandelnden Einzelhandelslandschaft finden können.

Mehr zum Thema findet ihr hier: Stationärer Handel

Spätestens seit 2014 ist der Todeskampf von Peek & Cloppenburg transparent – 8 Jahre danach ist es soweit

Seit vielen Jahren geht es in diesem Blog um die mangelnde Kompetenz in Deutschland Geschäftsmodelle zukunftssicher zu gestalten und zu transformieren. Daher an dieser Stelle nochmal ein Verweis auf die hier erschienenen Artikel zu Peek & Cloppenburg aus den letzten Jahren hier auf www.vertriebssprache.org

Mein persönliches Highlight war in direkt Austausch mit Peek & Cloppenburg zur Zukunftsicherheit des Unternehmens im Jahre 2019. Viel Spaß beim lesen

Von: „Jan R. Bergrath“ 
Gesendet:  05.Juni 2019 16:22 
An:
Betreff:  Peek & Cloppenburg wie geht es weiter?

Hallo Peek & Cloppenburg Service-Team,
es geht um die Zukunft eurer Firma… Für die Lösung eurer aktuellen Herausforderungen kann man MC Kinsey Millionen zahlen oder Leute fragen, die sich auskennen.
Seid ihr der gleichen Meinung? Dann leite diese E-Mail intern an Kollegen weiter, die bereit sind externe Hilfe anzunehmen und selbst einen Beitrag zur Zukunftssicherung von Peek & Cloppenburg leisten wollen. Handle jetzt!
Ich freue mich auf eure Rückmeldung.
Gruß aus München
Jan

 

Hier der gesamte Kommunikationsverlauf:

Sehr geehrter Herr Bergrath,
gerne haben wir Ihre Anfrage an den zuständigen Bereich weitergeleitet.
Leider liegt hier noch keine Antwort vor. Dies kann natürlich auch den Feiertagen geschuldet sein.
Wir haben noch einmal im zuständigen Bereich nachgefragt und werden Ihnen zeitnah antworten.
Für Ihre Geduld bedanken wir uns und verbleiben
mit besten Grüßen,
Ihre Peek-Cloppenburg.de Beraterin

S. Schramm
Kundenservice

Peek-Cloppenburg.de
c/o Fashion ID GmbH & Co. KG
Postfach 102361
D-40014 Düsseldorf
(nur Briefsendungen)

Telefon: 0800 – 700 33 00[1] (Mo-Sa von 8-22 Uhr)
Telefax: 0800 – 700 34 00[1]

[1] kostenfrei aus allen deutschen Fest- und Mobilfunknetzen

E-Mail: service@peek-cloppenburg.de

Sitz der Gesellschaft: Düsseldorf
Amtsgericht Düsseldorf (HRA 22046)
phG: FASHION ID Komplementär GmbH
Sitz der Gesellschaft: Düsseldorf
Amtsgericht Düsseldorf (HRB 68021)

Geschäftsführer: Oliver Bach, Catharina Cloppenburg, Harro Uwe Cloppenburg, John Cloppenburg, Patrick Cloppenburg, Nicolay Merkt, Dennis Sternberg
USt.-ID.: DE283848595

* Es gibt zwei unabhängige Unternehmen Peek & Cloppenburg mit ihren Hauptsitzen in Düsseldorf und Hamburg. Dies ist eine Mitteilung der Unternehmensgruppe der Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf, deren Häuserstandorte finden Sie hier.

Von:
Gesendet:  07.Juni 2019 12:37
An:
Betreff:  Re: Peek & Cloppenburg wie geht es weiter? (Ticket: DE-24340954)

Hallo Frau Kusemann,
vielen Dank für Ihre E-Mail und den Zwischenstand. Ich freue mich darauf von Ihnen zu hören.
Viele Grüße aus München
Jan R. Bergrath
StrukturWandler Consulting & Coaching
On Fri, Jun 7, 2019 at 9:25 AM +0200, <service@peek-cloppenburg.de> wrote:

Sehr geehrter Herr Bergrath,
vielen Dank für Ihre Anfrage, welche wir bereits an den zuständigen Bereich weitergeleitet haben.

Sobald uns eine Rückmeldung vorliegt, melden wir uns direkt bei Ihnen.

Bis dahin bitten wir noch um ein wenig Geduld und verbleiben

mit besten Grüßen,
Ihre Peek-Cloppenburg.de Beraterin

B. Kusemann
Kundenservice

Peek-Cloppenburg.de
c/o Fashion ID GmbH & Co. KG
Postfach 102361
D-40014 Düsseldorf
(nur Briefsendungen)

Telefon: 0800 – 700 33 00[1] (Mo-Sa von 8-22 Uhr)
Telefax: 0800 – 700 34 00[1]

[1] kostenfrei aus allen deutschen Fest- und Mobilfunknetzen

E-Mail: service@peek-cloppenburg.de

Sitz der Gesellschaft: Düsseldorf
Amtsgericht Düsseldorf (HRA 22046)
phG: FASHION ID Komplementär GmbH
Sitz der Gesellschaft: Düsseldorf
Amtsgericht Düsseldorf (HRB 68021)

Geschäftsführer: Oliver Bach, Catharina Cloppenburg, Harro Uwe Cloppenburg, John Cloppenburg, Patrick Cloppenburg, Nicolay Merkt, Dennis Sternberg
USt.-ID.: DE283848595

* Es gibt zwei unabhängige Unternehmen Peek & Cloppenburg mit ihren Hauptsitzen in Düsseldorf und Hamburg. Dies ist eine Mitteilung der Unternehmensgruppe der Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf, deren Häuserstandorte finden Sie hier.
Von:
Gesendet:  05.Juni 2019 16:22
An:
Betreff:  Peek & Cloppenburg wie geht es weiter?

Hallo Peek & Cloppenburg Service-Team,
es geht um die Zukunft eurer Firma… Für die Lösung eurer aktuellen Herausforderungen kann man MC Kinsey Millionen zahlen oder Leute fragen, die sich auskennen.
Seid ihr der gleichen Meinung? Dann leite diese E-Mail intern an Kollegen weiter, die bereit sind externe Hilfe anzunehmen und selbst einen Beitrag zur Zukunftssicherung von Peek & Cloppenburg leisten wollen. Handle jetzt!
Ich freue mich auf eure Rückmeldung.
Gruß aus München
Jan

 

Veröffentlicht 2019:

Zwei Firmen ein Problem und kaum E-Commerce Kompetenz. Seit 2014 steht Peek & Cloppenburg in der „Todesliste des Handels“. Seit gestern füllt das deutsche Handelstraditionsunternehmen die Artikel der Wirtschaftsgazetten. Warum? Filialschließungen, Konsolidierung und Personalabbau sind die aktuellen Themen in Hause P&C. Der Grund ist die Umsätze stagnieren.

Schaut man auf die online Präsenz des Unternehmens, werden viele Problem offenbart.

Peek & Cloppenburg

Quelle: Screenshot http://www.peek-cloppenburg.de 04.06.2019

Zwei Unternehmen unter einem Namen, ein alter weißer Mann an der Spitze der nicht loslassen kann und „Internet ist Neuland“, da braucht man natürlich kein digitales Kompetenzzentrum im Unternehmen… All das bei einen Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von mehr als 2 Mrd. Euro im Geschäftsjahr.

Das klingt im Jahre 2019 einfach unfassbar. Oder wie der Jurist sagen würde: grob fahrlässig (mehr).

Nachtrag März 2023: Für mich scheint es unfassbar, dass naheliegende nicht zu sehen oder sehen zu wollen. Mein Fazit, es hätte so nicht kommen müssen, liebe Familie Cloppenburg, es waren viele Jahr Zeit.

Jan R. Bergrath

Happy New Deutsche Post

Neues aus der stationären Filiale, heute: Die Postfiliale. Was früher einmal das Postamt war ist heute… ja was eigentlich? Ob Ordner, Plüschtiere, Plastikpflanze, Blumenvase, Weihnachtsmann mit Teelicht… oder, oder, oder! Das Warenangebot ist mittlerweile Größer als in so manchem Schreibwarengeschäft und das Sortiment zeichnet sich in erster Linie durch stark reduzierte Preise aus.

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Quelle: Eigenes Bild Postfiliale im Münchner Süden 

Selten war es so schwierig zu erkennen wo man sich gerade befindet, nämlich in der Postfiliale. Der Postbank-Geldautomat geht nahezu unter zwischen Schneekugeln, Nussknackern und Grußkarten. Die Atmosphäre hat etwas von einem Ein-Euro Laden von vor 5 Jahren.

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Quelle: Eigenes Bild

Was bezweckt die Post damit? Sieht so die Filiale der Zukunft aus? Oder heißt in ein paar Monaten, wir haben versucht den Umsatz mit Zusatzverkäufen zu erhöhen und sind leider gescheitert? Sollte dem so sein, wage ich jetzt schon zu behaupten, dass ich weiß woran es liegt.

Vielleicht einfach mal mit den Kunden, die Postdienstleistungen in Anspruch nehmen möchten, reden ob die Filiale auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Vergleichende Werbung im Einzelhandel

Vergleichende Werbung in Deutschland ist aufgrund einer EG-Richtlinie seit 2000 erlaubt, hier schönes Beispiel aus früheren Tagen.

Wer Vergleiche zur Konkurrenz ziehen möchte, muss vorsichtig sein. Es gelten die Regelungen des  § 6 vom Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Was in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, hat in den USA lange Tradition.  Das Paradebeispiel der vergleichenden Werbung dort ist Coca Cola versus Pepsi. Seit den 1970er Jahren tauchten der Werbung und in den Kampagnen der beiden Konkurrenten aggressive Vergleiche auf.

Das Unterhaltende und der Spaßfaktor stand dabei oft im Mittelpunkt. Es wurden auch echte Unterschiede zu Wettbewerbern betont. Aktuell macht Lidl in Deutschland mit vergleichender Werbung auf sich aufmerksam.

Quelle: Eigenes Bild

LIDL interpretiert vergleichende Werbung als Möglichkeit zu zeigen, dass Lidl billig ist. Doch Preisführerschaft schafft keinen Mehrwert für den Kunden! Wenn jemand durch Optimierung günstiger verkauft, weil z. B. keine Filialen betrieben werden, kann der Anbieter auf Marge verzichten.  Dies wird in Handelskreisen auch das „Amazonproblem“ genannt.

Heute behauptet Lidl zwar: Lidl lohnt sich – und nicht mehr Lidl ist billig – dennoch ist der kommunizierte Mehrwert für den Kunden in der aktuellen vergleichenden Werbung Lidl ist billiger als Norma (s. o.). Die gesamte Kampagne auch gegenüber Aldi und Edeka zielt darauf, dass Lidl billiger ist.

Ist das der Mehrwert den das Handelsunternehmen Lidl seinen Kunden bietet? Es ist kein Geheimnis, dass E-Commerce die Preise des stationären Einzelhandels problemlos unterbietet. Wie ist Lidl für die Zukunft aufgestellt, was sind die Antworten für den Kunden. Wo entstehen echte Mehrwerte die nur LIDL bieten kann?

Verschläft da gerade das nächste deutsche Handelsunternehmen den digitalen Wandel und wird vom E-Commerce vom Markt gefegt?

 

 

Satch sichert Margen für den stationären Handel, bietet Kunden einen Zusatznutzen und bringt Menschen in die Geschäfte

Den Handel treiben gerade viele Fragen um. Vieles dreht sich um die sinkende Frequenz in den Geschäften. Aber auch um sinkende Margen, günstigere Preise von Internet-Händlern und um die richtigen Maßnahmen um neue Mehrwerte für den Kunden zu schaffen.

Welche Rolle die Hersteller von Markenartikeln einnehmen können, zeige ich in diesem Artikel am Beispiel der Marke Satch. Die ist in der Zielgruppe Schüler zur Zeit ziemlich weit vorn. Satch eine Marke des 2010 gegründeten Kölner Taschen und Rucksackhersteller FOND OF GmbH. Das Startup läuft auf einen dreistelligen Millionen Umsatz zu und macht viele Dinge richtig. Hier konzentrieren wir uns darauf, wie der Hersteller den stationären Handel stärkt und nicht zuletzt dadurch einen Preiskampf um die eigenen Produkte verhindert.  

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Quelle: eigenes Bild Satch Produkt von einem Sprayday

Den stationären Handel stärken und die Produkte zu UVP verkaufen. Klingt fast so, wie es früher einmal war. In Zeiten des E-Commerce sind stabile Produktpreise eine riesige Herausforderung.

Was macht dieser Hersteller anders?

Der Händler bekommt einen Eventtag, den sogenannten Sprayday. Keine klassische POS- Maßnahme aus dem Handelsmarketing, sondern ein Tag für die Kunden an dem sie ihre Produkte mit einem persönlichen Graffiti individualisieren lassen können – ohne zusätzliche Kosten!

Das Motto dazu lautet: Macht Euren satch zum Unikat! „Kennt Ihr schon unsere Graffiti-Aktion? Da bringen echte Sprayer Kunst auf Euren satch. Erfahrt wo der nächste satch Spray Day in Eurer Nähe stattfindet!“

Was wird dadurch erreicht?

Der Sprayday schafft:

  • Frequenz im Laden (die Läden sind voll!)
  • erreicht die relevante Zielgruppe
  • es entsteht ein Zusatznutzen für den Käufer (persönliches, individuelles, einzigartiges Graffiti)
  • Upselling Möglichkeiten im Laden
  • die Marke Satch stärkt den stationären Handel und löst den Verteilungspreiskampf
  • kostenfrei für den Kunden (er zahlt den regulären Produktpreis)

Der Sprayday, ein Baustein für den Erfolg des gerade einmal 8 Jahre alten Unternehmens.

Was kann man daraus lernen?

Handelspartner stärken und befähigen ist eine wichtige Aufgabe von Herstellern. Diese wird leider von wenigen verstanden oder wahrgenommen. Nur wer eine klare Handelsstrategie verfolgt, wird als Marke oder Hersteller langfristig erfolgreich sein. Das bedeutet auch Antworten auf die dringlichsten Probleme des Handels zu liefern. (mehr)

 

Peek & Cloppenburg der nächste Dinosaurier im Todeskampf

Zwei Firmen ein Problem und kaum E-Commerce Kompetenz. Seit 2014 steht Peek & Cloppenburg in der „Todesliste des Handels“. Seit gestern füllt das deutsche Handelstraditionsunternehmen die Artikel der Wirtschaftsgazetten. Warum? Filialschließungen, Konsolidierung und Personalabbau sind die aktuellen Themen in Hause P&C. Der Grund ist die Umsätze stagnieren.

Schaut man auf die online Präsenz des Unternehmens, werden viele Problem offenbart.

Peek & Cloppenburg

Quelle: Screenshot http://www.peek-cloppenburg.de 04.06.2019

Zwei Unternehmen unter einem Namen, ein alter weißer Mann an der Spitze der nicht loslassen kann und „Internet ist Neuland“, da braucht man natürlich kein digitales Kompetenzzentrum im Unternehmen… All das bei einen Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von mehr als 2 Mrd. Euro im Geschäftsjahr.

Das klingt im Jahre 2019 einfach unfassbar. Oder wie der Jurist sagen würde: grob fahrlässig (mehr).

 

Der neue dm Podcast sanft & sicher!

Neue Wege geht die Drogeriemarktkette dm und denkt mal wieder mit. Die hauseigene Marke Sanft & Sicher bisher bekannt für billiges Toilettenpapier, reiht sich nun ein in die Welt der erfolgreichen Podcasts. Mit der Positionierung zwischen Sanft & Sorgfältig und Fest & Flauschig wird die große Lücke zwischen Schulz und Böhmermann nun endlich geschlossen. Weitere Informationen stehen seitens dm gegenwärtig noch nicht zur Verfügung.

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Quelle: eigenes Bild

Achtung hier endet der Ironie-Modus. Handelsmarken werden gerade für den stationären Handel immer wichtiger, um Marge zu erhöhen und sich mit eigenen Produkten zu differenzieren. Selbst reine online-Händler wie z. B. der Internet Herrenausstatter Outfittery optimiert seine Marge mit Eigenmarken. Ist das die Zukunft des Handels? Ein Portfolio von exklusiven Artikeln spezieller Markenhersteller, die nicht überall verfügbar sind und der Preis beim Käufer eine untergeordnete Rolle spielt. Die typischen auf Amazon verfügbaren Produkte eben. Diese als Händler zu verkaufen, ist wohl nicht sehr zukunftsträchtig. Ein Sortiment ergänzt durch einige, hochwertige Handelsmarkenprodukte und abgerundet durch ein Top-Dienstleistungsangebot scheint der Weg zu sein. Klingt fast zu einfach, ist aber ein guter Weg für den Handel.

Wege für den Handel, hier ein paar Ideen in 25 Artikeln:

  1. Handel – handel endlich!
  2. Die 50 am stärksten gefährdetsten Handelsunternehmen in Deutschland
  3. Roboter als Verkaufsberater
  4. Wenn E-commerce Anbieter Filialen eröffnen
  5. MediaMarkt: schwach und Saturn findet keiner mehr geil!
  6. 2019 startet mit einer Helden-Mahlzeit
  7. Der stationäre Shop des Monats
  8. Fachhandel – Schaufensterwerbung – Sonderangebote und kein Vergleichspreis aus dem Internet
  9. Postparkplatz
  10. Die letzten ihrer Art
  11. Leuchtturm stationärer Handel…  
  12. Apothekerpreise und schlechter Service
  13. Mittagspause… Willkommen im stationären Handel
  14. Beratungskasse im Handel – wofür?
  15. Einzelhandel vs. E-Commerce: So wird man Marktführer!
  16. Stationär online-Gutscheine verkaufen
  17. #unverzichtbar?
  18. Welche stationären Vertriebskonzepte sind zukunftsfähig?
  19. Schuhverkäufer
  20. Wettbewerbsstrategien mit und gegen das Internet
  21. Intersport im Kampf gegen das Internet
  22. Online-Handel trifft stationären Handel
  23. Stationärer Handel versus Internet
  24. Last Minute Shopping pro stationäre Handel
  25. Fachhandel HiFi-Stereo, Farbfernsehen und Videostudio METZ

Ihr wollt mehr? Kontaktiert mich direkt: vertriebssprache@strukturwandler.com

 

Fachhandel HiFi-Stereo, Farbfernsehen und Videostudio METZ

Aus Sicht vieler handelt es sich bei einem Fachhändler der z. B. HiFi und Farbfernseher verkauft um ein aus der Zeit gefallen Geschäftsmodell. Viele sind auf der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal und Möglichkeiten der Differenzierung von E-Commerce Unternehmen.

In München gibt es tatsächlich einen METZ Fachhändler der sein Geschäft in der Metzstraße hat. Eine Sache die Kunden i.d.R. einmal hören müssen: METZ = Metzstraße und schon ist das stationäre Ladenlokal geografisch im Kopf potentieller Kunden verankert.  20190509_153558

Quelle: eigenes Bild METZ in der Metzstraße München

Erstaunlich ist hier, dass der Händler die Möglichkeiten nicht einmal in Betracht zieht geschweige denn nutzt. Sucht man in diversen Suchmaschinen nach Metz, Metzstraße, München. Werden künftig vermutlich mehr Menschen auf diesem Blogartikel laden anstelle bei dem Fachhändler direkt.

Manchmal ist Positionierung sooooo einfach, man muss es halt machen. 😉 Vielleicht sind auch die Themen Farbfernsehen und HiFi auch ein Hinweis darauf das eigene Geschäftsmodell zu überdenken und agiler zu gestalten. Wenn es dann doch nicht so weiter geht wie bisher, sind am Ende vermutlich „das Internet“ und „der Preis“ Schuld.

Liebe stationäre Händler bzw. Fachhändler macht es euch bitte nicht zu einfach. Wir stecken mitten in der vierten industriellen Revolution, die geht uns alle an.

 

Wenn E-commerce Anbieter Filialen eröffnen

Der Anbieter http://www.21run.com hat sich auf die Trendsportart „Running“ bzw. Laufen spezialisiert. Im letzten Jahr 2018 wurde versucht den online-shop auch in eine Filialwelt zu überführen. Ein Schritt in Richtung hybrider Händler, der sowohl „online“ als auch „offline“, sprich stationärer Händler verfügbar ist. Expansionen dieser Art kennen wir in erster Linie andersherum. Stationäre Händler haben in den letzten Jahren eher versucht stärker zum online-Händler zu werden.

Spätestens seit Zalando begonnen hat auch stationär aktiv zu werden, gibt es immer wieder Bestrebungen von online-Anbietern auch stationär zu wachsen. Auffallend ist, dass sich online-Anbieter mittlerweile sehr schwer tun stationär Fuß zu fassen.

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Quelle: eigenes Bild

So auch 21run.com, nach wenigen Monaten ist der Münchner Standort bereits wieder geschlossen. Gilt hier etwa das alte Sprichwort: Schuster, Schuster bleib bei deinen Leisten?

Es zeigt viel mehr wie anspruchsvoll das Thema stationärer Vertrieb ist und auch von e-commerce Unternehmen unterschätzt wird. Ohne neue Wege, wie z.B. Location based Marketing oder konkrete Maßnahmen um online Kunden gezielt in die stationären Shops zu bekommen offenkundig ein schwieriges Unterfangen. Inzwischen ist der Hybride-Kunde / Hybridcustomer Realität. Um den zu erreichen, genügt es nicht mal eben einen Laden in der Innenstadt zu eröffnen. Merkwürdig, dass e-commerce Anbieter, deren Geschäftsmodelle von Daten leben, keine datenbasierten stationären Shops vorantreiben.

Ausverkauft heißt ausverkauft!

Auf den ersten Blick erscheint es fast unmöglich, dass im digitalen Zeitalter Warenbestände und Absatzmengen nicht richtig eingeschätzt werden können. Trotz Einsatz von künstlicher Intelligenz ist es noch immer ein große Herausforderung die Nachfrage an Produkten oder Dienstleistungen zu einem bestimmten Zeitpunkt vorher-zubestimmen.

Stempel aktuell ausverkauft

Eigenes Bild

Ist ein Artikel nicht vorrätig, führt das bei Kunden zu Unzufriedenheit und Unverständnis. Denn als absoluter Mehrwert, gerade des stationären Handels, gilt die Verfügbarkeit von Ware. Muss der Händler erst bestellen, hätte der Kunde ja direkt zum Smartphone greifen können und online bestellen. Das hätte ihm Zeit und Aufwand erspart. Für den Kunden also ein absolut negatives Einkaufserlebnis.

Bedarfantizipieren heißt das Zauberwort. Nicht unbedingt das volle Sortiment kann eine Lösung für den stationären Handel sein, sondern das „Richtige“. Denn wenn es zu oft heißt AUSVERKAUFT hat es sich für den Händler bald „aus Verkauft“. Schlicht weil Kunden heute i.d.R. nicht mehr bereits sind für einzelne Artikel mehrere Wege zurückzulegen.