Hilfe, man versucht mir eine Fernsehprogrammzeitschrift zu verkaufen!

In einer nicht repräsentativen Spotan-Umfrage versuchte ich auf die Frage, wer kauft eigentlich heutzutage noch eine Fernsehprogrammzeitschrift zu beantworten.  Das Ergebnis scheint wenig überraschend. In Zeiten von „Mediatheken“ und TV on demand, online Videotheken und Streaming Portalen verlieren klassische Dinge wie z. B. Programmzeitschriften ihre Existenzberechtigung. Hinzu kommt, dass Printmedien allgemein in ihrer Entwicklung rückläufig sind, viele Verlage stehen der wachsenden Bedeutung des Internets als Wettbewerb hilflos gegenüber. Wer Informationen zum TV-Programm benötigt, findet im Internet alle Informationen entweder auf den entsprechenden Seiten der Fernsehsender, online TV Programm oder mittels Apps.

Hörzu Zuhause

Vorbei ist die Zeit in denen der Gong, Funk Uhr oder Hörzu fester Bestandteil des Zeitschriftensortiments deutscher Haushalte waren. Wie drastisch der Einbruch der Auflagen der Fernsehzeitschrift ist, wurde in dieser Wikipedia-Grafik hervorragend dargestellt.

Umso überraschender ist daher die aktuelle Hörzu Werbekampagne „Eine(r) die(der) Hörzu zu Hause hat“. Gezeigt werden Menschen die angeblich die Zeitschrift Hörzu lesen und in deren Haushalt sie zu finden ist. Doch was genau soll mir das sagen? Vielleicht, dass diese „armen“ Menschen kein Internet haben oder kein Smartphone mit Internetanbindung? Eventuell auch, dass die Gesichter der Kampagne kein Notebook oder Tablett-PC zum abrufen von TV-Programmen haben? Diese Fragen jedenfalls werden durch die Werbebotschaft nicht beantwortet.

Merkwürdig ist auch, dass die Kampagne nicht nur als Printwerbung geschaltet wird, sondern auch online! Somit soll der gemeine Internetnutzer also auf ein Hörzu-Banner klicken und dann die Printausgabe abonnieren? Es könnte der Eindruck entstehen, dass hier jemand für dumm verkauft werden soll, möglicherweise „einer der Internet nicht nur Zuhause hat“.