Dialekt im Verkauf – unschön und provinziell oder schmückendes Beiwerk?

„Servus, I red a weng frängisch!“ Etwa in dieser Art und Weise wurde ich kürzlich von einem „Kommunikationstrainer“ in einem Seminar begrüßt. Kurz danach merkte eine Teilnehmerin aus München in ziemlich breitem bayrisch an „I find des supa, des doa einige Dialekt redn, im Kuars“. Der besagte Trainer meinte daraufhin, heute sei man da im geschäftlichen Umfeld einfach „dollerander“ im Bezug auf Dialekt und dies wäre schließlich auch gut so. Da liegt doch die Frage auf der Hand, wie kommt Dialekt im geschäftlichen Umfeld eigentlich tatsächlich an?

Grundsätzlich kann Dialekt auf Gesprächspartner sowohl negativ als auch positiv wirken. Was dem einen sympathisch erscheint, bewirkt bei dem anderen mitunter Abneigung. Deswegen ist es möglich, dass Dialekt potentielle Kunden abschreckt. Dies muss aber nicht der Fall sein. Hat eine Person mit ausgeprägtem Dialekt eine Führungspositionen inne so ist es möglich, dass dieser als Vorgesetzter nicht ernst genommen wird oder gar Zweifel an seiner Kompetenz aufkommen. Kommunikationsexperten sagen es direkt heraus „wer sächselt, schwäbelt oder berlinert, muss damit rechnen, von seinen Gesprächspartnern nicht für voll genommen zu werden“ (Quelle).

Im Beruf im allgemeinen und im Vertrieb im besonderen gilt: Hochdeutsch geht vor – insbesondere im Kontakt mit Kunden und Geschäftspartnern. Natürlich kann ein Dialekt auch eine vertraute Atmosphäre schaffen, somit ist Dialekt in einem Kundengespräch manchmal vorteilhaft. Dies gilt genau dann, wenn über die Sprache – mittels des regionalen Dialektes bei Einheimischen – Nähe und Vertrautheit erzeugt werden soll. Es entsteht durch die offensichtliche Verbundenheit mit der Region, durch das Kommunikationsmittel Dialekt, möglicherweise ein besserer Zugang zu regionalen Kunden. Mit dem Hochdeutschen verbindet dieser hingegen allgemein höhere Professionalität die auch mehr Distanz schaffen kann.

Interessant ist, dass es immer wieder starke Unterschiede in der Beliebtheit und dem Prestige der verschiedenen Dialekte gibt. Somit ist der Sprecher eines weniger beliebten Dialektes noch schneller von einem „Kompetenzverlust“ betroffen. Gerne verweise ich an dieser Stelle darauf, dass Dialekt oft zur Karrierebremse wird. Nachzulesen in dem Ingenieurfachblatt VDI Nachrichten.