Bitter, Bitter, Edelbitter

Wie war das nochmal mit dieser „political correctness“? Die politische Korrektheit hat eigentlich die Idee Ausdrücke und Handlungen zu vermeiden, die Gruppen von Menschen kränken oder beleidigen können. Beispielsweise bezogen auf Rasse oder Geschlecht. Wie sollte man also mit einem Produkt, welches „SCHWARZE HERREN SCHOKOLADE“ heißt, umgehen?

Schwarze Herren Schokolade

Quelle: eigenes Bild

Werden hier etwa Gruppen von Menschen diskriminiert? Brauchen wir Alice Schwarzer, weil die Frauen benachteiligt werden und dieses Produkt sämtliche Errungenschaften der Feministinnen in Deutschland untergräbt? Werden hier gar Schwarze oder Herren oder sogar Schwarze Herren beleidigt? Muss sich Claudia Roth empören…?

Ich meine NEIN! Es ist Bitter, ja sogar Edelbitter es handelt sich schlichtweg um Schokolade mit der Zielgruppe Männer. Die übrigens auch noch ziemlich gut schmeckt. Schwarz als Adjektiv beschreibt lediglich die Farbe des Produktes. Hier geht also im Sinne der „Politischen Korrektheit“ mit rechten Dingen zu. Dem Hersteller wünsche ich weiter viel Erfolg, hohe Verkaufszahlen und guten Umsatz mit diesem Produkt.

Wer ist eigentlich der Burger Verpackungsking?

Es gab Zeiten, da wurden Hamburger in Styroporverpackung verkauft, darin befand sich der verzehrfertige Burger. Irgendwann sind die Burgerbratereien auf die Idee gekommen, die Burger einfach nur in ein spezielles Papier eingewickelt zu verkaufen – natürlich der Umwelt wegen! Inzwischen werden Burger wieder in Verpackungsboxen verkauft, diese sind dann allerdings aus Pappe (natürlich wegen der Umwelt). Darin befindet sich dann der Burger! Bei Burgerverpackungsking ist der Burger in der Box seit neuestem zusätzlich noch in Papier eingewickelt… vermutlich der Umwelt wegen?

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Es gibt Dinge die sind unbezahlbar – alles andere zahlt der Kunde. Herzlichen Glückwunsch für diese tolle Fastfood-Verpackungsinnovation. Bigger, better double packed!

Obst aus Deutschland und Bayern und Baden-Württemberg?

Der Discounter LIDL hat in seinem Sortiment die Eigenmarke „Ein gutes Stück Heimat“. Ein recht großes Sortiment von Produkten (Lebensmitteln), besonders auffallend ist dabei das Produkt APFELSAFT. Die Marke wirbt mit Zutaten aus der Region, sie positioniert sich wertig und heimatverbunden. Dies zeigt nicht zuletzt der Markenname selbst. Auf dem Saftkarton sind zusätzlich die Aufdrucke „Mit Äpfeln aus Deutschland und Bayern und Baden-Württemberg“ angebracht.

Quelle: Eigenes Bild wird bald gegen ein qualitativ besseres Foto geben

Quelle: Eigenes Bild wird bald gegen ein qualitativ besseres Foto geben

Bislang war ich der Meinung, dass Bayern und Baden-Württemberg zu Deutschland gehören. Aber LIDL wird schon wissen, was sie damit meinen… oder wird da etwa der Kunde für dumm verkauft??? 😉

Echter Mehrwert für den Kunden…

Die Grenzen zwischen echtem Mehrwert und unnützem Zeug sind in unserer konsumorientierten Gesellschaft oft fließend. Vertriebssprache.org zeigt immer wieder Beispiele für besonders gute Produkte und Dienstleistungen aber auch Flops, Unfug und Schwachsinn welcher sich aus Sicht der Anbieter häufig aus nur schwierig zu erklärenden Gründen nicht verkaufen lässt.

In den Züricher Straßenbahnen sind zur Zeit Motive einer Kampagne zum Thema Essen der NZZ zu sehen. Auf wunderbare Art und Weise werden dort die für oben beschriebenen Grenzen aufgezeigt. Würden Sie extra verpackte, geschälte Bananen kaufen?

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Traurig aber wahr: An Verpackungen für Äpfel überzogen mit Plastikfolie (meist im Sechserpack) samt Kunststoffschale hat sich der Konsument inzwischen gewöhnt und sie gehören zum Standardsortiment von Supermärkten.

Einmaligkeit im Verkauf

Auf die Frage eines Reporters wie es denn beim Anzapfen des Oktobersfestes 2008 gewesen sei, entstand der mittlerweile legendäre Satz: „Es war für mich ein einmaliges Erlebnis“ vom bayrischen Kurzzeit Ministerpräsident Günther Beckstein. Recht hat er behalten, denn nur wenige Tage nach seinem ersten und einzigen Wiesnanstich am 01.10.2008 kündigte er seinen Rücktritt an.

Die Verwendung des Begriffes „einmalig“ ist leider inzwischen als inflationär anzusehen, besonders wenn es darum geht Dinge an den Mann oder die Frau zu bringen. Angebote sind einmalig im Sinne von „nur heute verfügbar“, überall ist von einmaligen Chancen zu lesen und Erlebnisse welche oft in Form eines Gutscheines für ein Erlebnis-Event angepriesen werden, versprechen Einmaligkeit. Selbst dann, wenn die via Erlebnis-Event-Gutschein angebotenen Veranstaltungen mehrfach täglich angeboten werden.

Doch das Beispiel „Beckstein“ zeigt, dass hinter dem vermeintlichen harmlosen und eindeutigen Wort „einmalig“ eine gewisse tiefe und Vielschichtigkeit steckt.

An der Münchner U-Bahnstation Marienplatz befindet sich zur Zeit ein Werbeplakat, welches Senioren einen Alterssitz mit dem Alleinstellungsmerkmal „Einmaligkeit“ verkauft.

Quelle: Eigenes Bild

Quelle: Eigenes Bild

Ein Zyniker würde dies vermutlich als eine Einladung zum Sterben im letzten Ruhesitz verstehen. Dabei kann man sich doch sicher sein, dass dies nicht die Absicht des Betreibers ist, oder etwa doch?

Gesichtswurst- und Käsegesichtsverkäufer

Wurst mit Gesichtern findet sich seit Jahren in jedem Supermarkt in der gesamten Republik. Auch Käse mit Gesichter findet insbesondere in den letzten Jahren mehr Käufer. So in etwa sieht so etwas aus.

Wurstgesicht

Käsegesicht

Doch erst seit kurzem finden sich Produkte mit „echten Gesichtern“ in den Verkaufsregalen der Supermärkten. Darauf sind Personen abgebildet die über einen gewissen Bekanntheitsgrad verfügen. In vielen Fällen wir hier von Wurstgesichtsverkäufer gesprochen oder von Käsegesichtern, nicht zu verwechseln mit dem “Käsekopp“ oder auch Käsegesichtsverkäufer.

Käsegesichtsverkäufer

Quelle: Eigenes Bild

Frei nach dem Motto ob Wurst oder Käse Hauptsache C- oder D-Promi.

Wurstgesichtsverkäufer

Quelle: Eigenes Bild

Anmerkung: Ich habe mir inzwischen von einem Hersteller erklären lassen, dass es sich um Gesichter der jeweiligen Herkunftsregion handelt. Diese großartige Idee hat viel Potential!

Hier meine persönlichen Top 3 Ideen für weitere Gesichtsprodukte:

  1. Gesichtsdöner aus Neukölln mit „Made in Berlin-Siegel“
  2. Bochumer Gesichtscurrywurst mit Herbert Grönemeyer
  3. Rudi Carrell Gedächtnis-Gesichts-Gouda