Der stationäre Handel in 2024

Der stationäre Handel in 2024 steht unter zunehmendem Druck

Inmitten des rasanten Wachstums des Onlinehandels und der Veränderungen im Verbraucherverhalten steht der stationäre Einzelhandel vor der Herausforderung, seine Relevanz in der digitalen Ära zu bewahren. Trotz der vielfach diskutierten Bedrohung durch die Digitalisierung gibt es Hinweise darauf, dass der stationäre Einzelhandel nachhaltig in der Zukunft bestehen kann.

Eine Schlüsselstrategie könnte in der geschickten Integration von Online- und Offline-Erlebnissen liegen. Die physische Präsenz kann als Verlängerung digitaler Marketingstrategien dienen und umgekehrt. Durch die Bereitstellung von Click-and-Collect-Services, virtuellen Anproben und der Möglichkeit, online bestellte Produkte im Geschäft abzuholen, können Händler eine nahtlose Brücke zwischen den beiden Welten schlagen.

Ein weiterer vielversprechender Ansatz besteht darin, den stationären Einzelhandel zu einem Erlebnisziel zu transformieren, das über den bloßen Verkauf von Produkten hinausgeht. Geschäfte könnten zu Orten werden, an denen Kunden Workshops, Veranstaltungen, Produkttests und besondere Einkaufserlebnisse genießen können. Durch einen Fokus auf persönliche Interaktion und emotionale Bindung können Händler langfristige Kundenbeziehungen aufbauen.

Die lokale Verbundenheit und Personalisierung könnten dem stationären Einzelhandel ebenfalls entscheidende Vorteile verschaffen. Kleine, lokale Einzelhändler können agiler auf die Bedürfnisse ihrer Gemeinschaft reagieren und ein einzigartiges, auf diese abgestimmtes Sortiment anbieten.

Stationärer Einzelhandel und Technologie

Technologische Innovationen wie Augmented Reality (AR), Künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge (IoT) haben das Potenzial, den stationären Einzelhandel zu revolutionieren. Intelligente Regalsysteme, personalisierte Angebote durch Datenanalyse und interaktive Einkaufserlebnisse könnten die Attraktivität des stationären Handels steigern.

Nicht zuletzt werden Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu immer wichtigeren Faktoren. Einzelhändler, die ihre Geschäftspraktiken auf diese Werte ausrichten und dies transparent kommunizieren, können eine loyale Kundenschaft aufbauen. Lokale Produkte und umweltfreundliche Initiativen sind hierbei entscheidende Elemente.

Quelle: wordpress.com

Insgesamt liegt die Zukunftsfähigkeit des stationären Einzelhandels in der Fähigkeit zur Anpassung, Innovation und Service. Erfolgreiche Händler werden die digitale Transformation nicht als Bedrohung, sondern als Chance begreifen, um neue Wege der Kundenbindung und -gewinnung zu finden. Durch die Kombination von Online- und Offline-Erlebnissen, die Schaffung einzigartiger Einkaufserlebnisse, die Betonung lokaler Verbundenheit und die Integration technologischer Innovationen wird der stationäre Einzelhandel seine Relevanz behaupten und einen Platz in der sich wandelnden Einzelhandelslandschaft finden können.

Mehr zum Thema findet ihr hier: Stationärer Handel

Die langen Schatten der Digitalisierung

Wenn die Sonne besonders tief steht, wirft sie lange Schatten. Wenn also die Digitalisierung lange Schatten wirft, steht die Sonne demnach ziemlich tief über denjenigen, die dann betroffen sind. Bleiben wir in diesem Bild. Der Moment in dem lange Schatten geworfen werden, ist sehr spät am Tag.

Bevor es also zu langen Schatten kommt, ist also viel Zeit sich darauf vorzubereiten. Doch was soll uns dieser Begriff der „langen Schatten“ eigentlich sagen? Denn schließlich gilt auch, steht die Sonne tief, werfen selbst Zwerge lange Schatten. In jedem Fall entsteht ein großes Dunkelfeld und der Volksmund sieht daran nichts Gutes. Zudem ist es nach selbigen schwierig daraus hervorzutreten. Doch was hat das jetzt mit Digitalisierung zu tun?

Quelle: eigenes Bild

Befindet sich ein Geschäftsmodell im Schatten eines digitalen Geschäftsmodelles, ist das Dunkelfeld umso größer je später es wird!

In diesem Blog schreibe ich seit nunmehr 13 Jahren über Digitales. Inspirierendes. Kreatives & Dämliches aus der Geschäftswelt. Ich beobachte noch immer eine starke Skepsis speziell im deutschsprachigen Raum gegen Digitales grundsätzlich. Doch warum ist das eigentlich so? Steckt dahinter eine Art Ablehnung gegenüber Veränderung? Ist es ein struktureller Konservatismus, der hier vorherrscht? Ist es Angst vor Veränderung? Oder handelt es schlichtweg um Überforderung, da man sich in immer kürzeren Abständen mit neuen und technischen Veränderungen auseinandersetzen muss?

Vielleicht ist es auch eine Kombination aus den genannten Faktoren. Ich stelle fest, speziell in Deutschland wird in weiten Teilen der Status Quo, verwaltet und verteidigt. Das meine ich gar nicht in erster Linie auf die Politik bezogen, sondern gerade auf weite Teile der Wirtschaft. Ob Automobil, Handel oder Maschinenbau, alles Bereiche in denen die deutsche Wirtschaft zur Weltspitze gehört. Und in der „New Economy“… da wird es eng.

Worin liegen eure Meinung nach die Gründe für unser Mittelmaß? Schreibt es mir: info@vertriebssprache.com

Nachlese Halloween

Halloween ein tolles Ereignis für den Handel. Schon Wochen vorher füllen sich die Verkaufsflächen und gefühlt wird das Angebot an Halloween-Artikeln von Jahr zu Jahr größer.

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Quelle: eigenes Bild

Die in den USA gebräuchlichen Feiern haben sich auch in Mitteleuropa durchgesetzt nachempfundene und echte Kürbisse an allen Ecken und Enden zu sehen.

Viele Kinder haben eins zu eins den Brauch übernommen, kostümiert von Haus zu Haus zu ziehen, oder feiern Halloween-Kostümpartys. Feiern befreundete Kinder, ist es für die Eltern oft schwer, Nein zu sagen. Mit den deutschen Entsprechungen für „Trick or Treat“ erpressen sie scherzhaft drohend Süßigkeiten, zumeist mit „Süßes, sonst gibt’s Saures“.

Die Rolle der Geister haben heute die Kinder übernommen. In den Gewändern von Gespenstern, Hexen, Gnomen, Zwergen, Dämonen, Teufeln, Skeletten, Fledermäusen, Eulen und anderen Fabelwesen ziehen sie durch die Straßen.

Von dem Brauch profitiert natürlich vor allem der Handel: Zu Halloween ist die Nachfrage nach Süßigkeiten, Kostümen und Schminkutensilien, Gadgets sowie Deko-Artikeln entsprechend groß. Im Lebensmittelhandel werden auch viele Kürbisse verkauft, um sie auszuhöhlen und einen „Halloween-Kürbis“ zu schnitzen. Sogar im Buch- und Zeitschriftenhandel sorgen anlassbezogene Publikationen – Bücher oder Comic-Hefte – für ein Umsatzplus.

Hauptsache die Kasse stimmt im Handel, wen interessiert es da schon ob es sich im einen importierten Brauch aus Amerika handelt… 🙂

 

 

Handel – handel endlich!

Der liebe stationäre Handel tut sich schwer gegen Online-Anbieter. Die großen Online-Anbieter wie z. B. Amazon verdienen in Deutschland viel Geld, aber Dank komplexer Firmengeflechte mit Tochterunternehmen zahlen diese Unternehmen in Deutschland nahezu keine Steuern. Da die eingenommen Gelder im Falle Amazon in Luxemburg zu einem Bruchteil versteuert werden. Somit schadet jede Bestellung z. B. bei Amazon einmal unmittelbar Lokal, da der Umsatz für die stationären Händler verloren ist und zusätzlich mittelfristig der Kommune, dem Land und dem Bund, da diese nicht in Form von Steuern an den Unternehmensgewinnen beteiligt sind. Wollen wir das? Ist den meisten Online-Kunden das klar? Mit jedem Händler der schließt gehen Arbeitsplätze verloren, die sich nicht ohne Weiteres ersetzen lassen. Schlecht verdienende Paketdienstfahrer, die ständig im Stress sind die online Pakete zuzustellen, gibt es schon genug. Auch bei weiter steigendem Paketzustellungsbedarf werden in keinem Fall dort ausreichend Arbeitsplätze entstehen um die Menschen aus dem stationären Handel mit neuen Jobs zu versorgen. Zumal der nächste Schritt die automatisierte Zustellung der Pakete mit Drohnen oder selbstfahrenden Fahrzeugen sein wird. So wird es wieder billiger da Personalkosten wegfallen, die Gewinne der Online-Händler steigen und am Ende haben weniger Menschen einen Arbeitsplatz. Woher sollen die Menschen ohne Arbeitsplatz dann eigentlich das Geld nehmen und online zu bestellen?

Was wird eigentlich künftig mit den vielen freiwerdenden Handelsflächen in unseren Städten? Welche Folgen hat dieser Wandel für Innenstädte, Mittelzentren oder klassische Einkaufszentren? Vielleicht einfach mal kurz darüber nachdenken und dann einfach mal nicht im Netz bestellen… auch wenn es so praktisch ist.

Mehr zu dem Thema stationärer Handel versus E-Commerce hier!

#unverzichtbar?

Unsere Apotheken, eine staatlich geschützte Institution, machen sich Sorgen ob Sie tatsächlich einen Mehrwert für den Kunden bieten. Das ist im übrigen in der Regel genauso wenig der Fall wie z. B. im stationären Buchhandel. Doch anstatt Mehrwerte zu schaffen und sich neu zu erfinden, wird erstmal eine Kampagne #unverzichtbar aufgelegt. „Ich will die Apotheke vor Ort und nicht irgendwo“, werd soll eigentlich dieser ich sein? Das erinnert doch irgendwie an die Kampagne der untergegangenen Drogeriemarkt Kette Schlecker: For you vor Ort. Die Kampagne wurde komplett verrissen, da Sie komplett an der Zielgruppe vorbei ging und kurz Zeit später gab es Schlecker nicht mehr. Das wir den Apotheken wohl nicht so schnell blühen, dennoch wären auf den Kunden zielende wertschätzende Maßnahmen wohl besser, als eine solche Kampagne.

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Quelle: eigenes Bild

Das liebe Internet bereitet den Apothekern schlaflose Nächte… nach die Motto die Kunden haben gefälligst in den Laden zu kommen.

Wettbewerbsfähigkeit von stationären Apotheken

Quelle: eigenes Bild

Lieber Apothekerinnen und Apotheker, nutzt doch einfach die Zeit während der Nacht und überdenkt eure Positionierung und hinterfragt, wie ihr euch besser auf die Kunden ausrichten könnt. Allein in diesen Blog hier findet ihr dazu jede Menge Idee. Wenn es jetzt in eurem Segment echten Wettbewerb gäbe wäre die Situation wohl noch schwierige für euch… übrigens die Domain http://www.apozone.de ist noch frei! 😉

 

 

 

 

Öffnungszeiten sind überwertet

Wer hat schon einmal Nachts etwas im Internet bestellt? Das ist bequem, einfach und geht immer. Aber wie lange hat noch mal das Schreibwarengeschäft an der Ecke offen? Und am Samstag? Man kann es den Kunden auch richtig leicht machen. Hier ein offenbar nicht ganz ernst gemeintes Öffnungszeitenschild.

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Quelle: eigenes Bild

Wettbewerbstrategien mit und gegen das Internet

Spiegel-online berichtet heute ausführlich, darüber das die Umsätze des stationären Einzelhandels massiv zurückgehen:

Stationäre Einzelhandel

Quelle: Eigenes Bild

„Der Umsatz des deutschen Einzelhandels ist im September so stark gefallen wie seit mehr als sieben Jahren nicht mehr. Konkret gingen die Einnahmen im Vergleich zum Vormonat um 2,9 Prozent zurück, teilte das Statistische Bundesamt mit. Preisbereinigt fiel das Minus mit 3,2 Prozent sogar noch etwas größer aus. Analysten hatten nur einen Rückgang um 0,9 Prozent erwartet.“ Quelle

Seit mehr als fünf Jahren befasse ich mit der Entwicklung und Gestaltung von Wettbewerbsstrategien mit dem und gegen das Internet. Ich konnte eine Vielzahl von Unternehmen, dabei unterstützen dass Filialgeschäft fit zu machen um im Wettbewerb mit dem Internet dauerhaft zu bestehen. Wie gehe ich mit dem Internet als Wettbewerber um? Antworten liefert das Seminar: “Einzelhandel 2.0 – Wettbewerb mit und gegen das Internet” weitere Informationen zum Seminar gibt es hier.

Ich glaube daran, dass der stationäre Handel eine Zukunft hat und dieser klare Vorteile gegenüber dem Wettbewerber Internet bietet. Wer den Artikel auf Spiegel-online (s. o.) bis zum Ende liest, wird feststellen das die Branchenaussichten gar nicht so schlecht sind: „Im Gesamtjahr erwartet der Branchenverband HDE ein Umsatzplus des deutschen Einzelhandels von rund 1,5 Prozent. Von Januar bis September nahm die Branche bereits 1,8 Prozent mehr ein als im Vorjahreszeitraum.“ Quelle

Trotzdem gilt es für alle Bereiche des stationären Vertriebs sich dem Wettbewerb mit und gegen das Internet zu stellen. Eines steht fest, der Druck auf den stationären Handel wird weiter steigen.