Künstlich Intelligenter Philosoph mit Meinung

Es ist nun fünf Jahre her, da sorgte Richard David Precht, bekannt als „Popstar“ unter deutschen Philosophen, hat mit seinem Buch „Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens“ für Aufsehen.

Precht, der ja auch in seinem Podcast mit Markus Lanz immer wieder für Kontroversen sorgt, hat zu vielen Dingen eine Meinung. Spannend ist, dass jemand der in seinem Leben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht ein Zeile Code geschrieben hat eines der meistverkauften Bücher im Bereich künstliche Intelligenz schreibt. Das hier auf Seiten Prechts große Verständnisprobleme im Bereich Technik schrieb vor 5 Jahren der Professor Kuno Kirschfeld in einem Artikel zum Buch im Magazin Cicero. Kirschfeld kritisierte Prechts Darstellung der KI-Forschung als einseitig und verzerrt. Precht konzentriert sich fast ausschließlich auf die USA und ignoriert wichtige andere Forschungszentren. Er behauptet fälschlicherweise, dass KI-Forschung hauptsächlich profitorientiert sei und zeigt mangelndes Verständnis für die Kybernetik und ihre Grenzen.

Heute beklagt sich Precht über eine Verrohung der Gesellschaft und darüber, dass Deutschland ein Jammerland sei, wie zum Beispiel in der Podcastfolge von Anfang 2025.  Dabei sind es doch auch gerade Menschen wie Precht, die nicht die Chancen für den Standort Europa im Bereich Maschine Learning oder wie er es nennt, künstliche Intelligenz benennen, sondern mit pauschaler Kritik ohne entsprechender fachlicher Expertise daher kommen. Obwohl das Buch zum Nachdenken anregt, enthält es viele Ungenauigkeiten und Fehleinschätzungen. Precht verwechselt teilweise Informationstechnologie (IT) mit Künstlicher Intelligenz (KI) schreibt auch Kirschfeld in seiner Einschätzung.

Wo sind denn die Optimisten Herr Precht? Warum kümmern Sie sich nicht darum, dass Deutschland in diesem Zukunftsfeld eine relevante Rolle spielt? Vielleicht fehlt Ihnen ja auch da die Expertise? Wir brauchen eine Offenheit und positive Haltung gegenüber neuen Technologien und sollten uns auch die Chancen konzentrieren, anstatt immer und immer wieder zu kritisieren. Dazu müssen wir Menschen den Raum in der Öffentlichkeit geben, die echte Kenntnisse haben und nicht nur Meinung machen wollen.