Menü ist immer billiger!?!

Der Mangel an offenen Gastronomiebetrieben während des Lock-down, trieb mich in der vergangen Woche zur Mittagszeit in eine Münchner Burger King Filiale.

Dort gibt es bekanntlich für einen Vegetarier ein mehr als übersichtliches Essensangebot, auch über die grundsätzliche „Qualität“ des Essens muss an dieser Stelle nicht viel gesagt werden.

Ich bestellte schlichtweg einen Veggie-Burger und eine kleine Pommes. Anstelle der üblichen Frage, als Menü? Sagte die Mitarbeiterin folgendes: „Ich würd Menü nehmen, is billiger, kostet 5,99 €“

Ich schaute sie kurz an und fragte, wie ist denn der Einzelpreis für den Burger und die Pommes? Sie ging kurzerhand von ihrer Position hinter der Theke weg, lief um diese herum und stapfte zu einer seitlichen angebrachten Preistafel. Sie schaute darauf und rief: „Burger 3,19 € und Pommes 1,99 € – Pause – sag ich doch ist billiger.“

Ich schaute ziemlich verdutzt und sagte: Ich nehme für 5,18 € nur den Burger und die Pommes. Das ist nämlich günstiger als 5,99 €.

Quelle: eigenes Bild

Die Mitarbeiterin tippte meine Bestellung in das System und sagte: „Ja, aber so gesehen is Menü immer billiger.“ Grinsend zahlte ich die 5,18 € und sagte, so gesehen habe ich gerade 81 Cent weniger gezahlt.

Die Mitarbeiterschulungen bei Burger King schaffen es offenbar, Dinge zu indoktrinieren, ohne das einige Mitarbeiter es schaffen den richtigen Vorteil eines Menüs zu begreifen. Hätte ich ein Getränk dazu genommen, wäre die Argumentation ja vollkommen korrekt, doch wenn nur hängen bleibt „Menü is immer billiger“, sehe ich hier großen Schulungsbedarf bei @burgerking

Hey Vapiano! Was tun wenn dir dein eigenes Geschäftsmodell zusammenbricht?

Die Restaurant-Kette Vapiano aus Köln steckt in der Krise 101 Mio. Euro Verlust im Jahr 2018 (2017: -29,6 Mio. Euro). Als Gründe für den Verlust werden u. a. das rasante Expansionstempo seit dem Börsengang 2017 angeführt. Die Expansion findet vor allem im Ausland statt, 32 Restaurants wurden neu eröffnet.

Vapiano und die Probleme beim Business Scaling

Die schnelle Skalierung von Geschäftsmodellen ist die Königsdisziplin der Unternehmertums. Häufig mit dem Begriff Business Scaling umschrieben. So lange ein Geschäftsmodell funktioniert, soll es möglichst viele neue Kunden erschließen. Im Falle von Vapiano über möglichst viele neue Filialen weltweit.

Doch was ist wenn das zu skalierende Geschäftsmodell zwischenzeitlich nicht mehr funktioniert, der Fokus aber weiter auf Expansion liegt? Dann kommt es ziemlich sicher zu einer falschen Ergebnisanalyse und es werden die falschen Maßnahmen getroffen.

Das tatsächliche Problem von Vapiano?

Vapiano war mal voll Trend. Die Fastfood Restaurants galten als modern, innovativ und beliebt. Also genau das, wofür heute etwa die Kette Hans im Glück steht. Vergleicht man beide Ketten miteinander, zeigt sich recht schnell wo die tatsächlichen Probleme von Vapiano liegen.

  • Ein lästiges Kartenbezahlsystem deren Engpass meist die nicht besetze Zahlstation ist.
  • Unterschiedliche Anstellpunkte bei Kauf von z. B. Pizza und Pasta und Salat.
  • Generell sind die Wartezeiten zu hoch:  Das Konzept sieht eigentlich vor, dass Kunden nach wenigen Minuten ihr Essen auf dem Teller haben – aber gerade zur Mittagszeit brauchen Kunden bei Vapiano gute Nerven und eine großzügige Mittagspause.
  • Upselling heißt für den Vapianokunden erneutes Anstellen.
  • Tripadvisor Bewertungen zur Mittagszeit: es war laut, stickig, ständig schoben sich Leute mit vollen Tabletts und genervte Mitarbeiter an mir vorbei.
  • Der Kunde hat nach längerem Warten sein Essen, dass heißt aber noch lange nicht das er auch einen Sitzplatz hat. Besonders wenn man mit mehreren Personen unterwegs ist.
  • Nicht mehr im Trend, das Konzept erscheint altbacken.
  • Eine Schüssel Gummibären in der schon 1.000 andere die Finger hatten.

Welche Maßnahmen trifft Vapiano?

Die Expansion soll weitergehen, aber mit gedrosseltem Tempo!  Der Konzern setzt künftig auf „nachhaltiges Wachstum“ etwa Franchise-Partner. Doch inwieweit wird das eigene Geschäftsmodell in Frage gestellt? Kurzum gar nicht, die Karte wird etwas ausgedünnt und wenige Optionen für den Kunden angeboten.

Was ist das Ziel?

Die Restaurantkette Vapiano rechnet 2021 wieder mit einem Gewinn – die Finanzierung des Unternehmens sei bis 2022 gesichert. Erst einmal werden einige Filialen geschlossen. Vapiano ist also der Meinung die schnelle Expansion sei das Problem, wenn man diese drosselt wird alles gut…

Das eigene Geschäftsmodell agil und zukunftssicher gestalten? Fehlanzeige. Nutzen von digitale Möglichkeiten zu wachsen oder sich zu verändern?

Vapianos Antwort, wir verbrennen zwei Jahre weiter Geld. UNFASSBAR!