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Schlagwort: Unsinnige Produkte

Zigeunersoße im post Negerkuß-Zeitalter

Zigeunersoße! Kennt ihr diese Momente, da sieht man ein Produkt. Liest, schaut nochmal und dann denkt … WAS IST DAS, sowas gibt es noch? Irgendwie fühlt sich die Produktbezeichnung komisch aus der Zeit gefallen an.

Halten wir fest, Fertigsoßen ist eine Produktgruppe, die sich nicht dadurch auszeichnet besonders Gesund zu sein. Das hat sie gemeinsam mit Schokoküssen, die heute niemand mehr Mohrenköpfe oder Negerküsse nennt.

Was früher mal war, muss ja nicht immer bleiben. Aus meiner Sicht ein absoluter Marketingflop. Was meint ihr? Kommentiert direkt hier oder sendet eine E-Mail an: vertriebssprache@strukturwandler.com

Spiegelsche Dialektik a la Django

Stell dir vor jemand verdient sein Geld mit Sprache. Die Ausdrucksweise, die verschiedenen Deutungsebenen einzelner Wörter und die sprachliche Präzision sind dann wichtige Mittel, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Das aktuelle Programm des Kabarettisten Django Asül heißt „Rückspiegel“.

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Quelle: eigenes Bild

Auf den Werbeplakaten für das Programm ist Django zu sehen, als Spiegelbild in einem PKW-Außenspiegel. Alles unter der großen Überschrift: „RÜCKSPIEGEL 2018 – ein satirischer Jahresrückblick.“ Differenzierung? Sprachliche Feinheiten? Unterscheidung der Begriffe Rückspiegel und Außenspiegel? Fehlanzeige! Hoffentlich lassen sich daraus keine Rückschlüsse auf die Qualität des „satirischen Jahresrückblicks“ ziehen.

Was kaubar?

Seit 1969 gibt es Tic Tac sie sind eine Marke von Ferrero und werden als kleine Lutschdragées definiert. Die Markteinführung in Deutschland erfolgte im Jahr 1972. Tic Tac ist also ein eigenes Segment… doch was kündigt sich da an? Die neue Kampagne KAUBAR propagiert die Tic Tags sind jetzt auch als Kaugummis zu haben.  

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Quelle: eigenes Bild

Typischerweise sind 37 bzw. 100 Lutschdragées in einer Packung. Da liegt doch die Frage nah, wie viele Dragées ergeben denn die Menge eines normalgroßen Kaugummis? Und haben 2 Tic Tacs dann auch gerne mal zwei Kalorien und wie lange bleibt der Atem frisch? Fragen über Fragen, wie lange wird es diese Innovation wohl geben? Ich vermute, es handelt sich um einen Marketingflop der das Ursprungsprodukt zu stark in ein anderes Segment verschiebt. Ähnlich als würde Coca Cola eine Zahnpasta auf den Markt bringen. Viel Erfolg Ferrero, mit Überraschungseiern kennt ihr euch ja aus.

Sechs Jahre nach der FINAL EDITION von AXE

Am 21.12.2012 sollte angeblich der Kalender der Maya enden, je nach Lesart stand entweder das Ende der Welt bzw. gleich das Ende der Zeit an sich an. Mindestens aber der Beginn eines neuen Zeitalters bevor. Medial ein heißes Thema im Jahre 2012, dass natürlich auch kommerziell ausgeschlachtet wurde.

Die Geschichte hatte nur einen Haken: Nichts von der Legende des Ende ist wahr. Wenn heute (als knapp sechs Jahre später im Jahre 2018) noch  jemand behautet, dass der Mayakalender einen Weltuntergang vorhersagt, erzeugt das maximal ein müdes Lächeln.

Unilever zu denen seit 1983 die Marke AXE gehört, verkaufte passend zur WELTUNTERGANGSSTIMMUNG die AXE FINAL EDITION. Damit man während des Weltuntergangs auch keine verschwitzten AXELN (Achseln) hat. Typischerweise verspricht die AXE-Werbung Männern eine gesteigerte Beliebtheit bei Frauen. Wieder so ein Versprechen…

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Quelle: eigenes Bild

… dass die Firma Unilever leider nicht halten konnte. Die Regale in den Läden sind auch im Juni 2018 noch immer voll von AXE Produkten, also gasgefüllte Aluminiumdosen, die gerne durch Rolldeos in Glasflaschen ersetzt werden dürfen. So könnte Unilever ja doch noch einen Beitrag zur Verhinderung des Weltuntergangs liefern und mit seinen Werbeversprechen ernst machen.

Insektenburger… Hmmm!

Seit Jahren steigt der Zahl der Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Die Motive für diese Ernährungsweisen sind sehr unterschiedlich, Ablehnung von Massentierhaltung und Tötung, die Erkenntnis – das die gesamte Menschheit durch Tierhaltung einfach nicht mit Nahrungsmitteln versorgt werden kann – oder es gibt Menschen denen Fleisch einfach nicht schmeckt. Es gibt also ethische und moralische Motive, ökonomische und geschmacklich Gründe seine Ernährungsgewohnheiten zu verändern.

Fakt ist: eines der dringlichsten Probleme auf diesem Planeten ist die gerechte und dauerhafte Versorgung mit ausreichend, sauberen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln für alle Menschen.

Zur Lösung der ethischen und moralischen Fragen, gibt es inzwischen Fleisch und Muskelgewebe welches durch Zellvermehrung im Labor hergestellt wird. Mit dem Ziel Fleisch ohne Massentierhaltung und Tötung zu erzeugen. Ein weiterer Ansatz könnten Insekten sein, im Vergleich zu anderen Nahrungstieren haben Insekten eine sehr hohe Reproduktionsrate und sie verbrauchen dabei im Vergleich viel weniger Ressourcen. Hier wird also die ökonomische Frage adressiert. Bleibt noch der Punkt mit dem „Schmecken“. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. 😉

Die Firma Bugfoundation, hat sich was Neues einfallen lassen. Den laut eigener Angabe „ersten Insektenburger Deutschlands“. Guten Appetit!

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Quelle: www.bugfoundation.com

Wichtig, der Hinweis schmeckt, ob da wohl ein kritischer Punkt adressiert wird? 🙂 Welchen Mehrwert das Bio-Soja in Kombinat mit den Würmern bringt, bleibt leider offen. Vielleicht gibt es den Insektenburger ja auch demnächst bei Ihrem Bio-Lebensmitteleinzelhändler.